
Es ist kaum zu glauben, aber es leuchtet ein, wenn man den
Artikel Philippe Sansonettis liest: Die Corona-Krise hat auch
positive Aspekte, nämlich in der Hinsicht, dass sie noch vor dreißig Jahren, als sich das Virus bereits genauso hätte verbreiten können,
wesentlich schlimmer ausgefallen wäre. Sansonetti ist Mikrobiologe und Professor am Collège de France. Einer dieser positiven Aspekte ist für ihn "das sehr
ungewöhnliche Tempo, mit dem diese Epidemie in Wuhan zunächst identifiziert wurde, kurz nachdem die Ärzte bizarre Formen der Lungenentzündung festgestellt hatten, von denen einige bereits einen schweren Verlauf genommen hatten. Die Diagnose, die noch vor zehn oder zwanzig Jahren, Wochen,
ja Monate gebraucht hätte, weil man das Virus hätte isolieren und identifizieren müssen, ist durch molekulare Methoden in Tagen, ja Stunden erstellt worden - dank der Fortschritte im '
deep sequencing' der neuen Generation und der
Bio-Informatik. Sie haben es erlaubt, die neue Desoxyribonukleinsäure in den Proben der infizierten Personen festzustellen… Man muss das vergleichen mit den Monaten und Jahren, die vor dreißig Jahren notwendig waren, um
das Aids-Virus zu isolieren, wo man noch mit klassischen Methoden der Virologie vorgehen und das Virus züchten musste."