Die
taz legt neue Informationen zu
Alois Brunner vor, der neben Adolf Eichmann einer der am direktesten mit dem Holocaust befassten
Nazi-Täter war und für die Ermordung Zehntausender Juden direkt Verantwortung trug. Der Zeitung und dem Dienst
fragdenstaat.de liegt nun die
gesamte Akte des Bundesverfassungsschutzes vor,
berichtet Konrad Litschko. Der hatte sich seit Jahren, besonders auch unter Hans-Georg Maaßen, gegen die Veröffentlichung gewehrt. Die Akte beweist vor allem vor allem endgültig, dass der Verfassungsschutz
schon ab 1960 wusste, dass sich Brunner in Syrien befand.
"Der Inlandsgeheimdienst hat
mit allen Mitteln dagegen gekämpft, dass seine frühere Kumpanei zwischen Altnazis öffentlich wird",
schreibt Klaus Hillenbrand in seinem Kommentar . "Dass das Amt diesen Streit nun verloren hat, ist ein gutes Zeichen. Dass der Verfassungsschutz aber überhaupt glaubte, dieses Geheimnis hüten und vor hartnäckigen Nachforschungen bewahren zu müssen, ist ein Signal, dass die
Loyalitäten unter denjenigen, die das Grundgesetz schützen sollen, nicht ganz so eindeutig sind, wie man es erwarten sollte."
Die
taz geht nicht weiter auf die
Rolle Brunners nach dem Krieg ein. Hierüber hatten Oliver Das Gupta und Benjamin Moscovici schon 2017 in der
SZ berichtet. Zuflucht gefunden hatte er zunächst in Ägypten bei
Mohammed Amin al-Husseini, dem Großmufti von Jerusalem und Vorgänger Jassir Arafatsa ls Anführer der Palästinenser. Er soll auch den
Kontakt zu den Assads vermittelt haben, für die Brunner dann in Syrien tätig war. Kontinuitäten überall!
Außerdem: Von der immer gleichen, immer mystifizierenden,
völlig unkritischen Erinnerung an die Luftbrücke
hat tazler Klaus Hillenbrand mittlerweile genug gesehen, auch die Ausstellung "Blockierte Sieger - Geteiltes Berlin. 75 Jahre Luftbrücke" auf dem Gelände des ehemaligen
Flughafens Tempelhof entlockt ihm nur noch müdes Gähnen: "Am Ende stehen einige historische Abbildungen und ein schmaler Begleittext, der bilanziert, dass Erinnerung in Berlin in dieser Angelegenheit immer noch gespalten ist.
Da wären wir nicht drauf gekommen."