
Sehr politisch, der
Espresso in dieser Woche: Gianni Perelli
berichtet vom
Unbehagen der arabischen Länder über die
Kriegstreiber in Washington und Bagdad. Ihr Missfallen äußern die Menschen weniger politisch, dafür aber in einer für die USA viel
schmerzlicheren Weise: "Die viel ernstere Art der Feindschaft ist jene, die Coca Cola und Pepsi Cola derzeit in Saudi-Arabien erfahren müssen. Im August betrat
Zamzan Cola den Markt der kohlenstoffhaltigen Erfrischungsgetränke, mit einem triumphalen Erfolg. Die
erste islamische Cola ist nach einer heiligen Quelle in der Nähe von Mekka benannt. Am ersten Tag gingen über 4 Millionen Flaschen a einen Liter über den Ladentisch." Wlodek Goldkorn
schreibt passend dazu über die
Entschlossenheit des amerikanischen Präsidenten, diesen
Krieg zu führen. Mit oder ohne UNO, mit oder ohne Allierte. Das Öl ist dabei eher zweitrangig, glaubt Goldkorn. "Wie
Napoleon Bonaparte 200 Jahre zuvor, will Bush der Welt die Freiheit mit dem
Bajonett bringen."
Roberto di Caro
schickt eine Reportage aus
Kabul, wo die Probleme immer größer und die Aussichten auf Prosperität und Entwicklung immer geringer werden. Das liegt auch an den
Afghanen. "Ein Volk sind sie immer gewesen, sie schaffen es aber nicht, ein Land zu werden. Das gleiche Geld für all die Feinde, der
gleiche Gott für Schiiten und Sunniten, der gleiche Boden, die gleichen Kriege, Gebräuche, die selbe Wildheit. Aber die Zersplitterung der Macht zwischen den
Ethnien, Gruppen, den
Warlords und den
lokalen Bandenchefs, das ist einer der Pfeiler der afghanischen Gesellschaft, das bleibt, trotz Karzai-Regierung und internationalem Kontingent."
Weitere Artikel: Renata Pisu hat sich auf dem postsowjetischen
Archipel Gulag in Sibirien
umgesehen und entdeckt, dass es für die derzeit 960.000 Gefangenen der
Straflager nicht überall so rosig aussieht wie es die Behörden den Reportern in der
Modell-Anstallt Nr. 27 weismachen wollen. Normalerweise, schreibt sie, "besteht das Mittagessen immer noch aus
Brot und Sardinen". Raimondo Burti
meldet zudem, dass die
tamilischen Rebellen auf Sri Lanka den Unabhängigkeitskampf erst einmal beenden wollen. Nach zwanzig Jahren Krieg und
Tausenden von Toten. Ausführlich
stellt Daniela Giammusso "Pinocchio" vor, den neuen Film von
Roberto Benigni. Ganz Italien sehnt den 11. Oktober herbei, an dem das
45 Millionen Euro teure Kolossalwerk in 850 Kinos Italiens anläuft. Außerdem
beschäftigt er sich mit "Possession", dem aktuellen Film mit
Gwyneth Paltrow.
Und wieder keine
Bustina. Umberto Eco ist wohl immer noch
im Urlaub.