Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat die EU-Kommission ein
Dialog-Forum mit mehreren Internetkonzernen zu Terror im Netz und verschlüsselter Kommunikation aufgenommen,
meldet Svenja Bergt in der
taz: Dabei werde "das Forum auch die Bedenken von Strafverfolgungsbehörden angesichts neuer Verschlüsselungstechnologien sondieren", zitiert Bergt aus einem Papier der EU-Kommission und ahnt Böses: "Nach den Anschlägen in Paris wurde der
skeptische Blick auf Kryptotechnologien wieder populär: So nahm das Europaparlament in der vergangenen Woche einen Resolutionsentwurf der Europäischen Volkspartei, der größten Fraktion, an, in dem auch Verschlüsselungstechnik in Frage gestellt wurde.
Für Bürgerrechtler ein Horrorszenario: denn gibt es erst einmal eine Hintertür, können sowohl Kriminelle als auch alle anderen Nutzer damit überwacht werden. Möglich ist zudem, dass Unbefugte die Lücke finden und selbst ausnutzen. Und dass Verschlüsselung insgesamt als unsicher wahrgenommen wird."
Da trifft es sich gut, dass in diesen Tagen die sogenannte "Public beta"-Phase der freien und offenen Certificate Authority (CA) 'Let's Encrypt' beginnt, die die finanziellen und technischen Hürden für eine
sichere Kommunikation im Internet senken soll, wie Constanze Kurz auf
Netzpolitik.org meldet: "Jedes Smartphone und jeder Computer speichert sehr viele Zertifikate, die jeweils von einer CA beglaubigt und verwaltet werden, um beispielsweise die Authentizität einer Webseite bestätigen zu können. Website-Betreiber können die Zertifikate von 'Let's Encrypt' nun direkt beziehen, denn ab heute sind sie
allgemein verfügbar." Weitere Informationen auf
Zeit Online und im
Podcast von Josh Aas, Mitgründer und Geschäftsführer der Non-Profit-Organisation Internet Security Research Group (ISRG), die hinter 'Let's Encrypt' steht.