Perlentaucher-Autor

Ulf Erdmann Ziegler

Ulf Erdmann Ziegler wurde 1959 in Holstein geboren. Er studierte visuelle Kommunikation in Dortmund, Literaturwissenschaft und Psychologie in Berlin. Anfang der neunziger Jahre arbeitete er als Kunstredakteur der "taz". Er veröffentlichte essayistische Arbeiten zur Kunst und Fotografie. Sein erster Roman, "Hamburger Hochbahn", fand sich auf Platz 1 der SWR Bestenliste im April 2007 und auf der Shortlist für den Aspekte Preis. Ulf Erdmann Ziegler lebt in Frankfurt a. Main.

13 Artikel

Wenn einer nicht schlafen kann

Maluma und Takete vom 22.07.2015 22.07.2015. Ein Popsong als Diorama auf sämtlichen Kanälen, Tiere in Hotelzimmern auf Videobillboards, Chloë Sevigny als einsame Reisende in einem Spiegelkabinett: In Doug Aitkens Kunst gibt es nichts, was es nicht gibt, nichts, was nicht geht. Einstmals gefeiert als postmoderner Erzähler auf "multipler Leinwand", bespielt er nun die Frankfurter Schirn, als wäre sie sein Flagship-store.

Lakritzschwarze Tittenkatzen

Maluma und Takete vom 26.05.2015 26.05.2015. Wie, es gibt keine große Kunst mehr? Etwas, wo einem der Mund vor Staunen offen bleibt? Ausflüge zu sogenannten privaten Stiftungen und zurück in die Giardini von Venedig: der zweite Teil der Begehung einer Kunst von Staaten, die es gibt, und über Staaten, die es nicht mehr gibt.

Marathon Venezia

Maluma und Takete vom 11.05.2015 11.05.2015. Gegen die Kunstbiennale von Venedig spricht einiges: zu viel, zu kommerziell, zu ideologisch, zu mühsam. Die Begehung gleicht einem Marathon, bei dem nicht die Strecke festgelegt ist, sondern die Zeit. Erstaunlich, was es zu sehen gibt, sobald man unterwegs ist. Die Kunstkolumne.

Dies nicht und jenes auch nicht

Maluma und Takete vom 29.04.2015 29.04.2015. Isa Genzkens grelle Kunst ist ohne jede Aura. Vielleicht muss oder soll das so sein. Es gibt darin irgendeine Art von Verweigerung. Aber welche? Ist es Weltschmerz? Wo soll das hin? Eine Begehung ihrer "New Works" im Frankfurter Museum für Moderne Kunst.

Ganz und gar Anti-Ödipus

Maluma und Takete vom 27.02.2015 27.02.2015. Man könnte das Bild der Sexualität, das Will McBride mit seinem fotografischen Korn betörend im Detail gezeichnet hat, als progressiv-protestantisch bezeichnen: offen, kreatürlich, sauber, hell. Erinnerungen an einen Fotografen, der die Bundesrepublik der frühen Siebziger prägte.

Eigenes Leben

Essay vom 05.01.2015 05.01.2015. Seine Soziologie blickte auf etwas, das vorher wohl übersehen worden war: die Ambivalenz. Schicksal und Willen. Zwang und Entkommen. Eine persönliche Erinnerung an Ulrich Beck

Bis das Bild quasi neu erscheint

Maluma und Takete vom 17.12.2014 17.12.2014. Verborgene Sammlungen, öffentliche Kunstfälscher, heldenhafte Rettungen: Setzt man sich das Ziel, dass erst alles geklärt werden muss, bevor wieder ein Bild mit gutem Gewissen zu betrachten sein wird, zeigt sich die eifernde Kunstpolitik unserer Zeit als ikonoklastisch.

Die Künstler haareraufend

Maluma und Takete vom 11.11.2014 11.11.2014. Pop ist ein vertracktes Etikett. Es klingt vertraut und hält wahrscheinlich ewig. Nur, niemand will damit beklebt werden. Daher auch die Idee der Kuratorin Martina Weinhart an der Schirn: Mal sehen, ob es da nicht doch Streit gibt. Oder sagen wir, eine deutsche Debatte. Ein erster Essay zur Gestalt der Zeit.

Der berühmte gerupfte Riesenvogel

Essay vom 24.09.2014 24.09.2014. Bei der Vernissage waren Ropac und Gagosian. Sein Haus ist von Herzog und de Meuron. Auf dem Thron sitzt er zwischen Richter und Polke. Und schwankt zwischen konkret und abstrakt. Aber das ist nur ein Missverständnis. Georg Baselitz im Haus der Kunst.

Glück und frühes Leid

Essay vom 20.02.2008 20.02.2008. Mehr Gegenwart forderte Richard Kämmerlings in der FAZ neulich von der Literatur, ein Echo des Rufs nach mehr "Welthaltigkeit" im deutschen Roman. Tatsächlich kann Dichte und Konkretion niemals schaden. Aber die Werkstatt des Literaten hat ihren zeitgeschichtlichen Ort. Die deutsche Wiedervereinigung, zum Beispiel.