Wer alles über den gegenwärtigen
Islam und seine
Reformierbarkeit erfahren möchte, sollte Max Rodenbecks ausgesprochen lehrreichen
Überblick über die wichtigsten Neuerscheinungen zum Thema lesen. Rodenbeck sieht es derzeit, im
Jahre 1425 nach islamischer Zeitrechnung, gewaltig gären, und so ist für ihn nicht die Frage, ob der Islam reformierbar ist, sondern
wer es macht. "Die Vorstellung von einem
islamischen Staat zum Beispiel, ist zu einem Prüfstein für all die Bewegungen geworden, die den Islam zur zentralen
politischen Identität machen wollen, wie die ägyptische Muslimbruderschaft oder Ayatollahs Khomeinis Anhänger im Iran. Aber wie
Carl Ernst in
'Following Muhammad' zeigt, seinem, gedankenreichen und fein ausbalancierten Buch über den gegenwärtigen Islam, beantwortet der bloße Gebrauch eines Labels nicht die Frage, ob der Islam den Staat oder der
Staat den Islam definieren wird."
Edward R.F. Sheehan
schildert in einer langen Reportage aus den palästinensischen Gebieten, wie die dortige Bevölkerung zusehends auseinander fällt: "Der
Zusammenbruch ziviler und sozialer Dienste, den ich in Nablus sah, ist mal in schwächerem, mal in stärkeren Ausmaß auch in Dschenin, Tulkarem, Kalkilia, Hebron und dem Gazastreifen zu beobachten. Der palästinensische Menschenrechtsaktivist
Bassam Eid schrieb kürzlich in
Haaretz über die wie er sie nannte- "Herrschaft der Gauner". Er beklagte, dass Premierminister
Ahmed Kurei, und Innenminister Hakam Balawi nicht einmal für die
grundlegende Sicherheit der Palästinenser sorgen können. In Tulkarem, behauptete er, dirigieren und organisieren die
Al-Aksa-Brigaden die Ordnung der Stadt.
Sie drohen, sie schlagen und sie töten." Sowohl die Sicherheitsdienste als auch die zivile Administration der Palästinensischen Behörden scheinen machtlos. Als einige von Arafats Ministern im letzten Frühling Dschenin besuchten, ohne Nahrungsmittel und Jobs mitzubringen, wurden sie von den Leuten
mit Steinen beworfen."
Weitere Artikel: In vergangenen Zeiten hat die
CIA Kriege gegen andere Länder geführt,
Geheimfonds unterhalten oder versucht, missliebige
Staatschefs umzubringen. Im Irak hat ein tausend Mann starkes Team es nicht geschafft, Massenvernichtungswaffen zu finden. Der Laden steckt in einer
tiefen Krise, wie Thomas Powers ausführlichst
analysiert. Adam Shatz
begibt sich auf die Suche nach der libanesischen
Hisbollah, dem schiitischen "Staat-im-Staate mit einer Armee von mehreren tausend Mann, einem weitgefächerten sozialen Netzwerk, einem beliebten Satellitenfernsehen mit Namen al-Manar und einem jährlichen Budget von
über 100 Millionen Dollar." Timothy Ferris
wirft einen Blick in die Zukunft der
bemannten Raumfahrt,
und Larry McMurty
freut sich über
Mark Perrys Buch
"Grant and Twain", von dessen Untertitel "The Story of a Friendship That Changed America" man sich nicht abschrecken lassen sollte.