Sehr scharf
kritisiert Carly Nyst im
Guardian die geplante "
Snooper's Charter", ein Gesetz, das die digitale Überwachung in Großbritannnien noch weiter ausdehnen wird und das die Regierung auch gegen den Widerstand von Parlamentsausschüssen durchpeitschen will: "Das Gesetz enthält einige der am tiefsten eingreifendenn
Überwachungsbefugnisse, die man sich überhaupt vorstellen kann, darunter manche, die in keinem anderen Land der Welt existieren. Cyber-Sicherheit wird auf dem Altar der 'nationalen Sicherheit' geopfert: Hacking-Aktionen der Regierung werden legal, große Datenmassen werden gesammelt und durchsucht und verschlüsselte Dienste unterstehen staatlicher Aufsicht." Unter anderem darf die Polizei, wenn das Gesetz durchkommt, bei Ermittlungen Browserverläufe durchsuchen und Computer von Privatleuten hacken,
erläutert Alan Travis in einem zweiten Artikel.
Privacy Shield schützt
EU-Bürger genauso wenig vor der Überwachung durch amerikanische Geheimdienste wie das vom EuGH für ungültig erklärte
Safe-Harbor-Abkommen mit den USA,
meint auf
Zeit online Friedhelm Greis. Zwar habe die EU-Kommission gelobt: "'Zum ersten Mal hat die US-Regierung der EU über das Büro des Direktors der nationalen Nachrichtendienste schriftlich zugesichert, dass der Datenzugriff von Behörden aus Gründen der nationalen Sicherheit
klaren Beschränkungen,
Garantien und
Aufsichtsmechanismen unterworfen wird, die einen allgemeinen Zugriff auf personenbezogene Daten ausschließen.' Dass ein Land versichert, seine eigenen Überwachungsgesetze einzuhalten, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Datenschützer hatten allerdings gefordert, dass die USA ihre
Gesetze ändern müssten, um den Vorgaben des EuGH-Urteils zu genügen. Da der Gerichtshof sein Urteil auf Basis der bestehenden US-Gesetze gefällt hat, ist kaum nachvollziehbar, warum europäische Daten nun besser geschützt sein sollen."