Magazinrundschau - Archiv

L'Express

109 Presseschau-Absätze - Seite 11 von 11

Magazinrundschau vom 21.05.2002 - Express

In einem Gespräch mit Denis Rosano erzählt George Lucas, wie er während seines Studiums an der Filmhochschule die Filme von Lang, Eisenstein und Kubrick entdeckte. Auf den Vorwurf, sein Kino sei reines Hollywoodkino, antwortet Kubrick: "Obwohl ich selbst etwas ganz anderes mache als Lars von Trier, mag ich die Dogma-Filme. Die Leute, die versuchen, das Kino auf bestimmte Kategorien festzulegen, sind vergleichbar mit denjenigen, die versucht haben, den Impressionisten zu unterstellen, dass ihre Kunst keine Malerei sei."

Auf dem Filmfestival in Cannes hat sich Sophie Grassin nach Frauen im Filmgeschäft umgesehen und Kurzporträts verfasst. Vorgestellt werden die Regisseurin Nicole Garcia, deren Film "L'Adversaire" einer der vier französischen Filme im Wettbewerb ist, die Produzentin Frederique Dumas, die für den Film "No Man?s Land" von Danis Tanovic gearbeitet hat, Antoinette Boulat, Casting-Chefin, sie wählte die Schauspielerinnen für Francois Ozons "Huit femmes" aus, Carole Scotta und Caroline Benjo, beide Produzentinnen, Delphine Gleize, Regisseurin, und Jeanne Lapoir: Sie blickte als Kamerafrau unter anderem für Francois Ozon durch die Linse.

Weitere Artikel: Setzen Sie schon mal die Taucherbrille auf, denn die Bücherschau schlägt diese Woche Wellen und widmet sich allem, was sich auf dem Buchmarkt dem Meer verschrieben hat. Unter den maritimen Büchern: "Des bateaux et des hommes" von Jean Michel Barrault, "Dictionnaire d?histoire maritime" herausgegeben von Michel Verge-Francesci, "Dictionnaire des marins francais" von Etienne Taillmite (lesen Sie hier), "L?archipel des heretiques" von Mike Dash (lesen Sie hier). Benoit Heimermann geht in seinem Buch "Tabarly" dem mysteriösen Verschwinden eines Seemanns nach. Auf Hawaii spielt der Roman "L?hotel des miseres" von Paul Theroux, den Andre Clavel empfiehlt. "Menschen in Scheißhotels" steigen in diesem Roman im "Hotel Honolulu" ab.

Magazinrundschau vom 13.05.2002 - Express

Unter den goldenen Worten "Le President" lächelt Jacques Chirac in Siegerpose auf dem Titelblatt der Sonderausgabe des Express, die sich in dieser Woche den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen widmet. Noch hundert Tage bleiben Chirac bis zu den Parlamentswahlen am 18. Juni 2002, stellt Eric Mandonnet fest. "Wir werden sofort Reformen ansetzten, für die die Franzosen reif sind, nämlich Reformen in den Bereichen Steuern und Sicherheit und noch keine in den Bereichen Rente und Bildung.", sagt Fillon. Der Präsident will sein Volk nicht enttäuschen.

Der Präsident kündigt also Reformen an, aber keineswegs Änderungen der französischen Verfassung. "Man muss diese französische Manie aufgeben, jedesmal wenn es eine Regierungskrise gibt, die Republik verändern zu wollen", ereifert sich Patrick Devedjian, Anwalt und Abgeordneter der RPR. Und weiter: "Wir haben den 'Conseil constitutionnel', der Grundlage eines Rechtsstaates ist. Eine Verfassung hat zu tun mit Kultur, mit Rechtsprechung, mit Zivilisation. Das alles jetzt über den Haufen werfen zu wollen, wäre so, als ob man die Bibliothek von Alexandria niederbrennen wollte!"

Der Express bringt ein langes Porträt des neuen Präsidenten Jacques Chirac. Die Franzosen haben sich nicht geirrt, Chirac vertritt starke demokratische Überzeugungen. Trotzdem hat er schon oft während seiner langen Karriere die Seite gewechselt.

Jacqueline Remy analysiert die Rolle Bernadette Chiracs, die ihrer Meinung nach einen entscheidenden Beitrag zur Wahl des Präsidenten beigetragen hat. Vielleicht, weil sie sich nach wie vor "Bichette" nennen lässt und sogar den Inhalt ihrer Handtasche preisgibt, glaubt Remy.

Denis Jeambar kommentiert die Wahlen und resümiert: "Trotz der Niederlage Le Pens am vergangenen Sonntag, sind die Präsidentschaftswahlen eine politische Tragödie, die Frankreich unterwandert. Wir tanzen noch immer auf dem Vulkan, mit verbundenen Augen und die überraschten Blicke des Rests der Welt sind auf uns gerichtet. Wir haben unsere Grundwerte verraten und sind alle verantwortlich für dieses Verbrechen."

Außerdem: Michel Faure stellt eine neue historische Studie über das Terrorregime Pinochets vor, "Le Dossier Pinochet" von Dominique Rizet und Remi Bellon. Neue japanische Bücher empfiehlt Michel Grisolina. Besprochen werden "Mes annees Picasso" des Journalisten Georges Tabaraud, der mit dem Maler eng vertraut war (die Besprechung finden Sie hier, und die ersten Seiten lesen Sie hier) und "Teen Sprit" von Virginie Despentes, der Autorin des skandalumwitterten Romans "Baise moi" (lesen Sie hier). Der Express versammelt zudem eine Reihe neuer lesenswerter, aber auch einfach schöner Kunstbücher - passend zum schönen Monat Mai.

Und: Wider das Vergessen - auch im Netz: Mit einem interaktiven Training können Sie ihre Neuronen glücklich machen.

Magazinrundschau vom 06.05.2002 - Express

Der "Alptraum Le Pen" lässt die Franzosen nicht los. Der Express bringt mehrere Hintergrundberichte anlässlich der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen. Jerome Dupuis und Romain Rosso haben recherchiert, welche Hintermänner Le Pen den Rücken stärken: "In der kleinen Firma 'Le Pen' findet man Anhänger der ersten Stunde, traditionsbewusste Katholiken, Nostalgiker, die Vichy oder einem französischen Algerien nachhängen, aber zunehmend auch Dreißigjährige und pragmatische Jungunternehmer."

Romain Rosso geht anhand der Studie "Les Cent Premiers de Le Pen a l'Elysee" von Jean-Claude Martinez der Frage nach, wie es in Frankreich aussehen würde, wenn Le Pen Präsident wäre. Über dem gesamten sozialen und politischen Leben würde das ungeschriebene Gesetz stehen: "Die Zugehörigkeit zu einer Nation bekommt man vererbt oder man verdient sie." Gilles Gaetner zeichnet die politische Laufbahn Le Pens nach und versammelt alle politischen Skandale, darunter die sogenannte "affaire du detail": "Ich habe nicht behauptet, dass die Gaskammern nicht existiert hätten", sagte Le Pen, "aber ich glaube, dass dies ein Detail der Geschichte des zweiten Weltkriegs ist." In einer Reportage schildert Romain Rosso die politische Stimmung in Frankreich.

Francois Busnel hat mit Paul Auster über New York, den 11. September und das Schreiben gesprochen. Von dem Verlangen seines Romanhelden David Zimmer, seine Manuskripte nach seinem Tod verbrennen zu lassen, distanziert sich Paul Auster entschieden: "Was mich angeht, bin ich erst mal froh, dass meine Bücher schon veröffentlicht sind. Die Zeit wird entscheiden: Wenn 50 Jahre nach meinem Tod meine Bücher nicht mehr gelesen werden, dann werden sie wie von selbst verschwinden, ohne dass es nötig gewesen wäre, sie zu verbrennen." Solche kafkaesken Gedanken überlässt Auster lieber der Fiktion.

Außerdem: Francois Busnel porträtiert den Autor Gerard Oberle. Er ähnelt seinem Helden, der in seiner freien Zeit am liebsten in barocken Gedichten schmökert, findet Busnel. Michel Grisolia empfiehlt einen Interviewband mit dem Schauspieler Jean-Louis Trintignant, erschienen unter dem meditativen Titel "La Passion tranquille". Dominique Lagarde bespricht die Reflexionen des Historikers und Islamwissenschaftlers Muhammad Talbi über den Islam. Daniel Rondeau lobt noch einmal die Studie "Cioran, Eliade, Ionesco, L?oubli du fascisme". Die ersten Seiten lesen Sie hier. Und für alle, die zu den sogenannten Fußballintellektuellen gehören oder gehören möchten: Der CNRS legt - kurz vor der Fußballweltmeisterschaft - neue wissenschaftliche Untersuchungen zur Frage vor, warum der Ball immer wieder begeistert ins Tor geschossen wird.

Magazinrundschau vom 29.04.2002 - Express

Frankreich ist erschüttert vom Erfolg der extremen Rechten bei dem ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahlen in der vergangenen Woche. Denis Jeambar verleiht in einem offenen Brief an Jacques Chirac seinem Entsetzen Ausdruck. Jeambar stimmt dem Politologen Pascal Perrineau zu, der in seinem Buch über die Front National "Le symptome Le Pen" schreibt: "Die erstaunlichen Wahlerfolge der FN beweisen, dass sich die französische Gesellschaft von einer offenen Gesellschaft in eine geschlossene Gesellschaft verwandelt." Der Brief legt Jacques Chirac nahe, seinen voraussichtlichen Wahlerfolg in der zweiten Runde nicht vorschnell als Sieg zu verstehen. "Der Präsident wird erst in einem zweiten Wahlgang gewählt werden", schreibt Jeambar, "aber gerade der erste zeigt das wahre Gesicht Frankreichs."

Romain Rosso und Sebastien Lebourg zeichnen den Aufstieg Le Pens und die Geschichte der Front National nach. Als Etappensieg deuten sie den Erfolg Le Pens in der ersten Runde. Frankreich muss auch den Parlamentswahlen ängstlich entgegen sehen. Wie Europa auf die französischen Wahlen reagiert hat, dokumentiert der Express in einer Reportage.

Weitere Artikel: Auf dem Filmfestival in Cannes wird dank Jerome Dechamps und Macha Makeieff eine restaurierte Fassung von "Playtime" gezeigt werden. Ihr Anliegen war es, die Leichtigkeit und den Humor Jacques Tatis zu bewahren. Auf Arte ist der Regisseur am 20. Mai in der Rolle des unbeholfenen und liebenswürdigen Monsieur Hulot zu sehen. In seinem Film "Trafic" regelt er das Chaos wie üblich mit Pfeife, Hut, Regenmantel und Hochwasserhose. Außerdem erzählt Olivier Le Naire von einem mythischen Ort mitten in Paris: Der ehemaligen Bibliotheque Nationale in der Rue de Richelieu mit ihrem berühmten "Salle Labrouste", in dem sich schon so manch einer - der dann später auch berühmt geworden ist - den Kopf zerbrochen hat. Die Bibliothek beherbergt allerlei Handgeschriebenes von Pascal, Hugo, Flaubert, Proust oder auch von dem ein oder anderen französischen König. Was in Zukunft mit dem Gebäude und den archivierten Schätzen passieren soll, ist noch offen.

Daniel Rondeau empfiehlt Bücher über Marie-Antoinette, die schon als 15-Jährige den Spiegelsaal in Versailles durchschritt und auf ihre Heiratsurkunde erst mal einen dicken Tintenfleck kleckste. Besprochen wird der Band "Les Maitres censeurs" von Elisabeth Levy. Sie geht darin der Verfolgung französischer Intellektueller nach.

Und: Sabrina Dalanglade hat mit dem Soziologen Manuel Castells über sein Werk "Das Informationszeitalter" (mehr hier) gesprochen. Es scheint so, als hätten die Franzosen nach wie vor ein neurotische Verhältnis zum World Wide Web. Castells vergleicht, inwieweit Frankreich und Amerika diese technische Revolution geprägt haben und resümiert: "Das Internet bedeutet für mich Freiheit. Es ist beeinflusst worden von der liberalen Atmosphäre an den amerikanischen Universitäten. Es versteht sich von selbst, warum die Franzosen zuerst das Minitel bevorzugt haben: Es ist einfach das bürokratischere System."

Magazinrundschau vom 22.04.2002 - Express

Romane von Catherine Breillat, Rafaella Anderson, Catherine Millet, Brigitte Laihaie verkaufen sich in Frankreich und anderswo nach wie vor. Auch auf den Fernsehbildschirmen kann man einen zunehmenden Exhibitionismus beobachten - von Kritikern als Rückkehr zu einer neuen Sensibilität gefeiert, aber auch als vulgär verworfen. Im März diesen Jahres hatte Frederic Beigbeder mit seiner Literatursendung "Des Livres et moi" auf Paris Premiere Aufsehen erregt: Zuschauer und Gäste waren nackt (einen Ausschnitt aus der Sendung finden Sie hier). Renaud Revel erzählt vom Erfolg des Reality-TV in Frankreich, wo ein Remake von Loft Story startet. Noch scheint die Fernsehzuschauer das Banale, die Intimität des Alltags nicht zu langweilen. ARTE geht am 28. Mai in dem Themenabend "Die Glotze spielt verrückt - Fernsehen heute" dem Phänomen des Reality-TV nach.

Der Sendung "Loft Story" widmet auch Alain Finkielkraut in seinem neuen Essayband "L?imparfait du present" ein Kapitel. Andere Themen seiner Analyse unserer modernen Zeit sind: Das Handy, Maurice Papon, der israelisch-arabische Konflikt, General Aussaresse und Renaud Camus.

Francois Busnel lobt die soziologische Studie "La Democractie providentielle. Essaie sur l? egalite contemporaine" von Dominique Schnapper. Es handelt sich, so Busnel, um ein lesenswertes Plädoyer für das kollektive Interesse - ganz in der methodischen Tradition von Pierre Bourdieu stehend.

Weitere Artikel: Der Express hat in dieser Ausgabe auch Musikalisches zu bieten. Anlässlich des Erscheinens seines siebten Albums hat Gilles Medioni den Sänger Jean-Louis Murat in Paris getroffen. Und der Soziologe Alain Quemin hat die Position der modernen französischen Kunst innerhalb der internationalen Kunstszene untersucht. Frankreich ist für die französischen Künstler bedauerlicherweise nicht mehr das, was es einmal war. Wer es als Künstler ganz weit bringen will, sollte seinen Arbeitsplatz unbedingt von Paris nach New York verlegen.

Magazinrundschau vom 15.04.2002 - Express

Olivier Le Naire erzählt, welche rechtlichen Schwierigkeiten auf einen zukommen können, wenn man ein Buch publizieren will. Der Grund? Die Einschränkung der Meinungsfreiheit durch immer mehr Gerichtsverfahren, meinen zumindest einige französische Verlage. Selbst wenn in Frankreich bisher kein Verlag wegen Zensur schließen musste, hatten Rechtsanwälte noch selten so viel zu tun. "Einige Beispiele gefällig? Acht Gerichtsverfahren gegen 'Les freres invisibles' (die unsichtbaren Brüder), wo Ghislaine Ottenheimer unter Nennung von Namen die Macht freimaurerischer Netzwerke nachwies, 23 gegen Antoine Gaudino, der die 'Mafia der Handelsgerichte' beschrieb, Vorladungen in fünf Ländern des Autors Denis Robert und seines Verlegers Laurent Beccaria, die in 'Revelations' (Enthüllungen) Clearstream anzugreifen wagten, eines der mächtigsten und undurchsichtigsten Unternehmen der Welt... 'Wenn die Verfahren derart vervielfältigt werden, steht am Ende die Meinungsfreiheit in Frage', ruft Olivier Rubinstein von den Editions Denoel, der seinerseits das Verbot des Buchs 'Ben Laden - la verite interdite' in der Schweiz beklagt.'" Sind uns ähnliche Klagen aus Deutschland überliefert?

"Der französische Begriff der Nation umfasst heute - ohne dabei Abstammung, Heirat oder Wohnsitz als Ausschlusskriterien anzusehen - so viele Personen wie möglich. Frankreich hat eine Vorreiterrolle gespielt für ganz Europa. Frankreich war das erste Land, das aus der Nationalität ein persönliches Recht gemacht hat. Es war das erste europäische Land, das sich als Einwanderungsland verstand", sagt Patrick Weill im Gespräch mit Christian Makarian. Anlässlich des Erscheinens seines Buches "Qu?est qu?un français?" erzählt Patrick Weill von der Bedeutung der Nationalität für die französische Nation - von 1790 bis heute.

Weitere Artikel: Thierry Gandillot entdeckt drei französische Romane, die den Mai 68 zum Thema haben. Daniel Randeau bespricht den Debütroman "Le Cimetiere des anes" von Patrick Demerin, der als Journalist bei Arte tätig ist. In seinem Roman treffen ein französischer Journalist und ein politischer Aktivist im Kreuzberg der siebziger Jahre aufeinander. Nach zwanzig Jahren sehen sie sich auf einer Insel im ägäischen Meer wieder. Dort, wo die Esel Namen von Philosophen tragen.

Außerdem: Bevor man zur Wahlurne marschiert, sollte man gut informiert sein, findet der Express und stellt anlässlich der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich eine Sammlung von politischen Büchern vor.

Und: In Paris ist die Ägyptomanie ausgebrochen. Der Grund ist die Ausstellung "Les Artistes des Pharaons", die im Louvre zu sehen sein wird.

Magazinrundschau vom 25.03.2002 - Express

Frankreich ist im Wahlkampffieber. Anlässlich der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen muss der Express feststellen: Die Politik ist ein einziges Spektakel und ein undurchschaubares Spiel mit der Macht. "Sind die Wahlen eigentlich nicht eine große Lachnummer? Würde man über die Kanditaten nicht lieber lachen als weinen?", fragt sich Laurence Liban. Zumindest findet dies Christophe Barbier, Regisseur der Amateurtheatergruppe "L'Archicube" und Redaktionsleiter beim Express. Schon im vergangenen Oktober schrieb er deshalb eine Komödie mit dem Titel "La guerre de l?Elysee n'aura pas lieu", die man derzeit in Paris im Theatre Trevise sehen kann. Einen Wahlkampfzirkus veranstaltet auch der Radiosender France Culture mit der Sendung "Polit'Circus" von Jean-Pierre Pelaez. Zum Lesen empfiehlt der Express "100 Ans pour rire" von Hugues Leforestier und die Kolumne "Les Coriaces" von Michel-Antoine Burnier (jeden Dienstag in "La Liberation"). "Wir leben in einer Gesellschaft, die Voraussagen liebt und Unsicherheiten fürchtet. Das Theater und die Hochrechnungen zu den Wahlen spielen darin ihre jeweilige Rolle", sagt Jean-Marc Lech, der Direktor von Ipsos im Gespräch mit dem Express.

Francois Busnel stellt in der Bücherschau die italienischen Bücher vor, die die Franzosen am liebsten lesen. Italien ist der Länderschwerpunkt auf dem "Salon du Livre" in Paris. Buchrezensionen zu den einzelnen Werken von Alessandro Barrico, Andrea Camilleri, Carlo Lucarelli, Antonio Tabucchi und anderen Autoren finden Sie hier. François Busnel bespricht auch den neuen Roman von Nicole Avril "Moi, Dora Maar", die dafür in die Rolle von Picassos Muse geschlüpft ist. Eric Conan stellt eine neue historische Studie zu Konzentrationslagern in Frankreich vor. Das Buch "La France des camps, L?Internement, 1938-1946" von Denis Peschanski basiert auf bisher unveröffentlichtem Archivmaterial.

Außerdem: Wenn Sie schon immer einmal wissen wollten, was Victor Hugo und der Ozean gemeinsam haben, dann besuchen Sie doch die aktuelle Ausstellung der Bibliotheque Nationale de France in Paris.

Magazinrundschau vom 18.03.2002 - Express

"Indem Frankreich die Eliten in Algerien eliminiert hat, hat es das Entstehen einer demokratischen Gesellschaft in Algerien verhindert. Wenn die Jugend heute also hoffnungslos ist, wenn die Stabilität des Landes mit jedem neuen Oberhaupt ins Schwanken gerät, dann bleibt nur eine Sache: die Instrumentalisierung der Religion durch Fundamentalisten. Da sind wir heute angekommen", erklärt die Historikerin Annie Rey-Goldzeiguer in einem sehr langen Interview. Anlass ist das Erscheinen ihres Buchs "Aux origines de la guerre d'Algerie".

Der Express bringt außerdem eine ausführliche Reportage über den Einfluss Silvio Berlusconis auf die italienische Kultur - auf Literatur, Kino und Theater. "Ihm ist Kultur völlig egal", resümiert der Schriftsteller Antonio Tabucchi und weiter: "Die Kultur war von ihrem Wesen her immer der Feind von allen totalitären Systemen, sei es in direkter oder in indirekter Form." Auch die Bücherschau widmet sich in der heutigen Ausgabe Italien. Einzelne Besprechungen finden Sie hier.

Außerdem: Änlässlich der Präsidentschaftswahlen in Frankreich wirft der Express einen Blick auf den Internetauftritt der verschiedenen Kandidaten. Der finanzielle Aufwand ist enorm. Lionel Jospin lässt sich da schon mal auf Video ins Netz stellen.

Und: Eine Woche vor der Eröffnung des Salon du Livre in Paris (22. - 27. März) empfiehlt der Express ein paar gemütliche Buchhandlungen in Paris, ausgestattet mit Couch und Tee - was will man mehr.

Magazinrundschau vom 11.03.2002 - Express

"La Revolution surrealiste" ist eines der größten intellektuellen Abenteuer des 20. Jahrhunderts, meint Werner Spies, der Leiter der gleichnamigen großen Retrospektive im Centre George Pompidou in Paris. Die Ausstellung versammelt 600 Werke, die zwischen 1919 und 1940 entstanden sind und aus verschiedenen Privatsammlungen und Museen der Welt stammen. Mit Bretons und Soupaults Experiment des "Automatischen Schreibens" hat die surrealistische Ergründung des Unterbewußten, des Traums, des Unkontrollierbaren jenseits von Rationalität und Realität begonnen. Doch für so manchen Surrealisten klang das dadaistische Kinderlallen noch immer wie Musik in den Ohren. So bekam die so milde lächelnde Joconde einen Schnurrbart verpasst. Der Täter? Marcel Duchamp. Skandal!

Was man von schönen Frauen zu halten hat, weiß auch der belgische Sänger Arno, wenn er in seinem Lied "Ma femme" folgende Zeilen zum Besten gibt, die in keiner anderen Sprache als im Französischen schöner klingen könnten: "Mon dieu qu?elle est belle/Une vrai menteuse/Pourtant elle a des fesses si delicieuses." Nun gut. Einen ausführlichen Artikel über Arno lesen Sie .

Die Bücherschau hat in der aktuellen Ausgabe den Länderschwerpunkt Amerika: Philippe Coste hat anlässlich des Erscheinens von "Cash Cash" (einen Auszug lesen Sie hier) und "Trompe la mort" (einen Auszug lesen Sie hier) mit den beiden amerikanischen Krimiautoren Ed McBain alias Evan Hunter und Lawrence Block gesprochen. Andre Clavel bespricht den amerikanischen Skandalroman "Ravelstein" von Saul Bellow. Und Pierre Laval wird in einem neuen Buch von Yves Porcher durch die Augen seiner Tochter betrachtet. Die Familie ist eine Fundgrube des Friedens, denn verraten wird man zuallererst von den Seinen - das wissen wir ja.