
Der
Espresso probt den Aufstand, gegen Regierung, gegen Krieg, gegen alles.
Macchiavelli ist zurückgekehrt nach Italien,
verkündet Giorgio Bocca im Aufmacher des Feuilletons. Das Sagen haben jetzt
skrupellose Realisten der Politik, die Krieg als Mittel zum Zweck sehen. Und die wissen, was die Leute sehen wollen - sie besitzen nebenbei nämlich viele Fernsehsender. "Das große Publikum will
Titten, Ärsche und Blut? Geben wir es ihnen, das sind unsere Zuschauer. Wer widerspricht, wird verfolgt? So geht es halt zu auf einer Hazienda. Ein Krieg für Öl und militärische Basen wird verkauft als Krieg für Demokratie und Freiheit? Ja, liebe Leute, für den
Gott des Militärs und auch den Gott der Reichen und Starken." Noch ein wenig Berlusconi-Bashing gefällig? "Eine
totale Fäulnis, die einen ab einem gewissen Punkt nur noch auf den
Mafia-Effekt hoffen lässt, dass nämlich mit der Mafia eine Art von Gerechtigkeit wieder Einzug hält und eine gewisse Ordnung schafft, und wenn es auch nur die Ordnung von
Al Capone ist."
Auch
Dario Fo, (
hier mehr zu Leben und Werk) geht im
Interview hart ins Gericht mit Berlusconi & Co. Für den derzeitigen
Kulturminister Guliano Urbani hat der Literaturnobelpreisträger nur
Verachtung übrig. "Ich habe einige seiner Verlautbarungen gelesen. Die machen mir Angst. Man versteht sofort, dass er nicht auf der Seite der Künstler steht. Er spricht nicht von Theater, der Malerei, der Musik. Seine
schlampige Sprache ist die einer Person, die
keine Ahnung von den grundlegendsten Dingen hat. Versuch mal mit ihm über eine 'metopa' oder ein 'triglifo' (ähem, Signor Fo, da müssen wir ebenfalls passen) zu sprechen: gut möglich, dass er glaubt, wir führen ein
Gespräch über Vögel.
Weiter mit Krieg:
Naomi Klein (
Bücher) beschwört den
zivilen Ungehorsam, denn nur der aktive Widerstand der Weltbevölkerung kann Bush und seine
Kriegsfalken jetzt noch aufhalten,
schreibt sie im Politikaufmacher. Roberto di Caro hat im Irak mit den "Oppositionsführer"
Ahmad Chalabi gesprochen, über
Saddam vor Gericht und die Zukunft seines Landes. Di Caro
war außerdem im Nordirak, wo die
Kurdenführer ihre Truppen für den bevorstehenden
Waffengang gegen Bagdad zusammenrufen.
Und nochmal Gewalt, aber nur auf der Leinwand: Silvia Bizo
verfasst eine Hymne auf
Jennifer Garner in der Marvel-Verfilmung
Daredevil, wie sie nur Italiener schreiben können: "
kühner als Nikita, stärker als Lara Croft; schön, sexy und mit einem tödlichen
linken Haken".