"Hier prallt die Politik des 20. Jahrhunderts auf die Technologie des 21.",
schreibt Sascha Lobo in seiner
SpOn-Kolumne über die bevorstehende Wiedereinführung der
Vorratsdatenspeicherung: "Die Vorratsdatenspeicherung könnte egal sein, sie ist ein flacher Scherz im Vergleich zu dem, was faktisch bereits durch Geheimdienste im Netz geschieht. Aber sie ist nicht egal, weil dahinter eine Haltung steht, eine gefährliche Haltung: die
Illusion der vollständigen Messbarkeit der Welt, die Illusion, dass die Erlangung aller Daten der Schlüssel zu allem sei. Ein radikalrationalistischer Datenhunger, der niemals endet und immer weiter Daten raffen wird, der absurden Hoffnung wegen, dass sich so die Probleme der Welt lösen ließen."
Ebenfalls auf
Spiegel Online melden Maik Baumgärtner und Jörg Schindler, dass der BND auch
Botschaften und andere Behörden von EU-Ländern und weiteren Partnerstaaten ausgespäht hat: "Nach Informationen von
Spiegel Online befanden sich darunter auch französische und US-amerikanische Ziele, die ausdrücklich nicht dem Auftragsprofil der Bundesregierung an den BND entsprechen. Durch die Überwachungssysteme des deutschen Auslandsnachrichtendienstes liefen offenbar jahrelang
mehrere Tausend hochproblematische Suchbegriffe (Selektoren), bevor die Praxis im Herbst 2013 gestoppt wurde."
Für total "unreif" hält der IT-Experte Sandro Gaycken in der
SZ den deutschen Markt für
Cybersicherheit, auf dem Sicherheitsfirmen für Sachmängel selten in Haftung genommen werden: "Unter deutschen Unternehmen herrscht die Haltung vor, dass man eigene Sicherheitslücken und eigene Verwundbarkeit nicht an die Öffentlichkeit bringt - selbst wenn dies bedeutet, dass die Scharlatane straflos ausgehen."