Die iranische Anwältin und Trägerin des
Friedensnobelpreises Shirin Ebadi ärgert sich im
Interview über "Fundamentalisten der Aufklärung", weil sie im Grunde tyrannischen Regimen wie in Saudi-Arabien in die Hände spielten. Leute wie
Ayaan Hirsi Ali, sagt sie, "stellen die Muslime an Ende vor ein Ultimatum: entweder akzeptiert ihr den Islam und alle Ungerechtigkeiten, unter denen ihr leidet, oder ihr schafft die Religion eurer Väter zugunsten der Demokratie ab. Es ist nicht fair, eine solche Entscheidung zu erzwingen. Ich schlage einen anderen Weg vor - der Islam sollte so interpretiert werden, dass er
mit der Demokratie vereinbar ist. Im Christentum gibt es auch einige Kirchen, die Homosexualität verdammen, und andere, die sie akzeptieren. Sie sind alle Christen, aber interpretieren ihre Religion verschieden. Dasselbe kann auch für den Islam gelten. In einem Land wie
Saudi-Arabien gibt es nicht einmal ein Parlament, während es in
Malaysia eine ziemlich fortgeschrittene Demokratie gibt. Über welchen Islam sprechen wir? Der Islam ist absolut vereinbar mit
Frauenrechten. Die, die anderes sagen,
rechtfertigen im Grunde undemokratische islamische Regierungen."