Der PEN Berlin, der PEN Ukraine und das Ukrainische Institut haben am vergangenen Freitag beim Internationalen Literaturfestival Berlin einen Solidaritätsabend für die Ukraine veranstaltet. Gewidmet war er der SchriftstellerinVictoria Amelina, die 2023 bei einem Raketenangriff ums Leben kam. "Es wurde ein Abend über die Müdigkeit, aus dem man ganz wach herausging", schreibt Gerrit ter Horst im Tagesspiegel. Yevgeniy Breyger, Tanja Maljartschuk und Katja Petrowskaja "rangen sichtlich mit der Frage, was eigentlich die Aufgabe der Literatur im Krieg sei, ihre Antwort besteht darin, auf jeweils unterschiedliche Art das literarische Schreiben aufzugeben. Während Petrowskaja sich der Fotografie zuwandte, Breyger eine Form der dokumentarischen Lyrik entwickelte, fand Maljartschuk ihre neue Rolle als Herausgeberin ukrainischer Literatur: das vorhandene Material verwalten, es vor der Zerstörung bewahren, anstatt neue Sprache in den Raum zu stellen. Die einzige Literatur, die sie noch produzierten, so Petrowskaja und Maljartschuk, seien Nachrufe auf ihre Kolleginnen." PEN-Ukraine-Präsident VolodymyrYermolenko beschloss den Abend: "In einer eindrücklichen Rede berichtete er von den ausgebrannten Geisterdörfern seiner Heimat, beklagte die Abwesenheit der Anwesenheit der anderen und kam über das radikale Böse bei Arendt zu Putin. Dieser führe nicht nur Krieg gegen die Ukraine und den Westen, sondern gegen die Gerechtigkeit selbst."
In der FAZresümiert Kerstin Holm den Abend, das taz-Team liefert verstreute Eindrücke vom Festival.
Bestellen Sie bei eichendorff21!In OzanZakariyaKeskinkılıçs Debütroman "Hundesohn" geht es um einen jungen Homosexuellen, der mit dem Islam und seinem Glauben hadert. Der Roman ist durchaus autobiografisch grundiert, verrät der Schriftsteller im Tagesspiegel-Gespräch mit Özben Önal. In einer Szene des Romans fantasiert sein Protagonist beim Gebet in der Moschee über Analverkehr mit dem Mann, der ihm beim Hinknien den Hintern entgegenstreckt. "Diese Szene fühle ich sehr, weil sie zeigt, wie absurd die Vorstellung ist, ein Raum voller Männer könnte entsexualisiert sein." Diese Passage "wird sehr viele Menschen wütend machen. Aber ich habe dieses Buch nicht geschrieben, damit es von allen Menschen gemocht wird. Das kann auch nicht der Anspruch von Literatur sein. Ich habe viele Jahre gebraucht, um die Stimme in meinem Kopf abzuschalten, die mir sagt: Das darfst du nicht. Ich habe Spaß an dem lyrischen Spiel mit der Sprache und daran, solche Gedanken weiterzuverfolgen. ... Natürlich verstehe ich, dass ich nicht wenige religiöse Menschen mit diesem Buch schocke, aber im Schock kann eineschöneErweckung liegen. Die Freiheit, so zu leben, wie man möchte."
Der Standarddokumentiert die Rede, mit der EvaMenasse die Dachstein-Dialoge in Österreich eröffnet hat. Darin kommt die Schriftstellerin auch auf das Thema Kulturboykott zu sprechen: "Dass der Dirigent LahavShani in Gent ausgeladen wurde, ist strukturell genau das Gleiche wie die Ausladung von Omri Boehm, dem deutsch-israelischen Philosophen, der die Gedenkrede im Konzentrationslager Buchenwald im April nicht halten durfte", findet sie. Zudem grassiere "in Deutschland, dem Land mit der größten palästinensischen Diaspora Europas, eine weitverbreitete Hysterie gegenüber Menschen, die als 'BDS-nah' bezeichnet und damit pauschal als Antisemiten diffamiert werden." Dabei sollte "jede Institution, jedes Festival, jeder Konzertveranstalter frei und ohne Druck entscheiden können, wen er einlädt." Frei und ohne Druck? Das passt gallig gut zu einer Posse im Literaturhaus Uwe Johnsonim mecklenburgischen Klütz. Dessen Leiter Oliver Hintz wendet sich mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit, dass er MichelFriedman auf Druck des Bürgermeisters wieder ausladen musste, wie Matthias Alexander in der FAZ berichtet. Dieser "Streit ... sei von einer langjährigen Mitarbeiterin des Literaturhauses ausgegangen. Solange sie dort tätig sei, habe sie mitgeteilt, werde es keine Lesung mit Friedman geben. Als er, Hintz, sich unbeeindruckt gezeigt habe, habe sie sich an die Stadtpolitik gewendet. Schließlich habe der Bürgermeister ihn angewiesen, Friedman auszuladen, berichtet Hintz. In einem Gespräch sei ihm zur Begründung mitgeteilt worden, dass man Proteste von rechten Kräften befürchte."
Bestellen Sie bei eichendorff21!Weitere Artikel: Für den Standardspricht Jakob Goubran mit dem SchriftstellerEdouard Louis über dessen aktuellen Roman "Absturz". In Frankfurt las PeterSchröderDavidFosterWallace, berichtet Judith von Sternburg in der FR. In der FRgratuliert Konstantin Johannes Sakkas dem SchriftstellerPeterPrange zum 70. Geburtstag. Mathias Mayer erinnert in der FAZ an Schillers Kritik an den Gedichten GottfriedAugustBürgers.
Besprochen werden unter anderem EvaIllouz' Essay "8. Oktober" über das Verhältnis der Linken zum 7. Oktober (ZeitOnline), ChristineWunnickes "Wachs" (FR), LeaYpis "Aufrecht" (NZZ), MelaraMvogdobos "Großmütter" (NZZ), neue Kinderbücher, darunter JudithBurgers und JulieVölks "Opas Herz" (FAZ), sowie ManonGarcias "Mit Männern leben - Überlegungen zum Pelicot-Prozess" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Der AutorFabioStassi ist auf den Spuren von AntonioTabucchi nach Kreta gereist. Der italienische Schrifsteller "liebte Griechenland - rau, essenziell, nur Felsgestein und Jahrhundertbäume, versunken im Mythos, Bergrücken voller Dornengestrüpp, Ziegen, Anis-Honigbrotkringel. Und so sollte auch sein Schreiben sein", schreibt Stassi in "Bilder und Zeiten" der FAZ. Hier "würde ich ihn sehr gerne fragen, was genau er auf Kreta gefunden hat. Ganz sicher, die unmittelbare Verzauberung, die schattigen Pergolen, den Salzgeruch in der Luft. Und mehr noch als das Meer, die Berge, die Wildpflanzen: das Heilkraut der Melancholiker und das der Liebe. Die steilen Felsschluchten, das dunkelglänzende Grün. Und seine Dichter, die von Unglück und Wechselfällen heimgesucht waren, wie NikosKazantzakis, auf dessen Grab geschrieben steht: 'Ich glaube an nichts. Ich erhoffe nichts. Ich bin frei.' Auch er spürte, was es heißt, wie es der Vers der portugiesischen DichterinSophia de Mello Breyner Andresen besagt, 'zur Rasse derer zu gehören, die durch das Labyrinth laufen, ohne jemals den Wollfaden des Wortes zu verlieren".
Weitere Artikel: Roman Bucheli erzählt in einem Longread für die NZZ von AnnemarieSchwarzenbachs letzten Lebensjahren in der Schweiz. Nina Apin berichtet in der taz von den Feierlichkeiten rund um das 80-jährige Bestehen des AufbauVerlags. Michael Hesse spricht für die FR mit KenFollett über dessen neuen Roman "Stonehenge". FR-Kritiker Christian Thomas fügt seiner "ukrainischen Bibliothek" KarlSchlögels"Entscheidung in Kiew" hinzu. In "Bilder und Zeiten" der FAZ erinnert Martin Lhotzky daran, wie DonaldDuck 1969 (in Deutschland im "Lustigen Taschenbuch" in den Siebzigern mit dem Titel "Donald mal ganz anders" dokumentiert, jüngst als dicker Band neu erschienen) zum Superhelden Phantomias und damit zum Rächer der Gedemütigten und Enterbten wurde.
Besprochen werden unter anderem EvaIllouz' Essay "Der 8. Oktober" über den Umgang der Linken mit dem 7. Oktober (NZZ, taz), OzanZakariyaKeskinkılıçs "Hundesohn" (taz), Édouard Louis' "Der Absturz" (Freitag), PercivalEveretts "Dr. No" (taz), FannAttikis "Cave 72" (Presse), JochenSchmidts "Holopoiia" (FR), Rebecca Godfreys und Leslie Jamisons "Peggy" (FAZ) und Heinrich August Winklers Memoiren (WamS).
In der Frankfurter Anthologieschreibt Matthias Weichelt über KerstinHensels "Gruß vom Kaßberg":
"Als ich Kind war fiel die Straßenbahn Um in der Kurve ..."
In der FAZgratuliert Hubert Spiegel dem Literaturkritiker UlrichGreiner zum 80. Geburtstag. Besprochen werden unter anderem MaxGoldts "Aber?" (taz), J.K. Rowlings unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlichter Krimi "Der Tote mit dem Silberzeichen" (NZZ) und Marko Dinićs "Buch der Gesichter" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Josefine Rein porträtiert in der taz die ugandische Schriftstellerin und Anthropologin StellaNyanzi, die sich in den Zehnerjahren mit der Politik und der Justiz in ihrem Heimatland angelegt hat und seit wenigen Jahren im Exil in Berlin lebt. Ihre Strategie im Kampf gegen die Obrigkeiten in Uganda: radikale Unhöflichkeit. "'Wenn ich den Präsidenten nicht mehr mit 'seine Exzellenz', sondern mit 'ein paar Arschbacken' anspreche, durchbreche ich den Bann seiner Autorität', sagt die ehemalige Professorin für Anthropologie. (...) Anstatt ihre Wut über Korruption, Müttersterblichkeit und politische Repressionen zu teilen, ist die Öffentlichkeit vor allem entsetzt über eins: dass eine Frau aus der Kultur der Baganda es wagt, solch schmutzige Wörter in den Mund zu nehmen. Ihre sexualisierte Sprache wird oft als westlich, als unafrikanisch verstanden. Die Autorin widerspricht dieser Annahme: 'Ich verbinde meine Poesie bewusst mit indigenen Traditionen. (...) Auch unsere Großmütter sangen offen über ihre Vaginas.'" Bestellen Sie bei eichendorff21!"Diebstahl" ist der erste Roman von AbdulrazakGurnah seit seiner Auszeichnung mit dem Literaturnobelpreis 2021. Erneut geht es um Sansibar, wo der spätere britische Literaturprofessor und Schriftsteller seine Kindheit noch unter Kolonialherrschaft verbracht hat. "Ich schreibe vor allem über das Gefühl, nicht in Sansibar zu sein", sagt Gurnah im SZ-Gespräch mit Felix Stephan, "wie es sich anfühlt, woanders zu sein und an Sansibar zu denken. Ich glaube, das ist ein sehr zeitgenössisches Phänomen." Dabei "begebe ich mich gedanklich sehr tief hinein. Ich möchte nicht als Außenseiter darüber schreiben (...) und um von innen zu erzählen, muss man von den gemeinsamen Werten dieser Leute sprechen, ihrer Kultur, die den Kolonialismus überlebt hat und die bis heute lebendig ist." Was er schreibt, "kommt aus dem Gedächtnis, aber es verdankt sich auch wirklich dem Prozess, sich während des Schreibens in diese Welt zu versenken. (...) Erinnern also in der Form von: eszure-imaginieren."
Besprochen werden unter anderem LorenzHemickers "Mein Großvater, der Täter. Eine Spurensuche" (NZZ), der neue Band der jährlichen Comicanthologie "Spring" (FAZ.net), T. C. Boyles "No Way Home" (TA), neue Bücher zur Geschichte der frühen Fotografie (FAZ), LeaYpis "Aufrecht" (Zeit) und HeinrichAugustWinklers Memoiren (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Die Shortlist für den DeutschenBuchpreis ist da (alle nominierten Bücher finden Sie hier als Büchertisch in unserem Onlinebuchladen Eichendorff21).
Mit "Die Holländerinnen" von DorotheeElmiger und "Haus der Sonne" von ThomasMelle sehen die meisten Kritiker die Favoriten klar gesetzt. Aber auch die vier weiteren Titel "sind so unterschiedlich und doch auch literarisch jeweils so gekonnt, dass man keinem von ihnen Außenseiterchancen absprechen kann", schreibt Andreas Platthaus in der FAZ. Alle Romane eint das Motiv der "Gewalterfahrung - ob bei dem vor seinem eigentlich fest verabredeten Suizid noch einmal luxuriös umsorgten Protagonisten von Thomas Melle, ob bei der mit den Untiefen der Zivilisation konfrontierten Theatertruppe bei Elmiger, bei Erdmanns Elfjährigem, der den Amoklauf am Erfurter Gutenberg-Gymnasium miterlebt, bei Kicajs mit ihrer Familie dem Kosovo-Krieg entronnener Erzählerin, bei Sironics in einer nahen Zukunft im ökologischen Ausnahmezustand lebenden Mädchen oder bei Wunnickes beiden Frauen aus den letzten Jahren des französischen Ancien Régime, deren eine noch zur Zeugin der Exzesse der Revolutionszeit wird." Und "lesenswert sind diese Bücher" obendrein, "weil jeweils nicht nur die Moral ihrer Geschichte im Fokus steht, sondern auch die literarische Form."
Die Nominierten sind "erstaunlich anspruchsvoll", meint auch Adam Soboczynski in der Zeit. "Dass sie dabei erstaunlich düster sind, spricht ja nicht gegen sie." Das mit der Kunst sieht SZ-Kritiker Felix Stephan nicht ganz so euphorisch: "Alle nominierten Romane nähern sich auf künstlerische Weise Themen von unmittelbar gesellschaftspolitischer Relevanz, für ästhetizistischePoetiken scheint im Moment nicht die Zeit zu sein." Judith von Sternburg knobelt in der FR, wer wohl gewinnen wird, kommt aber zu keinem abschließenden Ergebnis: "Es ist zum Verzweifeln, es ist eine Lust." Über diese Romane kann man bei einer Abendgesellschaft prächtig konversieren, freut sich Björn Hayer im Freitag.
In ihrer Lyikkolumne für den Perlentaucherschreibt Marie Luise Knott über Gedichte von FranLock und ZhengXiaoqiong. Während erstere einen Band mit "Arbeiter:innenklassenpoetik" herausgebracht hat, schreibt letztere in ihrer "Erzählung von den Konsumgütern" für die Wanderarbeiterinnen in China: "Derzeit gibt es In China ungefähr 300 Millionen Wanderarbeiterinnen. Auch Zheng Xiaoqiong, geboren 1980 und aus den Huangma Bergen stammend, ist 2001 als Wanderarbeiterin in die Provinz Guangdong gegangen. In vielen ihrer Gedichte versucht sie, die Sprache derer zu sprechen, die im Leben keine Sprache finden: 'Wir alle haben ein Recht auf Gedichte', sagt sie heute, 'weil sich die Arbeit ohne sie nicht ertragen lässt.'"
Weitere Artikel: Ulrike Baureithel resümiert im Tagesspiegel das Internationale Literaturfestival Berlin. Nadine A. Brügger spricht für die NZZ mit der KrimiautorinIngrid Noll. Björn Hayer (FR) und Lothar Müller (SZ) schreiben zum Tod des LiteraturkritikersHarald Hartung. Lars von Törne begibt sich für den Tagesspiegel anlässlich von 75 Jahren "Peanuts" auf Spurensuche, wann CharlieBrown eigentlich sein Debüt in Deutschland feierte - und kommt zu dem Schluss, dass in der hiesigen Comicforschung gängige Ansichten dazu eher auf Hörensagen beruhen.
Besprochen werden unter anderem MaximBillers Novelle "Der unsterbliche Weil" (online nachgereicht von der Zeit), MarieVieux-Chauvets "Liebe, Wut, Wahnsinn" (FR), MaxGoldts "Aber" (FAZ) und OzanZakariyaKeskinkılıçs "Hundesohn" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Besprochen werden unter anderem LeaYpis "Aufrecht" (Welt), Mieko Kawakamis "Das gelbe Haus" (NZZ), T. C. Boyles "No Way Home" (FR), Hanno Millesis "Zur Zeit der Schneefälle" (Standard), SusanBernofskys Biografie über den SchriftstellerRobertWalser (Tsp) und ThomasMelles "Haus zur Sonne" (Welt). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Der israelische SchriftstellerYishaiSarid kommentiert mit seinen Romanen regelmäßig die israelische Gesellschaft. So auch in seinem aktuellen, "Chamäleon", der den Rechtsruck an einem opportunistischen Journalisten illustriert. "Der Angriff der Hamas und alles, was folgte, haben die israelische Gesellschaft sehr negativ verändert", sagt Sarid im taz-Gespräch gegenüber Till Schmidt. "Als jemand, der hier lebt und nirgendwo anders hin kann, weil dies einfach mein Land ist, ist es sehr schwer, damit klarzukommen. ... Meine Romane haben sich immer schon mit der Psychologie der israelischen Gesellschaft befasst. In 'Monster' etwa habe ich den tiefen Einfluss der Schoah auf unser Denken und Fühlen untersucht. Die Idee von Israel als jüdischem Staat dreht sich darum, dass dieser Staat garantiert, dass wir Juden nicht wieder hilflos sind, dass unsere Kinder nicht abgeschlachtet, entführt und gefoltert werden. Doch weil genau so etwas am 7. Oktober passiert ist, waren die Reaktionen soheftig."
Außerdem: Ronald Pohl liest für den Standard die aktuelle Ausgabe des Schreibheft, das sich in einem Dossier dem SchriftstellerGregor von Rezzori widmet. Petra Ahne resümiert in der FAZ das Internationale Literaturfestival Berlin. Pippo Pollina erinnert in der SZ an den italienischen Schriftsteller GiuseppeFava, der sich in Romanen und Theaterstücken gegen die Mafia richtete und von ihr 1984 ermordet wurde.
Besprochen werden unter anderem KamelDaouds "Huris" (Standard), AnnieErnauxs "Die Besessenheit" (Standard), LeaYpis "Aufrecht" (Standard), PercivalEveretts "Dr. No" (NZZ), MayaRosas "Moscow Mule" (Freitag), die ersten Bände einer neuen Wilhelm-Raabe-Ausgabe (Welt), SusanBernofskys "Hellseher im Kleinen" über RobertWalser (Welt), ChristianBarons "Drei Schwestern" (Welt) und neue Hörbücher, darunter "Die Geschichte des Klangs" von Ben Shattuck (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!"Beide Romane eint der Mut zur Ambivalenz", schreibt Verena Harzer in der taz nach der Lektüre von AntoniaBaums"Achte Woche" und ClaireKilroys"Kinderspiel", die sich auf je unterschiedliche Weise - einmal "nüchtern-analytisch", einmal "mit sprachlicher Wucht" - mit Mutterschaft auseinandersetzen. Gregor Dotzauer ist im Tagesspiegelbegeistert davon, wie begeistert sich der konservative Kulturstaatsminister WolframWeimer beim Auftakt des InternationalenLiteraturfestivalsBerlin von der Eröffnungsrede der linken mexikanischen SchriftstellerinCristinaRiveraGarza zeigte. Julia Hubernagel ist in der taz derweil nicht ganz so begeistert. Ambros Waibel empfieht in der tazSophieRois' in der ARD-Audiothek stehende Lesung von NellZinks Roman "Sister Europe". Der Schriftsteller MosheSakal setzt in "Bilder und Zeiten" der FAZ seinen experimentellen KI-Dialog fort. In der FAZ gratuliert die SchriftstellerinMarionPoschmann ihrer KolleginHiromiItō zum 70. Geburtstag. In der FAZ-Reihe zu 75 Jahre Friedenspreis beugt sich die SchriftstellerinSimoneBuchholz über MargaretAtwoods2017 gehaltene Dankesrede. In "Bilder und Zeiten" der FAZ schreibt Paul Ingendaay über die anhaltende Popularität von ErnestHemingway. Rico Bandle erinnert in der NZZ an den österreichischen SchriftstellerFelixSalten, der 1939 vor den Nazis ins Exil in die Schweiz geflohen ist und dort seine letzte Lebensjahre verbracht hat.
Besprochen werden unter anderem Anthologien zur ukrainischen Literatur (NZZ), der von Ulrich Schmid herausgegebene Band "Ukrainische Literaturgeschichte" (NZZ), AnjaKampmanns "Die Wut ist ein heller Stern" (taz), SylvainPrudhommes "Der Junge im Taxi" (Freitag), CarolineWahls "Die Assistentin" (FR), PercivalEveretts "Dr. No" (TA), DanBrowns neuer Roman "The Secret of Secrets" (Welt) und JoséRizals "Noli me tangere" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologieschreibt Sebastian Böhmer über AlbertVigoleisThelens "Wanderer ohne Ziel":
"Wie bin ich Wanderer ohne Ziel und ohne Zuversicht - Kein Licht ..."
Die FAZ dokumentiert die Rede, mit der die mexikanische SchriftstellerinCristinaRiveraGarza gestern das Internationale Literaturfestival Berlin eröffnet hat. Stefan Müller-Doohm blickt für die FR auf das Verhältnis zwischen ThomasMann und TheodorW. Adorno. Andreas Platthaus (FAZ) und Christine Knödler (SZ) schreiben Nachrufe auf die Bilderbuchkünstlerin Jutta Bauer. Der Tages-Anzeigermeldet die Nominierten für den Schweizer Buchpreis, darunter NelioBiedermanns"Lázár" und DorotheeElmigers"Die Holländerinnen".
Besprochen werden EmmanuelCarrères bislang nur in Frankreich erschienener Roman "Kolkhoze", für den SZ-Kritikerin Johanna Adorján dem Autor von Herzen den ihm bislang vorenthaltenen PrixGoncourt wünscht, SvealenaKutschkes "Gespensterfische" (online nachgereicht von der FAZ), NelioBiedermanns "Lázár" (Standard) und neue Sachbücher, darunter MichiStrausfelds "Die Kaiserin von Galapagos. Deutsche Abenteuer in Lateinamerika" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Eva-Sophie Lohmeier traut dem Feuilleton-Hype um NelioBiedermanns Roman "Lázár" nicht. Detailliert führt sie auf 54books durch das Buch und listet Schwächen auf, die ihr bei der Lektüre begegnet sind: "So paradieren sie an einem vorbei, die Personen, diePenisse, dieJahre; Tauben fallen in dunkler Vorahnung tot vom Himmel, Juden verschwinden, Schlösser, Familienmitglieder kommen abhanden." Aber worum geht's dabei, fragt sie sich. "Am ehesten wird hier wohl von der Belesenheit eines jungen Autors erzählt, der sich im üblichen Kanon auch wirklich ganz gut auskennt und eine Menge Anspielungen einfügt, in denen beflisseneRezensenten ihr jüngeres Selbst und ihre Belesenheit gespiegelt sehen. Wie die Hymnen auf ein Buch voller schiefer Bilder, prätentiöser Sprache und halbverdauter Lektüre zustande kommen, ist wohl außerdem auch mit einer Faszination für die Familiengeschichte des Autors zu erklären. Die meisten Autoren haben leider weniger schillernde Adelshintergründe, andere sind Frauen, daher stellt sie niemand unter Genieverdacht."
Weitere Artikel: Marlene Knobloch porträtiert für die Zeit die New Yorker EssayistinFran Lebowitz, die sich in ihrer seit 30 Jahren anhaltenden Schreibblockade ganz gut eingerichtet hat. Zelda Biller erzählt in der Zeit von ihrem Besuch im CaféNilus, das sich in TelAviv zum Schriftstellertreff entwickelt hat. Jakob Ballhausen berichtet in der FAZ vom Literaturfestival, das der SchriftstellerDinçerGüçyeter nun zum zweiten Mal im Nettetal veranstaltet hat. In den Actionszenen der Weltliteratur erinnert Erhard Schütz daran, wie dem japanischen SchriftstellerMoriÔgai im Deutschen Kaiserreich einmal der Kragen platzte.
Besprochen werden unter anderem AbdulrazakGurnahs "Diebstahl" (online nachgereicht aus der LitWelt), DanielaStrigls "Zum Trotz. Erkundung einer zwiespältigen Eigenschaft" (NZZ), VolkerKutschers "Westend" (taz), UsamaAlShahmanis "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" (FR), RobertSeethalers und Rattelschnecks Comic "Trotteln" (FAZ.net), VerenaKeßlers "Gym" (Zeit), ChristinaFonthes Debütroman "Wohin du auch gehst" (FAZ) und PeterWawerzineks "Rom sehen und nicht sterben" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
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