Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Film

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 18.05.2022 - Film

Gestammel, Gefuchtel und Kunstblut: In "Coupez!" lässt Cannes es spritzen

Michel Hazanavicius' Zombiekomödie "Coupez" (die ursprünglich mal "Z (Comme Z)" hieß, was nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und dem "Z", das die russische Propaganda als Symbol benutzt, eilig geändert wurde) über einen Regisseur, der einen Zombiefilm dreht, hat gestern Abend die Filmfestspiele von Cannes eröffnet - so überwältigend ist der Film (oder die Frist bis zur Deadline so kurz), dass die Kritiker ihre Berichte vor allem mit Strandbeobachtungen und Festival-Trivia füllen. Hazanavicius hält sein Publikum im übrigen für die erste halbe Stunde ziemlich zum Besten, schreibt David Steinitz in der SZ: Denn zunächst sieht man erstmal "den kompletten versauten Zombiekurzfilm", sodass man "sich fragt, in welchem Schwachsinnsspektakel man denn jetzt gelandet ist", bevor Rückblenden und Rückblenden in Rückblenden den eigentlichen Film erzählen - "ein gewagtes dramaturgisches Manöver für einen Eröffnungsfilm. Denn die Zuschauer in Cannes sind gnadenlos." Zwar liefert "Coupez!" dann noch "ein paar absurde und komische Szenen. Ein Riesenknaller ist er allerdings nicht."

Über weite Strecken ist ein "mäßig blutiger, mäßig lustiger Film" zu sehen, seufzt Hanns-Georg Rodek in der Welt, dem die ständigen Verschachtelungen des Films am Ende fast zu viel werden. Immerhin: Ganz am Ende schlummert in dieser Matroschka-Film doch noch "eine vergnügliche Hommage an alles Mögliche, an die Filmgeschichte, an das Film-im-Film-Genre und sogar an das frühe Fernsehen der 1950er." Hilft alles nichts, findet ein ziemlich angeödeter Andreas Kilb in der FAZ: "Die Komödie, die in diesem Triptychon steckt, ist noch deutlich erkennbar, aber sie geht in Gestammel, Gefuchtel und Kunstblut unter." Im Standard ist Dominik Kamalzadeh gespannt auf Marie Kreutzers  österreichischen Film "Corsage", einer Neuverfilmung von Sisis Leben. Tim Caspar Boehme von der taz äußert sich nicht zum Eröffnungsfilm, aber zu interessanten Problemen mit dem elektronischen Buchungssystem und dass Cannes Wegwerfflaschen verboten hat.

Außerdem: Radio Free Europe meldet, dass die iranische Filmemacherin Mina Keshavarz verhaftet wurde und im Gefängnis sitzt. Aurelie von Blazekovic schreibt in der SZ zum Tod des Schauspielers Rainer Basedow. Besprochen werden Leander Haußmanns "Stasikomödie" (online nachgereicht von der FAS), Ti Wests Slasherfilm "X" (Presse) und die Arte-Doku "Wir sind keine Puppen" (FAZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.05.2022 - Film

Heute beginnt das Filmfestival in Cannes. Hollywoods "Streaming-Euphorie" aus der Hochphase der Pandemie ist vorbei, bemerkt David Steinitz in der SZ. "Alle haben gemerkt, dass Filme ohne Festival- und Kinoauswertung, ohne rote Teppiche und Premierenpartys und die Berichterstattung, die das alles nach sich zieht, meistens im Streaming-Sumpf absaufen." Und da Netflix gerade erstmals schrumpft, dämmert auch den klassischen Streamern, "weshalb sich in der Filmbranche gerade eine wiedererwachte Kinoliebe und eine große Sehnsucht nach dem analogen Glamour von Cannes diagnostizieren lässt". Was sich auch an der beeindruckenden Liste der Stars ablesen lässt, die an die Croisette kommen: Léa Seydoux, Tom Cruise, Julianne Moore, Tom Hanks, Kristen Stewart, Tilda Swinton, Idris Elba, Michelle Williams, Viggo Mortensen, Anne Hathaway, Anthony Hopkins und Louis Garrel.

"Mariupolis 2" von Mantas Kvedaravičius © RR


"Das Weltkino scheint erneut mit geballten Kräften vertreten", freut sich Tim Caspar Boehme in der taz - noch mehr erwartet er aber einen Festivaljahrgang im Zeichen des Krieges: "Die Aufnahmen des litauischen Dokumentarfilmers Mantas Kvedaravičius, die dieser in Mariupol drehte, bevor er Anfang April in russische Gefangenschaft geriet und getötet wurde, sind von seiner Partnerin Hanna Bilobrova, die ihn während der Dreharbeiten begleitete, außer Landes gebracht worden. Zusammen mit der Cutterin Dounia Sichov hat Bilobrova das Material geschnitten. 'Mariupolis 2' wurde vom Festival nachträglich ins Programm aufgenommen." Weitere Schlaglichter auf den aktuellen Konflikt versprechen Filme von Sergei Loznitsa und Kirill Serebrennikow.

Dass es in diesem Jahr nun auch endlich wieder Partys in Cannes geben darf, nimmt FR-Kritiker Daniel Kothenschulte nach zwei Pandemiejahren erfreut zur Kenntnis - auch wenn ihm beim Gedanken zu feiern, während in der Ukraine Bomben fallen, etwas mulmig wird. "Umso wichtiger wird es sein, die Wirklichkeit nicht auszusperren." Doch alles in allem zeigt sich Cannes mal wieder "als Bastion der Leinwandkunst, und das Programm wirkt wie ein Manifest dazu", schreibt der Kritiker und freut sich insbesondere auf die neuen Filme von Kelly Reichardt und Claire Denis.

Besprochen werden Julian Radlmaiers marxistische Vampirkomödie "Blutsauger" (Welt, mehr dazu hier und dort), Peeter Rebanes "Firebird" (Tsp, taz, unsere Kritik hier) und die Netflix-Serie "Anatomy of a Scandal" (FR).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.05.2022 - Film

Jörg Seewald resümiert in der FAZ das Dokfest in München. Besprochen wird die auf Sky gezeigte Schweizer Krimi-Serie "Tschugger" (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 14.05.2022 - Film

Im Filmdienst spricht Julian Radlmaier über seine marxistische Vampir-Komödie "Blutsauger" (aktuell hier bei Artechock besprochen, sowie hier unser erstes Resümee). Woher rührt dessen Interesse am Theorie- und Formen-Steinbruch des früheren Ostblocks? Radlmaier erzählt von einer nachträglichen Faszinationsgeschichte im Kontrast zu seiner westdeutschen Kindheit in den Achtzigern. "Dennoch war es mehr als ein Exotismus, weil ich auch das dazugehörende Kino entdeckt habe, das mich sehr beeindruckt hat. Inhaltlich hat mich das Versprechen, das es dort in der Sowjetunion einmal gab und das so brutal und schmerzhaft verraten worden ist, durchaus berührt", aber auch "nicht zu vergessen: mit was für einem Erbe lebt man heutzutage?" Aus diesem Grund "tauchen immer die Salon-Bolschewisten in meinen Filmen auf, die den Kommunismus rein ästhetisch betrachten, die die Leiden ausblenden, aber auch den egalitären Anspruch lieber auf Distanz halten. Fast wie die 'blaue Blume' der Romantik, eine schöne Utopie, aber zum Glück möglichst wenig konkret ausformuliert. ... Dieses Paradox interessiert mich."

Weiteres: Patrick Holzapfel verneigt sich im Filmdienst vor dem Schauspieler Rüdiger Vogler, der heute 80 Jahre alt wird. In der FAZ gratuliert Dietmar Dath dem Regisseur Robert Zemeckis zum 70. Geburtstag.

Besprochen werden Pan Nalins "Das Licht, aus dem die Träume sind" (Artechock, mehr dazu hier), Sam Raimis "Doctor Strange 2" (Artechock, Red Letter Media), die Apple-Serie "Die Schlange von Essex" (FAZ) und Marie Noëlles "Heinrich Vogeler" (SZ).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.05.2022 - Film

Eine ausklingende Pandemie und wachsender Konkurrenzdruck: Netflix schrumpft erstmals. Kein Grund zur Häme, findet Barbara Schweizerhof im Freitag: "Das Verhältnis von Streamingdienst und Kino kam in der Debatte nie anders als das einer erbitterten Konkurrenz vor. Genau dieses Schema aber erweist sich als das große Manko der Diskussion auch hierzulande, wo jetzt die Kinos vor der bangen Frage stehen, ob es eine Rückkehr zur vorpandemischen Besucher-Normalität geben wird. Für den Großteil der Filmliebhaber*innen macht der kategorische Gegensatz zwischen Streamen und Kino schon länger keinen Sinn mehr. Es wäre schön, wenn die Branche selbst von dieser Sichtweise profitieren könnte."

Rein formal ist zwar nichts daran auszusetzen, wenn internationale Produktionen wie Sebastian Meises "Große Freiheit" (mehr dazu hier) und Pablo Larraíns "Spencer" (unsere Kritik) für den Deutschen Filmpreis nominiert sind - in beiden Produktionen steckt deutsches Geld. "Auf den deutschen Film werfen die Nominierungen allerdings ein zweifelhaftes Licht, weil sich die Branche mit falschen Federn schmückt", findet Andreas Busche im Tagesspiegel. "In Cannes beziehungsweise Venedig, wo die Filme ihre Weltpremieren erlebten, wurden weder 'Große Freiheit' noch 'Spencer' als deutsche Filme rezipiert." Dieser "kritische Blick auf 'nationale' Kategorien hat dabei wenig mit chauvinistischem Dünkel zu tun. Er zeigt vielmehr, dass die deutsche Branche zwar gut darin ist, den Filmstandort zu bewerben, aber diese Investitionen wenig nachhaltig auf die einheimische Produktion umgeschlagen werden."

Außerdem: Lukas Foerster (Presse) und Dominik Kamalzadeh (Standard) empfehlen dem Wiener Publikum die erste Ausgabe des "Red Lotus"-Festivals, das asiatisches Genrekino präsentiert. Auf ZeitOnline würdigt Nils Markwardt "GZSZ"-Bösewicht Wolfgang Bahro. Besprochen werden

Ulrike Frankes und Michael Loekens Dokumentarfilm "We are all Detroit - Vom Bleiben und Verschwinden" (Perlentaucher, Freitag), Peeter Rabanes "Firebird" (Perlentaucher), Eline Gehrings und Sara Fazilats Spielfilmdebüt "Nico" (SZ) sowie Julian Radlmaiers "Blutsauger" (Zeit, mehr dazu bereits hier).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.05.2022 - Film

Eine "geologische Ästhetik": "This Rain Will Never Stop" von Alina Horlowa

Bert Rebhandl empfiehlt dem Wiener Publikum im Standard einen Schwerpunkt zum Filmland Ukraine im Filmarchiv Austria. Das ukrainische Kino habe sich 2014 nicht nur sehr ins europäische Kino integriert, sondern auch sich im Innern differenziert "und zwar auch ein bisschen unter der Hand der Filmbehörden, die durchaus regierungsfeudal geführt wurden. ... Auch in der Ukraine gibt es Fraktionen, die das Filmschaffen vor allem am Auslands-Oscar messen, während sich aber neue Talente bemerkbar machen konnten, darunter nicht wenige Frauen: Natalija Woroschbyt (mit ihrem Donbass-Drama 'Bad Roads'), Kateryna Hornostaj (die mit 'Stop-Zemlya' einen der besten Jugendfilme aus dieser Periode gemacht hat), Iryna Zilyk (auch sie beschäftigt sich in 'The Earth is Blue as an Orange' mit der Situation im Osten des Landes). Dazu wäre mit Alina Horlowa noch eine weitere Regisseurin zu zählen, die mit 'This Rain Will Never Stop' eine ungewöhnliche, man könnte fast sagen: geologische Ästhetik für den Fall eines jungen Syrers gefunden hat, den eine komplizierte Familiengeschichte zuerst nach Luhansk, dann nach Kiew und später nach Deutschland, schließlich über die Türkei zurück nach Syrien führte."

Besprochen werden Julian Radlmaiers "Blutsauger" (SZ, Freitag, Tsp, mehr dazu bereits hier), Eline Gehrings Rassismus-und-Karate-Film "Nico" (Tsp, ZeitOnline, taz), Michael Loekens und Ulrike Frankes Dokumentarfilm "We are all Detroit" (taz, Welt, SZ), Sabine Derflingers Dokumentarfilm über Alice Schwarzer (NZZ, Standard), Pan Nalins "Das Licht, aus dem die Träume sind" (SZ, mehr dazu bereits hier), die Abenteuer-RomCom "The Lost City" mit Sandra Bullock und Channing Tatum (taz) sowie Sam Raimis "Doctor Strange 2" (critic.de). Außerdem verrät uns die SZ, welche Filme sich diese Woche wirklich lohnen.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.05.2022 - Film

Auf der Suche nach einer Formensprache des politischen Kinos: "Blutsauger" von Julian Radlmaier

Mit "Blutsauger" greift der Berliner Filmemacher Julian Radlmaier die Vampir-Allegorie in Marx' "Kapital" auf und schließt mit seiner im Jahr 1928 spielenden, sehr artifziellen Komödie an die große Tradition des politischen Filmemachens an, schreiben die Kritiker. Im Verbund mit Radlmaiers vorangegangenen Filmen zeichnet sich hier "ein sehr origineller Neuansatz im Ausgang von klassischen Formeln eines linken, agitatorischen Kinos ab, das sich im 20. Jahrhundert noch sehr darum bemüht hatte, selbst revolutionäre Avantgarde zu sein und mit intellektueller Montage die Erkenntnisprozesse des Proletariats gleich vorwegzunehmen", schreibt dazu Bert Rebhandl in der FAZ. "Man würde allerdings fehlgehen, wenn man 'Blutsauger' einfach als einen leicht frivolen Abgesang auf alle Versuche sehen wollte, politisch etwas festzumachen." Daniel Moersener führt in der taz durch die Begriffs- und Allegoriegeschichte des Vampirs. Radlmaiers Film stellt vor diesem Hintergrund "einen sehnsüchtigen Versuch dar. Den, im deutschen Film eine eigenwillige Formsprache, eine politische Haltung und ein Bekenntnis zum Kino zusammenzudenken, keines der drei Elemente die anderen verstellen zu lassen."

Kein Plot, aber jede Menge Heimsuchung: "Weathering Heights" von Hannah Wiker Wikström

Die Kurzfilmtage Oberhausen sind nach zwei rein digitalen Jahrgängen wieder mit Publikum vor Ort tätig, nicht ohne dabei auch den digitalen Arm des Festivals zu vernachlässigen, berichtet Silvia Hallensleben in der taz, die sich vor allem die Retrospektiven im Programm angesehen hat. Bert Rebhandl zeigt sich in der FAZ angenehm verwirrt von Hannah Wiker Wikströms Experimentalfilm "Weathering Heights", der mit dem Großen Preis der Stadt Oberhausen ausgezeichnet wurde (hier alle Auszeichnungen des Festivals). Wer auf einen Plot hofft, "geht mit Erwartungen an eine Arbeit heran, in deren Enttäuschung ein Gutteil der Magie dieses rätselhaften Meisterwerks liegt. Eine Viertelstunde lang könnte man den Eindruck bekommen, in ein 'haunted house' versetzt worden zu sein. ... Da versucht anscheinend jemand eine Heimsuchung abzuwehren, die aus der Freiheit des filmischen Erzählens selbst zu kommen scheint, ein lastender Druck aus Unbestimmtheit." Einen zweiminütigen Ausschnitt aus Film gibt es auf Vimeo.

Gut findet FR-Kritiker Daniel Kothenschulte die Entscheidung der Kurzfilmtage, russische Filme nicht wieder auszuladen. So "trafen im Wettbewerb ein russischer und ein ukrainischer Beitrag aufeinander. Ob es ein Zufall ist, es sich bei beiden Beiträgen um dystopische Visionen handelt, wenn auch wenn die Beklemmung, die sie vermitteln, auf einer metaphorischen Ebene spielt? 'The Wind Probably' des Ukrainers Yuri Yefanov lässt in matten Neonfarben einen Mann auf seine Heimatstadt am Rande einer Apokalypse blicken. Das russische Regieduo Alexandra Karelina und Ivan Yakushev hält sich dagegen in seiner semiabstrakten Arbeit an Dostojewskis fantastisch-philosophische Erzählung 'Bobok', deren Ich-Erzähler auf einem Friedhof die Toten belauscht."

Außerdem: Der für 2023 angekündigte "Barbie"-Film mit Margot Robbie könnte ein feministisches Statement werden, mutmaßt Johanna Montanari im Freitag. Alexander Lindh blickt in der taz zurück auf 30 Jahre "GZSZ". Besprochen werden David Tebouls Dokumentarfilm "Freud über Freud" (Jungle World), die auf Disney+ gezeigte Serie "Oussekine" (taz) und die Apple-Serie "Shining Girls" mit Elizabeth Moss (Freitag).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.05.2022 - Film

Der Zauber analoger Kinotechnik: "Das Licht, aus dem die Träume sind" (Neue Visionen)

Geradezu neidisch blickt Welt-Kritiker Hanns-Georg Rodek auf die Protagonisten in Pan Nalins "Das Licht, aus dem die Träume sind": Indische Dorfbewohner, die erstmals der Magie des Kinos und der bewegten Bilder erliegen. In all dem naiven Staunen über die gute alte Kinotechnik, die Nalin in Szene setzt, erfindet der Filmemacher "das Kino praktisch ein zweites Mal. ... Es ist, im allerursprünglichsten Sinne, die Hingabe an ein Zaubermedium, erzählt mit einer unschuldigen Naivität." Anders als geplant, musste der Farbrausch des Films zwar mit digitalen Mitteln erstellt werden, aber, verrät der Regisseur dem Kritiker, "wir haben alte italienische Technicolor- und alte russische Lomo-Linsen auf unsere modere Arriflex-Kamera gesetzt". Selbst gestandene Kameramänner glaubten nach der Premiere, einen auf Analogmaterial gedrehten Film vor sich zu haben, erzählt Nalin nicht ohne Stolz.

Außerdem: Im Tagesspiegel gratuliert Andreas Busche dem Filmemacher Hartmut Bitomsky zum 80. Geburtstag. Besprochen wird Mike Meyers Netflix-Serie "The Pentaverate" (Welt).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.05.2022 - Film

Sehr schade findet es Ralf Krauthausen in einem Essay für ZeitOnline, dass behinderte Menschen im Film "meist ziemlich bemitleidenswerte und passive Figuren darstellen. ... Ich habe genug von darstellender Kunst, bei der Figuren mit Behinderung in Plots geraten, in denen sie immer wieder nur als passive Charaktertests für die nichtbehinderten Protagonisten dienen." Vor allem aber vermisst Krauthausen behinderte Menschen an den Schauspiel-Hochschulen, wo sich diesbezüglich wenig tut: "Eine Offensive täte not; schon allein, um mehr Bewerbungen zu erhalten."

Weitere Artikel: Stefan Sonntagbauer schaut sich für den Standard in der Welt des österreichischen Horrorfilms um. Auf FAZ.net gratuliert Heike Hupertz dem Regisseur Matti Geschonneck zum 70. Geburtstag.

Besprochen werden Apichatpong Weearasethakuls "Memoria" mit Tilda Swinton (Tsp, unsere Kritik) und David Tebouls Dokumentarfilm über Sigmund Freud (taz, ZeitOnline).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 07.05.2022 - Film

Patrick Holzapfel verneigt sich im Filmdienst vor Tilda Swinton. In der NZZ fasst Andreas Scheiner die Schweizer Diskussionen um ein "Lex Netflix" zusammen, nach dem der Streamer dazu verpflichtet wäre, vier Prozent seines Streaming-Umsatzes in der Schweiz in Schweizer Produktionen zu investieren. Im Artechock-Kommentar freut sich Rüdiger Suchsland beim Blick auf den Offenen Brief an Olaf Scholz, "dass hier endlich einmal Filmemacher in der ersten Reihe stehen". Dass das Blockbusterkino sich derzeit auffallend häufig Paralleluniversen widmet, könnte auch mit der sich abzeichnenden Klimakatastrophe zu tun haben, glaubt Tim Caspar Boehme in der taz. Sedat Aslan führt für Artechock durchs Programm des Münchner DOK.Fests. In einer "Langen Nacht" des Dlf Kultur widmet sich Martina Müller dem Filmemacher Max Ophüls.

Besprochen werden Apichatpong Weerasethakuls "Memoria" mit Tilda Swinton (FAS, Artechock, unsere Kritik hier), RP Kahls "Als Susan Sontag im Publikum saß" mit Saralisa Volm (SZ) und Julian Radlmaiers "Blutsauger" (Jungle World).