Im Interview
erklärt der ägyptische Autor
Ala Al-Aswani "Der Jakubijan-Bau",
Leseprobe), er könne theoretische Debatten über
Demokratie nicht mehr hören. "Debatten, Konferenzen und Meetings über die Bedingungen der Demokratie sind sinnlos. Wir können nicht auf einem theoretischen Niveau über Demokratie diskutieren; zuerst müssen wir sie in die
Praxis überführen. Um das Argument zu vereinfachen: Ich glaube, Demokratie basiert auf Respekt für die Menschenrechte, legitimierten Wahlen, dem Wechsel der Macht, ohne Gewalt und coup d'etats, und dem Recht der Menschen, ihre eigenen Führer zu wählen... Leider ist Tyrannei überall. Es gibt
22 arabische Länder und nicht eine Demokratie!"
Der Islam ist absolut vereinbar mit Frauenrechten,
behauptet die Philosophin und
Juristin Martha Nussbaum in einem Interview. Vorbild ist für sie Indien (nicht Pakistan). "Was wir in einigen Nationen sehen, ist nicht der Islam selbst, sondern eine politische Version des Islam, die nicht eine zwingende Interpretation der religiösen Texte ist...
Ayaan Hirsi Ali hätte lieber nach
Indien als in die USA gehen sollen. Dort hätte sie bestimmt bessere Chancen, als Frau eine führende Rolle in der Politik oder im intellektuellen Leben zu spielen. Man könnte auch
Bangladesch erwähnen, eine Demokratie mit 85 Prozent Muslimen, wo
Frauen (beide Musliminnen,
Begum Khaleda Zia und
Sheikh Hasina) die beiden wichtigsten politischen Parteien anführen."
Der iranische Philosoph
Abdolkarim Soroush will das nicht zuletzt vom Papst verbreitete Vorurteil über den Widerspruch von
Islam und
wissenschaftlicher Vernunft zurechtrücken. Auch und gerade für den Iran treffe es nicht zu: "Die religiösen Intellektuellen des heutigen Iran bemühen sich um die Neubestimmung des Verhältnisses von Vernunft und Offenbarung. Besonders bei der Interpretation der Heiligen Schrift (d.h. des Koran) suchen sie die Unterstützung durch
moderne Hermeneutik und die Erfahrungen des Christentums. Und ganz im Gegensatz zu dem, was der Papst zu glauben scheint (...), glauben diese religiösen Intellektuellen, dass der Islam gerade aus den vielen möglichen Interpretationen besteht und dass es unmöglich ist, den reinen Kern der Religion zu erreichen."