Leonhard Dobusch
berichtet auf
Netzpolitik über den Kampf des
Wissenschaftsverlags Elsevier, der wegen seiner exorbitanten Preise von vielen Unis und Bibliothken gemieden wird und sich anders als seine Konkurrenten keinem
Open-Access-Arrangement fügen will, gegen sogenannte "
Schattenbibliotheken" wie Sci-Hub, wo sich viele wissenschaftliche Artikel finden lassen. Der Gebrauch von Sci-Hub hat sich bei Forschern weitgehend durchgesetzt, so Dobusch: "Unter den Sci-Hub-Nutzenden plagt jedenfalls kaum jemand ein schlechtes Gewissen. In einer in
Sciencemag veröffentlichten Umfrage bekannten knapp
90 Prozent von über 10.000 Befragten, dass sie es nicht falsch fänden, illegal kopierte Artikel herunterzuladen. Und: über ein Drittel nutzt Sci-Hub bisweilen auch dann, wenn Zugang über die Bibliothek vorhanden gewesen wäre. Die Piratebay für Forschung punktet nämlich auch unter
Usability-Gesichtspunkten."
Oppositionelle in Hongkong und Weißrussland, aber auch Terroristen und Verschwörungstheoretiker nutzen zur Kommunikation gern die App
Telegram. Jenni Thier
erklärt in der
NZZ, warum und erklärt dabei gleichzeitig, warum sich
Segen und Fluch der sozialen Medien nicht trennen lässt: "Was
Telegram als Messenger-Dienst attraktiv macht, sind neben den verschlüsselten Nachrichten die
großen Gruppenchats und sogenannten Kanäle, die es etwa bei
Whatsapp nicht gibt. Der zu
Facebook gehörende Messenger limitiert seine Gruppenchats auf 256 Mitglieder - bei
Telegram sind bis zu 200 000 erlaubt.
Telegram-Kanäle, die ähnlich wie Blogs funktionieren, haben
keine Beschränkung der Teilnehmerzahl. Einer oder mehrere Administratoren können dort Beiträge posten, die - anders als in Gruppenchats - nicht direkt kommentiert werden können. Und im Gegensatz zu anderen Plattformen wie
Facebook oder
Twitter löscht
Telegram nur Inhalte wie Urheberrechtsverletzungen - nicht aber Meinungsäußerungen oder (vermeintliche) Falschnachrichten."