Magazinrundschau - Archiv

The Guardian

443 Presseschau-Absätze - Seite 21 von 45

Magazinrundschau vom 17.11.2015 - Guardian

Jahrzehntelang hat der britische Geheimdienst MI5 die britische Schriftstellerin Doris Lessing überwacht, die aus ihrer kommunistischen Gesinnung nie einen Hehl machte. Die jetzt freigegebenen Akten geben Lara Feigel kaum Einblick in Lessings Denken, wohl aber in die Mechanismen des Geheimdienstes - und in die Beziehung von Partei und Intellektuellen, vor allem nach der Niederschlagung des Aufstands in Budapest 1956: "Im November unterschrieb Lessing zusammen mit Eric Hobsbawm, Christopher Hill und anderen einen Brief an den Daily Worker, in dem sie gegen die Ereignisse in Ungarn protestierten. Die Berichte des MI5 zeugen von einer wachsenden Kluft zwischen den Intellektuellen und den Bürokraten. Am 23. November verkündete jemand in einer abgehörten Unterhaltung in der King Street (wo sich die Parteizentrale der CP befand): 'Lessing hört auf.' Der Parteimann behauptete, dass ihm das nichts ausmache. Ihnen sei mit einfachen Leuten mehr geholfen; der Daily Worker sei viel besser, seit die Leser ihn schreiben. Von da an wird Lessings Akte seltsamer. Da sie sich öffentlich von der Partei distanzierte, wurde sie weniger gefährlich für die britische Sicherheit. Doch da die Akte nun mal existierte, brauchte sie neues Material, und die Spekulationen wurden spekulativer."

Magazinrundschau vom 10.11.2015 - Guardian

U2 boykottieren Israel, aber nicht Tayyip Erdogans Türkei, türkische Autoren wiederum boykottieren V.S. Naipaul. Elif Shafak hält absolut nichts von künstlerischen oder akademischen Boykotten: "Wenn Schriftsteller aus dem Westen kulturelle Boykotte unterstützen, verstehen sie oft nicht, dass es in 'wackligen Demokratien' wie der Türkei rassistische, chauvinistische und fremdenfeindliche Kräfte gibt, denen sie mit ihrer Haltung in die Hände spielen. Diese Leute wollen nicht, dass kritische Westler ihre Länder besuchen. Für sie ist es einfacher, ihre Vormachtstellung zu rechtfertigen und auszubauen, wenn keine anderen Stimmen gehört werden. Paradoxerweise profitieren also von den Boykotten nationalistische und religiöse Extremisten mit ihren Vorstellungen einer nach innen gerichteten Gesellschaft. Isolation macht sie stärker, Verbindung nach außen schwächer."

Weiteres: Philip Hensher würdigt die britische Kurzgeschichte als besonders experimentierfreudige Gattung. Robert Hanks bewundert, wieviel Witz und Vitalität Jenny Diski selbst noch in ihrem Krebstagebuch aufbringt.

Magazinrundschau vom 03.11.2015 - Guardian

Neil MacGregor verabschiedet sich vom Britischen Museum mit der großen Schau "Faith After the Pharaohs". Ungeheuer innovativ findet findet Ahdaf Soueif die Ausstellung, die ihm zweierlei verdeutlichte: Wie Juden, Christen und Muslime am Nil zusammenlebten und sich kulturell wie habituell kaum voneinander unterschieden. Und wie die Religionen aufeinander aufbauten. "Das Römische Reich adoptierte Ägyptens Gottheiten: Horus und Anubis posieren in schicken römischen Uniformen. Ein falkenköpfiger Römer zu Pferd mit einer Lanze ist zugleich ein verblassender Horus und der zukünftige Heilige Georg. Christliche Ikonografie eignet sich ein Bild an, das in der ägyptischen Frömmigkeit sehr beliebt war: die Mutter mit dem Kind auf den Knien. Dann abstrahiert der junge Islam das alles, nutzt die überlieferten lebendigen Farben und Motive von Pflanzen und Tiere und entwickelt aus ihnen ein Design, das der Welt ein neues Aussehen geben wird, von den großen Wandteppichen in Cluny bis zu den Fassaden, die Italiens Stadtstaaten dem Mittelmeer zuwenden." (Bild: Der ägyptische Gott Horus in römischer Militäruniform. Ägypten, 1. bis 2. Jh. vor Christus. British Museum)

Gavin Plumley porträtiert den österreichischen Komponisten Georg Friedrich Haas, der Schönberg, Adams und Kubrick zu seinen kreativen Vorfahren zählt und Kontraste mag: "Starre Gegensätze sind Haas' Ding." Hier sein Stück über österreichische Politik, "in vain", zu spielen in Hell und Dunkel:



Außerdem: Euan Cameron trifft Patrick Modiano. Besprochen werden unter anderem Ian Kershaws Geschichte der beiden Weltkriege "To Hell and Back: Europe 1914-1949" und Peter Doggett manisch-obsessive Popgeschichte "Electric Shock".

Magazinrundschau vom 27.10.2015 - Guardian

Mit 23 Millionen Einwohnern ist Karatschi eine der größten Städte der Welt und eine der gewalttätigsten, erzählt Samira Shackle in einer langen Reportage. 2013 wurde 2700 Menschen ermordet, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt: "Nicht nur durch die hohe Kriminalitätsrate ragt Karatschi heraus, sondern auch die Verbindung des Verbrechen mit den höchsten Rängen der Politik: Gangster kandidideren fürs Parlament, Politiker sanktionieren Straßenmorde. Karatschis Syndikate beschränken sich nicht auf Slums. Das Erpressungsgewerbe bringt Milliarden von Rupien ein. Vor einigen jahren besuchte ich einen armen Distrikt im Osten der Stadt und traf einen jungen Politiker, der mir erklärte, dass die meisten Familien mindestens ein Drittel ihres Einkommes für Wasser aus Versorgungstanks ausgeben; die Wasser-Mafia zapft die Hauptleitungen an und verlangt unerhörte Preise, wenn sie das Wasser zurück an die Leute verkauft. Die Transport-Mafia hat wiederholt Versuche vereitelt, einen vernünftigen öffentlichen Nahverkehr aufzubauen. Die meisten Leute müssen an dem einen oder anderen Punktmit Geschäfte mit Kriminellen machen - um ein Haus zu kaufen, einen Laden zu eröffnen, fließend Wasser zu bekommen oder Bus zu fahren."

Will Self hat es immer noch nicht geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören, stattdessen nuckelt er ziemlich zwanghaft am Vaporisateur: "Deswegen nenne ich es die Hexentitte."

Besprochen werden unter anderem Robert Caros wiederaufgelegte Biografie "The Power Broker" des legendären New Yorker Stadtplaners Robert Moses und der neue Krimi "Career of Evil" von JK Rowling alias Robert Galbraith: "Wenn Georges Simenon ein schlichter, perfekter Küchenstuhl ist und Agatha Christie ein ordentlicher Schaukestuhl, dann ist Robert Galbraith ein riesiges, überladenes Sofa voller Hundehaare und etwas Unaussprechlichem hinter den Kissen", behauptet Christobel Kent.

Magazinrundschau vom 20.10.2015 - Guardian

Mit Immobilien ist im Moment kein Blumentopf zu gewinnen, da können die Iren auch wieder Bücher schreiben: Justine Jordan beobachtet einen neuen Boom der irischen Literatur, neue Verlage entstehen, junge Autoren trauen sich wieder was. Jordan zitiert den in Berlin lebenden Julian Gough: "'Während des letzten Booms war die irische Literatur unglaublich selbstgefällig; reihenweise erzählten Romane, wie schlimm Irlands Vergangenheit war, mit der ganzen Armut und sexuellen Unterdrückung', sagt Gough. 'Es war Traditionsliteratur, sehr konservativ erzählt. Ganz altmodischer lyrischer Realismus, keine Spur von der experimentellen Wildheit eines Beckett, Joyce oder Flann O'Brian. 'Der unausgesprochene Gedanke dahinter war, dass wir jetzt viel klüger, netter und reicher seien. Das war moralische Masturbation. Der Crash hat uns zurückgeworfen auf Selbstzweifel, Wut und schwarzen Humor, auf negatives Kapital; da ist die irische Literatur mehr zu Hause. Irische Schriftsteller funktionieren besser, wenn alles den Bach runtergeht, egal ob seelisch oder ökonomisch."

Weiteres: Greg Grandin fragt sich, ob Niall Ferguson Henry Kissinger nicht einen Bärendienst erweist, wenn er in seiner Biografie, die Kissingers Schurkenstücke nicht unbedingt leugnet, aber ihnen doch die Größe nimmt. Terry Eagleton bestreitet im Schweinsgalopp 500 Jahre utopisches Denken.

Magazinrundschau vom 29.09.2015 - Guardian

Allein in diesem Jahr wurden in Bangladesch vier religionskritische Blogger ermordet, auch vom Staat wird angebliche Blaphemie immer rigider verfolgt. Der Guardian übernimmt einen (gekürzten) Text aus dem New Humanist, in dem Samira Shackle die Ursprünge des Säkularismus in Bangladesch unter anderem auf die Unabhängigkeit von Pakistan 1971 zurückführt: "Der Krieg brachte die Spannungen innerhalb Bangladeschs zum Vorschein. Auf der einen Seiten gab es die Islamisten, die Westpakistan unterstützten und die Unabhängigkeit als einen Angriff auf den Islam ansahen. Auf der anderen Seite standen die Säkularisten, die einen Staat jenseits religiöser Restriktionen und ökonomischer Marginalisierung wollten. Letztere gewannen den Kampf der Ideen, und die Verfassung garantierte den Säkularismus als Grundprinzipip. Das sollte nicht lange anhalten. Das Militär putschte sich 1975 an die Macht, und wie in Pakistan begann ein Prozess der Islamisierung. 1977 strichen die Militärs den Säkularismus aus der Verfassung und erklärten den Islam zur Staatsreligion."

MH Miller schreibt über Niall Fergusons Kissinger-Biografie, deren erster Teil bis 1968 reicht und den provokanten Untertitel "The Idealist" trägt: "Fergusons wichtigste historische Neudeutung betrifft den Vorwurf, den zuerst Seymour Hersh 1983 in "The Price of Power" erhob, dass nämlich Kissinger von den Pariser Friedensverhandlungen der Regierung Johnson mit Nordvietnam vertrauliche Informationen an Nixons Wahlkampfteam weitergab. So konnten, wie andere Historiker schrieben, Nixon und seine Berater Südvietnam zum Abbruch der Verhandlungen überreden, da sie mit einem republikanischen Präsidenten mehr herausschlagen würden. Es führte jedoch zu einer unnützen Verlängerung des Krieges um weitere fünf Jahre... Ferguson bestreitet nicht, dass Kissinger mitmischte, er misst ihm nur keine Bedeutung bei."

Magazinrundschau vom 15.09.2015 - Guardian

Der Guardian lässt eine erkleckliche Reihe von AutorInnen zur Flüchtlingskrise schreiben. Orhan Pamuk erkennt die deutsche Aufnahmebereitschaft an, hofft aber auch, dass "Deutschland diese Menschen nicht so behandeln wird wie es die Türken vor dreißig oder vierzig Jahren behandelt hat: als Gastarbeiter mit temporärem Aufenthaltsstatus". Elif Shafak erklärt in Richtung der ungarischen Kamerafrau, die Flüchtlinge getreten hat: "Apathie ist kein passives Gefühl. Es erfordert stetige Anstrengung, es ist eine aktive Kraft, die von Hass, Vorurteilen und Stereotypen genährt werden muss. ... Unterdessen ist der Nahe Osten durchsetzt von religiösem Fanatismus, Sexismus und Fremdenhass. In der Türkei steckt der Mob kurdische Gebäude in Brand, kurdische Terroristen töten türkische Soldaten und der Ultranationalismus steht wieder auf. Die ungarische Kamerafrau ist nicht allein. Es gibt Tausende wie sie." Und die syrische Autorin Samar Yazbek ahnt, dass sich der Exodus aus Syrien fortsetzen wird, solange der Konflikt ungelöst bleibt: "Das Foto des Jungen Aylan ging um die Welt, während das jener Kinder, die am Giftgas erstickten, unterdrückt und aus der Erinnerung gelöscht wurde. Doch beide Bilder gehören zusammen, und die Lösung für die Tragödie des einen liegt in der des anderen." Außerdem schreiben Pankaj Mishra, Caroline Moorehead, Ali Smith, Arundhati Roy und andere.

Verschiedene Stimmen zur Flüchtlingskrise haben außerdem Granta und 3 quarks daily gesammelt.

Mit großem Interesse liest der Historiker Richard J. Evans das neue Buch seines Kollegen Timothy Snyder "Black Earth" über die Kollaboration mit den Nazis in Europa. Hier lernt er, dass staatliche Institutionen einer entgrenzten Verfolgung entgegenwirkten: "Die meisten Juden entkamen ihrer Ermordung in Belgien und Dänemark, wo die von der Monarchien geführten Institutionen des Staates weitestgehend intakt blieben, während sie es in den Niederlanden nicht taten, aus der die Monarchin und führenden Politiker geflohen waren. Ähnlich überlebten die meisten französischen Juden trotz des Antisemitismus des Vichy-Regimes den Krieg." Was Snyder dagegen über Ökologie, Klimawandel und Nahrungsbeschaffung als Triebfedern für den Holocaust schreibt, hält Evans für ziemlichen Unsinn.

Magazinrundschau vom 08.09.2015 - Guardian

Im Gespräch mit Fiona Maddocks im Guardian erklärt Salman Rushdie, warum ihm der Begriff "Islamophobie" falsch erscheint: "Der Punkt mit Ideen ist, dass sie miteinander kommunizieren müssen und sich nicht abzäunen dürfen. Das ist ganz etwas anderes, als sich gegen ethnische Vorurteile über Menschen zu wenden. Die Farbe der Haut ist ein Faktum. Ein religiöser Glaube ist eine Meinung. Es scheint mir legitim, das man Gegenmeinungen zu Meinungen äußert, ohne dass man gleich mit Schimpfnamen belegt wird."

Daneben gibt"s großes Lob von SF-Autorin Ursula K Le Guin für Rushdies neuen Roman "Two Years Eight Months and Twenty-Eight Nights": "Dieses Buch ist eine Fantasiegeschichte, ein Märchen - und eine brillante Reflexion der und ernsthafte Meditation über die Wahlmöglichkeiten und Agonien in unserem Leben auf dieser Welt. Die Wahlmöglichkeiten werden vereinfacht dargestellt, wie im Comic, als Wahl zwischen absolut gut und absolut böse. Die Agonien werden wie Katastrophenfilme gezeichnet, so schrecklich, dass der Leser sie leicht abschütteln kann, wenn es ihm zuviel wird. Rushdie ist ein großzügiger und gutmütiger Autor, der seine Leser lieber umwirbt und verführt, als ihnen die gallige Wahrheit in den Rachen zu stopfen."

Auch in Angelique Chrisafis" Houellebecq-Porträt gibt"s einen Dialog über das Wort "Islamophobie": "Er nimmt einen tiefen Zug aus seiner Zigarette. Mit ihm zu sprechen ist oft, wie eine Muschel aus der Schale zu holen, die langen Pausen, die zum Schutz verschränkten Arme. Anders als bei den meisten anderen Autoren, gibt es hier keinerlei vorbereitetes Spiel. Ist er islamophob? "Ja, wahrscheinlich. Angst kann man haben", erwidert er. Ich frage nochmal: Sie sind wahrscheinlich islamophob? "Wahrscheinlich, ja, aber das Wort Phobie bedeutet eher Furcht als Hass." Wovor hat er Angst? "Dass es im Westen schief geht." Meint er Terrorismus? Er nickt. Manche sagen, es handelt sich um eine kleine Minderheit... "Ja, aber sehr wenige Leute können eine sehr große Wirkung haben. Oft sind es die entschlossensten Minderheiten, die Geschichte machen.""

Außerdem im Guardian: ein Auszug aus einem Buch des Historikers Simon Schama über Porträts großer Briten in Geschichte und Gegenwart.

Magazinrundschau vom 04.08.2015 - Guardian

Im Guardian erinnern sich Autoren an die Zeit, meist in den achtziger Jahren, in der sie von Sozialleistungen lebten. Dabei geht es strikt nach Stereotypen: Während etwa ein unbekümmerter Geoff Dyer das staatlich finanzierte Leben voller Literatur, Musik und Theoriediskussionen als quasi natürliche Fortsetzung seines Oxford-Studiums sah, berichtet Caryl Philips von rassistischen Diskriminierungen. Und A.L. Kennedy schreibt: "Ich erinnere mich vor allem an eine Zeit der Sorgen. Wenn man sehr wenig Geld hat, dann sickern die Sorgen in jeden Lebensbereich wie schmutziges Wasser. Alles ist kompliziert, alles ist schwierig, jede Ausgabe ist ein Risiko und im Notfall würde man untergehen. Für kurze Zeit machte mich das widerstandsfähig (ich musste mich nur um mich selbst kümmern). Über längere Zeit ist der Druck höchst schädlich. Er macht einen nicht abhängig, er macht einen unterlegen - das ist ein Unterschied."

Alice O"Keeffe porträtiert den israelischen Autor Etgar Keret, der einen Boykott israelischer Künstler schon deshalb bescheuert fände, weil er selbst bereits in Israel als vermeintlicher "Verräter" boykottiert werde. Außerdem: "Mit Verve erklärt Keret, dass ein Boykott direkt Israels rechtem Flügel in die Hände spielt: "Das rechte Narrativ besagt unentwegt, dass die Welt uns hasst und keinen Dialog will, weil sie voller verkappter Antisemiten sei. Fragt man die israelischen Rechten, sind die alle für den intellektuellen Boykott.""

Magazinrundschau vom 28.07.2015 - Guardian

Für Pankaj Mishra ist dagegen ganz klar der Westen verantwortlich für Isis. Der Westen und sein kapitalistisches System. Und die Sowjetunion mit ihrem fatalen Stalinismus. Und die arabische Welt mit ihren Despoten. Und China, empört er sich. Am besten hätte es die ganze verflixte Moderne nie gegeben: "Vormoderne politische Anführer - die vor langer Zeit von westlich erzogenen Männern und Frauen ersetzt wurden, die John Stuart Mill zitieren und individuelle Rechte fordern - gibt es nicht mehr und kann es nicht mehr geben, so "islamisch" ihre Ideologie auch erscheinen mag. Sie kommen heute als Parodie zurück - und es liegt viel purer Camp in einem selbsternannten Kalifen, der eine Rolex trägt, oder in Indiens Erweckungs-Hindu-Premierminister, der in einen 15.000 Dollar teuren Anzug aus der Savile Row gehüllt ist, mit personalisierten Nadelstreifen. Die Verbreitung der Lesefähigkeit, verbesserte Kommunikationsmöglichkeiten, wachsende Einwohnerzahlen und Verstädterung haben die abgeschiedensten Ecken in Asien und Afrika verändert. Die Sehnsucht nach Selbstverwirklichung durch materiellen Erfolg dominiert vollkommen die Reste spiritueller Ideale traditioneller Religionen und Kulturen."

Außerdem porträtiert Siobhan Roberts John Horton Conway als den Magier unter den Mathematikern. Andrew Rice rekonstruiert die absurden Pläne zum Sturz von Gambias Diktator Yahya Jammeh. Und David Shariatmadari porträtiert den Psychologen Daniel Kahneman, der Selbstüberschätzung für den größten Fehler der Menschheit hält.