Die
Diversitätsindustrie setzt allein
in den USA jährlich Milliardenbeträge um, nur verbucht sie kaum nennenswerte Erfolge, notiert Jörg Wimalasena in der
Welt: "Dennoch halten die Konzerne meist an den Maßnahmen fest. Kein Wunder, denn sie dienen als
PR-
Instrument, um sich
woken Investoren, Medien und Konsumenten als progressiv zu präsentieren. Echte Veränderungen in der Unternehmenskultur will man in vielen Fällen eher nicht. Während die größten Unternehmen in den USA ganz überwiegend Diversity-Programme unterhalten, legen laut einer Erhebung des Informationsportals
Just Capital zum Beispiel nur 43 Prozent der 100 größten US-Firmen ihre
Gehaltsstruktur bezogen auf die Ethnie ihrer Mitarbeiter offen. Ein paar
Diversity-
Trainings sind offenbar billiger als eine kräftige Lohnspritze oder eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Beschäftigte aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Der Versandriese
Amazon, der ebenfalls mit Diversitätsprogrammen wirbt, kämpft zum Beispiel erbittert gegen Gewerkschaftsbewegungen vor allem schwarzer Mitarbeiter in Versandzentren, die sich organisieren und für bessere Arbeitsbedingungen eintreten. Auch das US-Arbeitsrecht spiegelt die Schieflage zwischen identitätspolitischen Tugend-Demonstrationen und Arbeitsbedingungen wieder. In vielen Bundesstaaten gibt es
keinen Kündigungsschutz, wer allerdings
Diskriminierung nachweist, kann seine Entlassung anfechten."
Auf
ZeitOnline beantwortet Johannes Schneider die Frage nach dem
Umfrageerfolg der AfD unter anderem mit einen Artikel des Sozialpsychologen
Jonathan Haidt, der bereits im Mai 2022 unter dem Titel "
Why the past 10 years of American Life have been so uniquely stupid" in
The Atlantic erschien und die
sozialen Medien für die
Krise der Demokratien verantwortlich macht: "Laut Haidt sind die entscheidenden Bindungskräfte von erfolgreichen Demokratien allgemein vertrauenswürdige Netzwerke, starke Institutionen und geteilte Erzählungen. Alle drei seien durch den Siegeszug sozialer Medien geschwächt worden. Die Folge: '
Wir sind desorientiert, unfähig, die gleiche Sprache zu sprechen oder die gleiche Wahrheit zu erkennen." Während frühere Zeiten mit seriösen Medien wie dem
Völkischen Beobachter oder der
Prawda operierten
Viel hält der Literaturwissenschaftler
Robert Harrison, der 2014 das Buch
"Ewige Jugend" veröffentlichte, nicht von der jungen Generation, wie er im
Welt-Gespräch mit Hannes Stein deutlich macht: "Ich bin kein großer Fan der jungen Generation, denn sie wähnt sich auf der Seite der Engel. Aber die menschliche Natur trägt immer sowohl das Engelhafte als auch das Diabolische in sich. Es ist schön, zu sagen, dass man sich um den
Klimawandel Sorgen macht, aber wie viel konsumierst du täglich? Wie viel CO2 bläst du in die Luft? Der junge Durchschnittsamerikaner fährt viele Meilen mit seinem Auto, nimmt Flugzeuge, duscht heiß, schaltet seine Klimaanlage ein - und wenn man all das zusammenrechnet, kann die Erde nur eine,
höchstens zwei Milliarden Menschen verkraften, die so viel konsumieren. Bist du gewillt, junger Amerikaner, auf deine heißen Duschen zu verzichten und die Klimaanlage abzuschalten?"