Der
Axel-Springer-Verlag, im vergangenen Jahr noch in den roten Zahlen, kann zunächst
aufatmen, wie das Börsenblatt
berichtet. Während der Medienkonzern damals noch mit 198 Millionen Euro in den Miesen steckte, wurde bereits im ersten Halbjahr diesen Jahres ein
Überschuss von 72 Millionen Euro erwirtschaftet. Grund für die zunächst positive Entwicklung: Die Umsatzrendite konnte um
4,3 Prozent gesteigert werden. Die Buchumsätze dagegen bereiten dem Verlag noch gravierende Probleme. Sie seien zwar "entgegen dem Markttrend stabil" geblieben, doch von einer positiven Bilanz ist die Buchsparte noch weit entfernt. Ob mit der leichten Erholungsphase die Verlagsgruppe
Ullstein Heyne List über den Berg ist, bleibe jedenfalls noch abzuwarten, so das Börsenblatt. Trotz erfolgter Restrukturierungsmaßnahmen innerhalb der Buchsparte, die zu einer erheblichen Besserung der Finanzlage führte, schließe Vorstandschef
Mathias Döpfner den
Verkauf der Buchsparte nach wie vor nicht aus.
Auf
Erfolgskurs befindet sich hingegen die
Thalia Holding. Die Tochter des Hagener Douglas-Konzerns erhielt den Zuschlag für die
Amadeus-Filialen in Österreich und hat damit beste Chancen, Marktführer unter den Buchhändlern im deutschsprachigen Raum zu werden, wie das Börsenblatt verkündet.
Das
Einladungsprogramm der
Frankfurter Buchmesse für ausländische Verlage, die sich einen Stand nicht leisten können, hat schon Tradition: Auf mittlerweile 30 Jahre kann die vom Auswärtigen Amt und in diesem Jahr erstmalig auch vom niederländischen Prinz-Claus-Fund geförderte Aktion zurückblicken. Das Börsenblatt interviewt dazu
Peter Ripken, Consultant der Buchmesse, und hakt nach, welchen Nutzen die Förderung sowohl für die betroffenen Verlage als auch für die Buchmesse selbst birgt. Die eingeladenen Verlage könnten hier "gute Kontakte" knüpfen, erklärt Ripken. Und die Buchmesse selbst profitiere von der "Chance zu erfahren, wie und in welche Richtung sich
andere Buchmärkte entwickeln". Außerdem trage das Einladungsprogramm dazu bei, dass "der Anspruch der Messe, Plattform für Büchermenschen
aus der ganzen Welt zu sein, ein bisschen wahrer wird". Auch der neue Schwerpunkt
"Bridges für a world divided" soll Fragen erörtern, die "nicht nur uns Abendländer interessieren", so Ripken. (Nähere Informationen zum Förderprogramm und
Kontaktadressen finden sich
hier.)
Einige Haken weist der
Gesetzentwurf zum Urheberrecht noch auf, der eigentlich die Bedürfnisse der
Informationsgesellschaft stärker berücksichtigen sollte. Das
monieren der Börsenverein und der VdS Bildungsmedien. So laufen die Regelungen für den
Versand digitaler Medien durch Bibliotheken der EU-Richtlinie zuwider, glauben beide Verbände. Außerdem könnten Wissenschafts- und Zeitschriftenverlage Nachteile davontragen, weil die Regelung "ein echtes Investitions- und
Innovationshemmnis" darstelle. Die Forderung der Kritiker besteht daher darin, "dass das Herstellenlassen von
digitalen Kopien durch Dritte nicht zugelassen werden ", sowie ein juristischer Rahmen die Unterscheidung zwischen analogen und digitalen Kopien gewährleisten soll. Auch die Festlegung der kostenfreien Verwertung von Werken für Medien und Forschung wird kritisiert. Die Verbände befürchten, dass damit eine Beeinträchtigung der Schulbuch-, Fach- und Wissenschaftsverlage bis hin zur "Existenzgefährdung" einhergeht.
Mit den Folgen der
Flutkatastrophe beschäftigen sich gleich mehrere Artikel im Börsenblatt. Obwohl das Thema sich langsam schon wieder aus den Medien schleicht, zeigt sich die
Buchhändler-Abrechnungs-Gesellschaft (BAG) immer noch sehr engagiert. Mit individueller Hilfe in Form von Geldspenden, Rabatten und Patenschaften greift sie den geschädigten Buchhändlern tatkräftig unter die Arme. Auch Verlage lassen die Händler in Not nicht hängen. Einige liefern portofreien Ersatz für Exemplare, die den Wassermassen zum Opfer fielen, oder gewähren äußerst hohe Rabatte. Einen Überblick über die wichtigsten Regelungen zum
arbeitsmarktpolitischen Sonderprogramm, das die Bundesregierung für die arbeitslos gewordenen Flutopfer in die Gänge gebracht hat, liefert das Börsenblatt ebenfalls.
Weitere Meldungen: Die
Eichborn AG meldet einen
Umsatzrückgang von 18,5 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2001. Gar nicht gut sieht es für die Universitätsbuchhandlung
UniBuch Heidelberg aus: Die Geschäftsführer mussten zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres
Insolvenz beantragen: "Verhandlungen mit potenziellen Käufern sind bereits angelaufen",
teilte die Kanzlei des Insolvenzverwalters dem Börsenblatt mit. Die beiden Barsortimente KNO / KV und Libri haben
beschlossen, den Betrieb und die Weiterentwicklung der
Deutschen Bücherdatenbank einzustellen: Es haben sich einfach nicht genug Verlage beteiligt.