Bestellen Sie bei eichendorff21!Eva-Sophie Lohmeier traut dem Feuilleton-Hype um NelioBiedermanns Roman "Lázár" nicht. Detailliert führt sie auf 54books durch das Buch und listet Schwächen auf, die ihr bei der Lektüre begegnet sind: "So paradieren sie an einem vorbei, die Personen, diePenisse, dieJahre; Tauben fallen in dunkler Vorahnung tot vom Himmel, Juden verschwinden, Schlösser, Familienmitglieder kommen abhanden." Aber worum geht's dabei, fragt sie sich. "Am ehesten wird hier wohl von der Belesenheit eines jungen Autors erzählt, der sich im üblichen Kanon auch wirklich ganz gut auskennt und eine Menge Anspielungen einfügt, in denen beflisseneRezensenten ihr jüngeres Selbst und ihre Belesenheit gespiegelt sehen. Wie die Hymnen auf ein Buch voller schiefer Bilder, prätentiöser Sprache und halbverdauter Lektüre zustande kommen, ist wohl außerdem auch mit einer Faszination für die Familiengeschichte des Autors zu erklären. Die meisten Autoren haben leider weniger schillernde Adelshintergründe, andere sind Frauen, daher stellt sie niemand unter Genieverdacht."
Weitere Artikel: Marlene Knobloch porträtiert für die Zeit die New Yorker EssayistinFran Lebowitz, die sich in ihrer seit 30 Jahren anhaltenden Schreibblockade ganz gut eingerichtet hat. Zelda Biller erzählt in der Zeit von ihrem Besuch im CaféNilus, das sich in TelAviv zum Schriftstellertreff entwickelt hat. Jakob Ballhausen berichtet in der FAZ vom Literaturfestival, das der SchriftstellerDinçerGüçyeter nun zum zweiten Mal im Nettetal veranstaltet hat. In den Actionszenen der Weltliteratur erinnert Erhard Schütz daran, wie dem japanischen SchriftstellerMoriÔgai im Deutschen Kaiserreich einmal der Kragen platzte.
Besprochen werden unter anderem AbdulrazakGurnahs "Diebstahl" (online nachgereicht aus der LitWelt), DanielaStrigls "Zum Trotz. Erkundung einer zwiespältigen Eigenschaft" (NZZ), VolkerKutschers "Westend" (taz), UsamaAlShahmanis "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" (FR), RobertSeethalers und Rattelschnecks Comic "Trotteln" (FAZ.net), VerenaKeßlers "Gym" (Zeit), ChristinaFonthes Debütroman "Wohin du auch gehst" (FAZ) und PeterWawerzineks "Rom sehen und nicht sterben" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Im Welt-Gespräch mit Martina Meister erzählt der SchriftstellerKamelDaoud vom zermürbenden Druck, der nicht nur von Algerien aus immer wieder auf ihn ausgeübt wird und der sich seit der Auszeichnung mit dem Prix Goncourt für seinen Roman "Huris" auch noch einmal verstärkt hat. Und zwar "weil ich eine Ausnahme bin. Weil ich mich nicht auf das Spiel des Postkolonialismus einlasse. Weil ich den Islamismusanprangere. Weil ich auf die Lage in der arabischen Welt hinweise. Weil ich die Unterdrückung der Frauen nicht ertrage. Bei 'Huris' ... hatte ich drei Gruppen gegen mich: Die Islamisten, die für die Massenverbrechen verantwortlich sind. Das Regime, weil es nur überleben kann, wenn es den Hass gegen Frankreich schürt und die ehemalige Kolonialmacht für alles verantwortlich macht. Und die Intellektuellen des Postkolonialismus, die finden, dass ich vom falschen Krieg erzähle, vom Bürgerkrieg, nicht vom Befreiungskrieg. ... Mir wird gern vorgeworfen, dass mich der Westen fasziniert. Ich antworte dann: Ja. An dem Tag, wo Menschen in Schlauchbooten in Marseille aufbrechen, um nach Algerien zu gelangen, ändere ich meine Meinung." Bereits im März hat Perlentaucher Thierry Chervel mit Daoud gesprochen.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Giorgia Grimaldi ärgert sich in der taz über die Häme, die insbesondere auf Social Media (auch aufs Feuilleton zielt Grimaldi eher diffus, allerdings herrscht dort nach unserem Eindruck eher Zurückhaltung, siehe auch hier, aber auch in unseren Buchnotizen) über der SchriftstellerinCarolineWahl und ihr aktuelles Buch "Die Assistentin" ausgegossen wird. "Eine Frau, die schon mit dreißig ungeniert Ferrari oder andere Flitzer fährt und damit nicht hinterm Berg hält, die protzt und in Zukunft noch mehr will, da schlottern vielen die Knie. Ja, mächtige Frauen machen Männern Angst. Aber, noch schlimmer: Auch Frauen machen ferrarifahrende Frauen Angst. Der überwiegend weiblich angeführte Lynchmob auf Social Media ist das beste Beispiel dafür, dass Frauen noch immer an der vom Patriarchat auferlegten Scham und Zurückhaltung festhalten, wenn es um Geld geht, während jeder mittelmäßig erfolgreiche Mann einen Sportwagen fährt."
Esther Slevogt und Janis El-Bira bringen im Blog der Nachtkritik Notizen vom Sommerfest im Literarischen Colloquium Berlin, wo Suhrkamp seinen 75. Geburtstag feierte und auch RainaldGoetz eine Lesung aus seinem neuen Stück "Lapidarium" hielt. Gewidmet ist es Franz-XaverKroetz. "Goetz, der sich so plötzlich wie überraschend auf seine bayerischen Schreibahnen besann, mitten am Wannsee. Als er dann kurz noch eine Erstausgabe von HerbertAchternbuschs 'Hülle' von 1969 in Lamettarot aus der Tasche zog, da konnte man sich auch am Starnberger See wähnen, irgendwann in den 1980er Jahren. Aber dann promotete Goetz seinen sehr schönen Instagram-Account mit einem langen Text-Zitat und man kam wieder in der Gegenwart an. Er habe sich nicht getraut, schreibt er dort heute, die auf der abschüssigen Wiese 'lagernden' Zuhörer zu fotografieren. Wir waren bei ihm mutiger - aber er ist ja auch berühmt, derGoetz."
Weiteres: "Perfide" findet es Annekathrin Kohout im taz-Kommentar, dass "Selbstschreibende zunehmend beweisen müssen, dass ihre Texte menschengemacht sind". Dirk Schümer erinnert in der Welt an JaroslavHašeks "Die Abenteuer des guten Soldaten Švejk im Weltkrieg".
Besprochen werden unter anderem AbdulrazakGurnahs "Diebstahl" (FR), SonjaM. Schultz' DDR-Punk-Roman "Mauerpogo" (Tsp), LeifRandts "Let's Talk About Feelings" (NZZ), KaśkaBrylas "Mein Vater, der Gulag, die Krähe und ich" (Standard), LeonEnglers "Botanik des Wahnsinns" (FR), UsamaAlShahmanis "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" (taz), DanBrowns "The Secret of Secrets" (ZeitOnline) und LiviadeStefanis "Trauben schwarz wie Blut" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!Die Kulturkritik ist zum zahnlosen Tiger geworden, der sich ins ungesalzen Lauwarme flüchtet, statt mal ordentlich auf den Tisch zu hauen und mit Leidenschaft ein Urteil zu vertreten. So jedenfalls Philipp Bovermanns in der SZ geäußerter Befund, nachdem er die Kritiken zum neuen Roman von Caroline Wahl und Ulf Poschardts so "denkfauler" wie "seichter" Kulturbetriebsabrechnung "Shitbürgertum" gelesen hat. "Wohin ist die Energie entwichen? Wo sind (...) die empörtenVerrisse von Caroline Wahls derzeit vielstimmig besprochenem neuen Buch 'Die Assistentin'? Oder die Jubelchöre? Ist doch super, ließe sich beispielsweise argumentieren, dass eine junge Autorin sich traut, sich frei zu machen von den Zwängen eines geriatrischen Literatursystems und seinen Manieren. (...) Etliche Stimmen der Kulturöffentlichkeit und der Literaturkritik hielten sich mit klaren Urteilen zurück. Stattdessen begleiteten sie das Phänomen neugierig bei seinem Zug durchs Land, sorgsam darauf bedacht, nur ja nicht von oben herab darüber zu sprechen. (...) Zu viele Felder werden kampflosgeräumt, aus Angst, elitär zu wirken."
Zelda Biller blickt sich für Zeit Online im literarischen Underground zwischen Wien und Hamburg um - und erblickt dort unter jungen Literaten eine irritierende Melange aus unbekümmertemRechts-Links-Schriftstellertum. Im Wiener Literaturkeller "Erdstall" etwa, der sich zwar links gibt, sind auch neurechteAutoren aus dem einschlägigen Umfeld zu Gast. Oder es liest dort der Schriftsteller JensWinter, vor kurzem journalistisch noch eher antideutsch unterwegs, heute beim rechtspopulistischen Portal Nius als Autor tätig. Auch andere Bündnisse werden geschmiedet: SebastianSchwaerzel etwa "sei ein großes literarisches Talent, fuhr der Linksradikale fort", mit dem Biller ins Gespräch gekommen ist, "und ein guter Freund, obwohl er ein Rechter sei. Rechts, links, rechts,links - mein Kopf begann sich langsam zu drehen, ich dachte an berühmte Wendehälse der deutschen Geschichte, an Mohler und Mahler, und fragte mich: Warum führt der Weg fast immer nur in die eine Richtung? (...) Links und rechts. Ich erinnere mich an ein Zitat" des Verlegers Ledio Albani, "das ich neulich in einem Schwaerzel-Porträt im Falter gelesen und angestrichen habe: 'Links und rechts sind für die junge Generation keine Kategorien mehr', sagte Albani dort. Und diese Generation wolle er erreichen."
Außerdem: Gerhard Gnauck erzählt in der FAZ von seiner Begegnung mit dem ukrainischen Autor Andrij Ljubka in Warschau. Chris Melzer plaudert für den Tagesspiegel mit Bestseller-AutorDanBrown. Roman Bucheli spricht für die NZZ mit dem früheren Unternehmer BenediktWeibel über dessen Literaturbegeisterung. Ute Scheub und Konrad Melchers schreiben in der taz zum Tod der SchriftstellerinRuthWeiss. Tilman Krause schreibt in der Welt einen Nachruf auf den Literaturwissenschaftler HansgeorgSchmidt-Bergmann.
Besprochen werden unter anderem Cristina Rivera Garzas "Lilianas unvergänglicher Sommer" (Standard), die Neuausgabe von GertiTetzners "Karen W." (FR), PaulTherouxs "Burma Sahib" (FAZ) und JensHarders Comic "Gamma" (Tsp). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Andreas Platthaus schreibt in der FAZ einen Nachruf auf den Literaturwissenschaftler HansgeorgSchmidt-Bergmann. Besprochen werden unter anderem VickiBaums "Ausgewählte Werke" (FR), ThomasMelles "Haus zur Sonne" (Welt), OksanaMaksymchuks "Tagebuch einer Invasion" (taz), LeifRandts "Let's Talk About Feelings" (Standard, online nachgereicht aus der LitWelt), AnnaPrizkaus "Frauen im Sanatorium" (Freitag), HelmutLethens "Stoische Gangarten, Versuche der Lebensführung" (Tsp), Pier VittorioTondellis "Getrennte Räume" (online nachgereicht von der FAS) und Marko Dinićs "Buch der Gesichter" (Standard). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Samantha Schweblin. Foto: Stefan KlüterIn einem "Vorwort" stellt Angela Schader die argentinische Autorin Samanta Schweblin vor, deren Erzählband "Das gute Übel" demnächst erscheint: Schon der Titel ist ein "Nahkampf der Worte und Werte", ein Hinweis auf das, was den Leser erwartet: "Keine Patentrezepte werden in Samanta Schweblins Büchern offeriert, sondern Variationen der Verstörung, mit denen die Leserin, der Leser selbst zurande kommen muss. Was macht ein eher schüchterner Jugendlicher aus dem Drang, anderer Leute Köpfe auf den Asphalt zu hauen, wenn sie ihm zu nahe treten? Wie zieht sich ein Mann aus der Affäre, wenn seine betagten, etwas eigenwillig gewordenen Eltern nackt durch den Garten seiner Ex-Frau tanzen und deren Pudel auf eine Art in ihr munteres Treiben einbeziehen, die dem Tier nur wenig behagt? ... 'Als Erzählerin halte ich stets Ausschau nach dem, was mir unbekannt ist - nach dem, was eine Leerstelle in meinem Bewusstsein besetzt', sagt sie im Gespräch mit Guadalupe Gerardi von der Review 31. 'Was mir in den Sinn kommt, wenn ich vom Unbekannten rede, das sind die obskuren Schatten ebenso wie das schimmernde Licht von allem, was uns umgibt, das wir aber noch nicht wahrzunehmen gelernt haben. Was ich hier meine, ist das Unbekannte, nicht das Fantastische. Das Unbekannte, das wirklich existiert und sich irgendwo versteckt.'"
Die Literaturgeschichte steckt voller Männerfreundschaften, aber "nur selten liest man in einem Roman die Beschreibung einer Freundschaft zwischen Frauen", lautet CécileWajsbrots Befund in der von "Bilder und Zeiten" der FAZ dokumentierten Rede zur Eröffnung des Via Nova Kunstfests Corvey. Die Schriftstellerin greift damit einer Beobachtung auf, die ViriginaWoolf bereits 1928 getroffen hat. "Beinahe hundert Jahre später und mit einer gestiegenen Anzahl schreibender Frauen sind wir nicht viel weiter. In den beschriebenen Freundschaften zwischen Frauen - zum Beispiel in 'L'Invitée' (auf Deutsch 'Sie kam und blieb') von Simone de Beauvoir - geht es eher um Einflussnahme. Oder um die Ambivalenz einer Verliebtheit. Der rote Faden in Elena Ferrantes Roman 'Meine geniale Freundin' ist tatsächlich die Freundschaft zwischen Elena und Lila von der Kindheit bis zum Alter. Aber verdankt sich der Welterfolg des Romans nicht zum Teil genau der Tatsache, dass die Freundschaft zwischen zwei Frauen eine Premiere ist oder zumindest eine Seltenheit und dass der Modus dieser Freundschaftsdarstellung in Ansätzen einem entspricht, den die literarische Tradition im Überfluss verhandelt, nämlich der Rivalität? So weckt die Neuheit des Themas Neugier, ohne zu sehr zu verstören."
Weitere Artikel: MargaretAtwood hat auf das Verbot ihres Romans "Der Report der Magd" in einer kanadischen Bibliothek mit einer auf Twitterveröffentlichten, satirischen Kurzgeschichte reagiert, meldet Nadine A. Brügger in der NZZ. Lara Fritzsche plaudert in der SZ mit der SchriftstellerinAndreaPaluch unter anderem darüber, wie es ist, dass ihr Ehemann RobertHabeck nun aus der Politik ins Privatleben zurückkehrt. In der FAZ erinnert Christiane Pöhlmann an den heute vor hundert Jahren geborenen, italienischen SchriftstellerAndreaCamilleri. Und Nadine A. Brügger erinnert in der NZZ daran, wie MaryShelley in einer Sturmnacht am Genfer See "Frankenstein" ersinnt. In "Bilder und Zeiten" (FAZ) stellt Jakob Ballhausen die LiteraturzeitschriftRadar vor, die seit 2010 ihre Artikel gleichzeitig auf Deutsch,UkrainischundPolnisch veröffentlicht. Der Schriftsteller MosheSakal setzt seinen experimentellenKI-Dialog fort. Ernst Herb spürt dem Einfluss nach, den die WeimarerKlassik über JoséRizal auf die Literatur und Gesellschaft Manilas ausgeübt hat. Und Stefana Sabin erinnert an die "wilden Xenien", mit denen Goethe und Schiller seinerzeit mit der Gesellschaft und dem Literaturbetrieb abrechneten.
Besprochen werden unter anderem LeifRandts "Let's talk about feelings" (taz), DanielaDanz' Lyrikband "Portolan" (FR), DanielGanzfrieds "Erich" (FAZ), MarieHermansons Krimi "Im Finsterwald" (taz), AndreasMolitors Biografie über HermannGöring (FAZ), AbdulrazakGurnahs "Diebstahl" (LitWelt), NelioBiedermanns "Lázár" (FAS), und LinaSchwenks "Blinde Geister" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
In der Frankfurter Anthologieschreibt Jan Röhnert über MahmoudDarwishs "In Jerusalem":
"In Jerusalem, ich meine in der Altstadt laufe ich von einer Zeit zur anderen ohne Erinnerung ..."
Die FAZ bringt die Übersetzung eines unter dem Pseudonym BorisKlad veröffentlichten Statements eines russischen Schriftstellers zum Stand der Literatur in Russland: Noch vor wenigen Jahren war diese frei, seufzt er. Heute herrsche dumpfe Repression - zahlreiche Bücher, auch Übersetzungen aus dem Ausland, erscheinen nur noch mit reihenweise geschwärzten Zensurbalken im Text, selbst Fantasy-Romane würden attackiert, wenn ihre Analogien zu offensichtlich werden. Freiheit genieße man als kritischer russischer Schriftsteller nur noch im Exil: "Diejenigen, die in Russland blieben, gingen in die innereEmigration. Einige beendeten ihre Projekte, andere verkleinerten sie. Doch es gelang ihnen nicht, sich zu verstecken. ... Der Großteil der intellektuellen Literatur, die konfisziert und mit Geldstrafen belegt wird, steht auf keiner Verbotsliste. Diese Repression folgt dem Prinzip 'Das ist fremd'. Zumal in den Regionen sind kleine Läden eine leichte Beute für Sicherheitskräfte, die 'ihre Vorgaben erfüllen' müssen. ... Heute scheint es mir am besten, zu schweigen. Jedenfalls sollte man sich nicht am russischen Literaturprozess beteiligen, denn egal, welche Richtung man einschlägt - es gibt dort nur verschiedene Arten der Erniedrigung."
Weiteres: Michael Wurmitzer fragt sich im Standard, wer die SchriftstellerinCarolineWahl eigentlich ist. Für 54booksbeugt sich Gerrit Wustmann über PeterStraubs unvollendeten Roman "Wreckage". Besprochen werden unter anderem Luis Rubys Neuübersetzung von ClariceLispectors "Die Passion nach G. H." (online nachgereicht von der FAZ), FangFangs "Blume Vollmond" (NZZ), PeterWawerzineks "Rom sehen und nicht sterben" (FR) und Jehona Kicajs "ë" (FAZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Bestellen Sie bei eichendorff21!In der Perlentaucher-Kolumne "Wo wir nicht sind" stellt Benita Berthmann den einzigen Roman des Argentiniers Jorge Barón Biza vor, "Die Wüste und ihr Samen". Er erzählt vom Säureattentat des Vaters auf Jorges Mutter, vom Leben danach, den Operationen und den Veränderungen ihres Gesichts: "Erst dadurch, dass der Sohn als unmittelbarer Beobachter spricht, wird wirklich deutlich, dass ein solches Trauma sich unmöglich auf die Personbegrenzt, die es am eigenen Leib erlebt. Die Tat des Vaters und ihre Auswirkungen sind ansteckend für alle, die eine emotionale Beziehung zu ihm haben und sein Sohn hat sie ganz bestimmt, trotz der Gewalt, der Brutalität, die diese Beziehung nur komplexer und verworrener machen. Vielleicht wählt Mario auch deshalb eine Sprache, die nicht gefühlsbetont agiert, sondern das sich verändernde Gesicht der Mutter analysiert wie ein Kunsthistoriker oder ein Geologe. Die derart verschobene Erzählweise soll den Raum zurückholen, den die emotionale Nähe zum Geschehen verbaut hat."
Andreas Platthaus sorgt sich in der FAZ um die Zukunft der "AnderenBibliothek", nachdem publik wurde, dass die beim Aufbau Verlag erscheinende Reihe künftig auf die Hälfte eingedampft wird, der bisherige Herausgeber RainerWieland deshalb das Boot verlassen hat und die Auflagen in den letzten dreizehn Jahren um mehr als die Hälfte gesunken sind, während der Preis sich im selben Zeitraum verdoppelt hat. Das Jubiläum der 500. Veröffentlichung wird aufgrund der neuen Veröffentlichungspolitik schon mal um ein Jahr verzögert "und mit wem man auch spricht außerhalb der Aufbau Verlage: Alle fürchten, dass just dieser Markstein dann zum Schlussstein der legendären Reihe als eigenständige Institution erklärt werden könnte."
Weitere Artikel: Leon Lindenberger erzählt in einer Reportage für die Zeit von seinem Besuch bei der JamesJoyceFoundationin Zürich, in deren Lesezimmer sich Joyce-Aficionados zum Leseclub treffen. Katrin Hörnlein spricht für die Zeit mit der LyrikerinAmandaGorman, die gerade ihr neues Bilderbuch "Girls on the Rise" veröffentlicht hat. Iris Radisch wirbt in der Zeit fürs Lesen. Ebenfalls in der Zeit freut sich Jolinde Hüchtker, dass die Popsängerin DuaLipa mit ihrem Youtube-Leseclub anspruchsvolle Literatur an ihre Fans vermittelt (mehr zu Dua Lipas Leseclub bereits hier). Michael Freund staunt im Standard darüber, wie prophetisch CarlBarks in seinem Donald-Duck-Klassiker "Der goldene Helm" von 1952 davon erzählt, wie die US-Demokratie durch eine Monarchie ersetzt wird.
Besprochen werden unter anderem KaterinaPoladjans "Goldstrand" (taz), LeifRandts "Let's talk about feelings" (FR, SZ), Sergej Lebedews "Die Beschützerin" (NZZ) und NinoHaratischwilis Essaysammlung "Europa, wach auf!" (online nachhgereicht von der taz). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Besprochen werden unter anderem DanNadels Biografie über den ComiczeichnerRobertCrumb (NZZ), Michael Cunninghams "Ein Tag im April" (FR), DavidFoenkinos "Das glückliche Leben" (Standard), Dorothee Elmigers "Die Holländerinnen" (FAZ) und FerdinandvonSchirachs "Der stille Freund" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Die Welt hat das Figaro-Gespräch mit Sabeha Sansal ins Deutsche übertragen, aus dem wir bereits an dieser Stelle zitiert haben. Josephine Bewerunge berichtet in der FAZ vom Poetenfestin Erlangen. Petra Ahne erinnert in der FAZ an eine auch unter tätiger Mitwirkung von TheodoreRoosevelt befeuerte Kontroverse in den USA des frühen 20. Jahrhunderts darüber, wie man über Tiere schreiben sollte. Marc Reichwein präsentiert die Welt-Sachbuchbestenliste - auf Platz Eins: GötzAlys Studie "Wie konnte das geschehen? Deutschland 1933 bis 1945", aus dem wir an dieser Stelle zahlreiche Leseproben präsentieren.
Besprochen werden unter anderem SylvieSchenks "In Erwartung eines Glücks" (Standard), TanjaPaars "Am Semmering" (Standard) und AlexanderKluges "Sand und Zeit. Bilderatlas" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
Petra Schellen spricht für die taz mit der SchriftstellerinInger-Maria Mahlke. Sylvia Staude porträtiert in der FR den Bergen-Enkheimer StadtschreiberJoséF. A. Oliver. Manfred Rebhandl spricht für den Standard mit der Schriftstellerin JacquelineKornmüller über deren Roman "6 aus 49". Besprochen werden unter anderem LeifRandts "Let's Talk About Feelings" (online nachgereicht von der FAS), NelioBiedermanns "Lázár" (NZZ), FerdinandvonSchirachs "Der stille Freund" (Welt), KarstenKrampitz' "Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung" (online nachgereicht von der FAS), neue Krimis, darunter JonathanCoes "Der Beweis meiner Unschuld" (FAZ), und AnnieErnauxs "Die Besessenheit" (SZ). Mehr in unserer Bücherschau ab 14 Uhr.
BuchLink: Aktuelle Leseproben.
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