
Der ungarische Ministerpräsident
Viktor Orbán pries in der vergangenen Woche in zwei Reden (in Brüssel bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und in Budapest bei der Lamfalussy Conference) die Politik des neugewählten US-Präsidenten
Donald Trump. Außerdem griff er die föderalistischen Idee der Europäischen Union an und sprach sich für ein "
Europa der Vaterländer" aus. In der kommenden Woche wird in Budapest der russische Präsident
Putin zum Staatsbesuch erwartet. Zoltán Kovács, Chefredakteur von
Élet és Irodalom meint dazu: "Abgesehen von der Negierung der gesamteuropäischen zivilisatorischen Werte, ist selbstverständlich nichts zu Ende gedacht. Beim Pochen auf die
Freiheit der Nation wird außer Acht gelassen, dass die Selbstbestimmung der Nation nicht bedeutet, dass sie nirgends hingehört, sondern dass sie darüber entscheiden kann, wo sie
hingehören will. Ungarn wollte in den neunziger Jahren zur Europäischen Union gehören. Heute will sich Orbán befreien, doch das Land erhält von der EU
Unsummen von Geldern, sodass es seine Austrittsabsichten nicht einmal zu formulieren wagt. Orbán weiß genau, dass die EU kein unterdrückendes, sondern ein Regeln folgendes System ist, darum erhält das Land den Geldregen, der von den Zuständigen teilweise zweckentfremdet wird. Der
nationalen Selbstbestimmung betreffend: Gegenwärtig wird daran gebastelt, der weltweit ersten Macht im Hinblick auf Okkupationsabsichten und militante Gedanken Einfluss auf Ungarn zu geben: Russland."