Google und Facebook wären verloren, wenn
trackingbasierte Werbung verboten wird (an der den
klassischen Medienkonzernen allerdings auch viel liegt),
meint die grüne Abgeordnete
Alexandra Geese im Gespräch mit Svenja Bergt von der
taz. Und
die Demokratie wäre gerettet: "Jedes Datenprofil besteht aus 20.000 bis 50.000 Datenpunkten. Darunter sind sensible Daten wie Religion oder sexuelle Orientierung oder Vorlieben erfasst. Die meisten Nutzer:innen werden kaum wollen, dass Dritte darüber Bescheid wissen. Und dieselben Daten werden genutzt, um
Hass,
Hetze und
Desinformation zu verbreiten. Wer im Netz einem Trump-Anhänger folgt, dem werden per Algorithmus auch andere und immer radikalere Inhalte zugeführt. Im Kern geht es deshalb darum, unsere Demokratie zu schützen." Ebenfalls warnt in der
taz warnt Adrian Lobe vor überwachung, weil Fluggesellschaften und andere Unternehmen jetzt
digitale Impfpässe fordern.
Julia Reda
antwortet bei
Netzpolitik auf die neue Lobby-Kampagne
Mathias Döpfners, der sich jüngst in einem offenen Brief an Ursula von der Leyen als Lordsiegelbewahrer der Demokratie im Angesicht von Google und Faceoobk aufspielte (unser
Resümee). Aber auch hier geht es nur um
trackingbasierte Werbung, erläutert Reda: Döpfners "Forderung nach der Werberegulierung ist nicht nur deshalb
perfide, weil der Verband der Presseverleger, dessen Präsident Döpfner ist, durch Lobbying in Brüssel Seite an Seite mit den Online-Plattformen und Telekomkonzernen seit Jahren
jegliche Regulierung des Online-Trackings durch die ePrivacy-Verordnung
blockiert. Die Forderung ist auch ein Rückschritt gegenüber den Plänen zahlreicher Europaabgeordneter, die sich für ein allgemeines Verbot von personalisierter Werbung mittels Tracking und Targeting einsetzen, das - anders als von Döpfner gefordert - natürlich
auch für Presseverlage wie Axel Springer gelten muss."
Es gibt Konzentrationstendenzen in der bisher recht chaotischen
Welt der Podcasts, die die meisten Nutzer über Apps auf ihrem Handy nutzen,
schreibt Serafin Dinges bei
Netzpolitik. Aber längst sind große Internetkonzerne aktiv: "
Spotify hat als Thronanwärter in den vergangenen Jahren besonders auf sich aufmerksam gemacht. Eine knappe
Milliarde Dollar hat der schwedische Konzern bisher ausgegeben und sich von der Produktion bis zur Vermarktung und Bewerbung überall ein Stück vom Kuchen einverleibt. Deals mit exklusiven, teuren Podcaster:innen nicht inbegriffen. Spotify könnte zum
YouTube der Podcasts werden, fürchten Beobachter:innen. Auf der eigenen Plattform hätte die Firma dann die Kontrolle über Werbung und Monetarisierung, Empfehlungen und Nutzungsdaten. Die Weichen für ein Quasi-Monopol sind gestellt."