
Die USA haben mehr Waffen an die
Ukraine geliefert als jedes andere Land. Aber sie haben auch immer wieder Lieferungen neuer Waffen hinausgezögert und die Aussicht auf eine Nato-Mitgliedschaft - auch auf Drängen von Olaf Scholz - verweigert. Die Ukraine hockt derweil in eine Art Limbo, weil sie nie weiß,
wie weit die Unterstützung tatsächlich reichen wird. Das vorläufige Einfrieren aller Ukrainehilfe aufgrund des Putsches einiger rechtsaußen-Republikaner gegen ihren Sprecher bestätigt das nur. Susan B. Glasser hat sich für den
New Yorker mit
Jake Sullivan, dem Sicherheitsberater Joe Bidens, über den schlingernden Kurs der US-Regierung
unterhalten: "Sullivan macht sich offensichtlich große Sorgen darüber, wie sich die Situation entwickeln wird. ... Selbst ein
ukrainischer Sieg würde die amerikanische Außenpolitik vor Herausforderungen stellen, da er 'die Integrität des russischen Staates und des russischen Regimes bedrohen und zu Instabilität in ganz Eurasien führen würde', wie es ein ehemaliger US-Beamten mir gegenüber ausdrückte. Der Wunsch der Ukraine, die
besetzte Krim zurückzuerobern, bereitet Sullivan besondere Sorgen. Er hat die Einschätzung der Regierung zur Kenntnis genommen, dass dieses Szenario das höchste Risiko birgt, dass Putin seine nuklearen Drohungen wahr macht. Mit anderen Worten: Es gibt nur wenige gute Optionen. 'Der Grund für die zögerliche Haltung gegenüber einer Eskalation liegt nicht unbedingt darin, dass sie russische Vergeltungsmaßnahmen für ein wahrscheinliches Problem halten', so der ehemalige Beamte. 'Es ist nicht so, dass sie denken: Oh, wir geben ihnen ATACMS und dann wird Russland einen Angriff gegen die NATO starten. Vielmehr erkennen sie, dass es nicht weitergeht, dass sie einen Krieg führen, den sie
weder gewinnen noch verlieren können.'"
China hat seine
Flotte an Fischereischiffen massiv erweitert - allerdings nicht nur zum Zwecke des Fischens und vor allem zu Lasten der Besatzungen, wie Ian Urbina
zeigt. "Der chinesische Staat besitzt einen großen Teil der Industrie - inklusive rund zwanzig Prozent der Tintenfisch-Schiffe - und kontrolliert den Rest mit der Overseas Fisheries Association. Heutzutage konsumiert die Nation
mehr als ein Drittel des Fisches auf der Welt. Die chinesische Flotte hat auch den internationalen Einfluss der Regierung erweitert. Das Land hat etliche Häfen im Rahmen seiner Belt and Road-Initiative errichtet, ein globales Infrastruktur-Programm, das dafür gesorgt hat, dass China zeitweise der größte Geldgeber für Entwicklungen in Südamerika, Subsahara-Afrika und Südasien ist. Diese Häfen erlauben dem Staat, Steuern zu umschiffen und regulierenden Behörden aus dem Weg zu gehen. Die Investitionen kaufen der Regierung auch Einfluss. 2007 hat China
Sri Lanka mehr als dreihundert Millionen Dollar geliehen, um einen Hafen zu bauen. (Eine Firma im Besitz des chinesischen Staates hat den Auftrag umgesetzt.) 2017 war Sri Lanka, das kurz vor der Rückzahlung des Kredites stand, gezwungen, einen Deal einzugehen, der China Kontrolle über den Hafen und seine Umgebung
für die nächsten 99 Jahre zusichert." Die menschenunwürdigen Bedingungen, unter denen gearbeitet wird, stehen dabei selten im Fokus: "Wie die Boote, die sie beliefern, sind auch die chinesischen Verarbeitungsstätten
auf Zwangsarbeit angewiesen. Über die letzten dreißig Jahre hat die nordkoreanische Regierung ihre BürgerInnen gezwungen, in Fabriken in Russland und China zu arbeiten und neunzig Prozent ihres Einkommens - Summen, die sich auf hunderte Millionen Dollar belaufen - in Konten einzuzahlen, die der Staat kontrolliert. Die ArbeiterInnen sind oftmals stark überwacht und in ihrer Bewegungsfreiheit streng eingeschränkt. Sanktionen der UN verbieten solche Nutzung nordkoreanischer ArbeiterInnen, aber, chinesischen Regierungsschätzungen zufolge, haben letztes Jahr allein in einer nordöstlichen Stadt Chinas rund
80 000 NordkoreanerInnen gelebt."
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