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Alaa al-Aswani: Der Jakubijan-Bau

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18.01.2007. Ein grandioser Roman aus Ägypten über ein Wohnhaus in der Kairoer Innenstadt, bevölkert von einem menschlichen Biotop: der halb verarmte Aristokrat, der rücksichtslose Aufsteiger, der sozial frustrierte junge Mann, die sexuell ausgebeutete junge Frau. Es wird in der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Lesen Sie einen Auszug des Romans von Alaa al-Aswani: "Der Jakubijan-Bau".
Alaa al-Aswani: Der Jakubijan-Bau
Roman aus Ägypten
Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich

Lenos Verlag, Basel 2007
384 Seiten, gebunden, Euro 19,90

Erscheint am 1. Februar 2007

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Zum Buch: Die Armen wohnen oben, auf dem Dach, in kleinen Kabüffchen, die ursprünglich als Abstellkammern konzipiert waren. In den Stockwerken darunter geht es weniger knapp zu. Dort hat ein durch die Revolution von 1952 teilenteigneter Grundbesitzer sein Büro mitsamt Liebesnest, ein Chefredakteur seine Wohnung, ein Neureicher das Domizil für seine Zweitfrau, und viele Ungenannte ihr ganz normales Zuhause. Auf vielfältige Weise verweben sich die Leben der Bewohner. Das Haus wird zum Mikrokosmos für Ägypten.

Alaa al-Aswanis Roman stellt vieles dar, was es in Ägypten gibt, worüber aber nicht häufig - und eigentlich nie in dieser Direktheit - gesprochen wird. Da kommt der junge Mann nicht an die Polizeischule, weil sein Vater nur Türhüter ist. Da hält sich der wohlhabende Journalist einen armen Oberägypter als Bettgenossen. Da predigt der eine Geistliche für die Regierungspolitik, der andere für den Terror. Da bereichern sich manche schamlos mit den zweifelhaftesten Geschäften. Da wird das junge Mädchen, die für ihre Familie sorgen muss, von allen Arbeitgebern systematisch belästigt. Da träumt der ehemalige Aristokrat von vorrevolutionären, besseren Zeiten. Da wird im Bereich der Politik geschmiert, geschnüffelt und gefoltert. Da wird eben das tägliche Leben Ägyptens gezeigt.

Das Buch ist in Ägypten, Frankreich und Italien zum Bestseller geworden, besonders nach seiner Verfilmung. "Yacoubian Building" wurde bei den Festivals von Berlin (2005), Cannes, New York gezeigt und beim Filmfestival in Zürich mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.


Zum Autor: Alaa al-Aswani wurde 1957 in Ägypten geboren. Er hat das französische Gymnasium in Kairo besucht und in den USA Zahnmedizin studiert. Al-Aswani lebt in Kairo, wo er als Zahnarzt, Journalist und Schriftsteller tätig ist. Er ist in der Oppositionsbewegung "Kifaja" aktiv, die die korrupten Eliten Ägyptens für die Misere im Land verantwortlich macht und damit den Staat und die religiösen Autoritäten herausfordert. Der Jakubijan-Bau (erschienen 2002 in Ägypten) ist al-Aswanis erstes Buch in deutscher Übersetzung. (Foto: Courtesy Lenos Verlag)

Zum Übersetzer: Hartmut Fähndrich, geboren 1944 in Tübingen, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Islamwissenschaft in Deutschland und in den Vereinigten Staaten. Seit 1972 in der Schweiz, seit 1978 Lehrbeauftragter für Arabisch an der ETH Zürich.

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