
Die Empörung war in Ungarn groß, als dem strammrechten Publizisten
Zsolt Bayer das Ritterkreuz verliehen wurde. Der Philosoph
Gáspár Miklós Tamás gab aus Protest seinen eigenen Staatsorden zurück,
fürchtet allerdings, dass die Verteufelung Bayers dem gleichen Problem entspringt wie die konservative Vorstellung, an den Problemen der Moderne seien die Sozialisten, Angela Merkel oder die Soros-Stiftung schuld: "Bayer ist kein wirklicher Faschist (Faschismus und Nazismus gehören zum zwanzigsten Jahrhundert). Die Weltsicht von Bayer ist
negativ,
aber nicht kritisch ... Damit befriedigt er - wenn auch vielseitiger - dasselbe Bedürfnis wie der
Hass auf Victor Orbán beim Mitte-Links-Lager: Die verständliche Verunsicherung, die Weltwirtschaft und internationale Politik bewirken, wenn sie immer unergründlicher Umwelt, Demografie, Lebensführung, Sexualethik, Arbeitsformen, Siedlungsstrukturen und Kultur beeinflussen, führt er auf eine einzige identifizierbare und personifizierte Ursache zurück."