
Der große Russland-Historiker
Robert Conquest empfiehlt Geoffrey Hoskings Buch
"Rulers and Victims": "Gibt es eine Chance für Russlands nie ganz ausgelöschte, überlebende und sich immer wieder neu belebende
Aufklärung? Fünf Generationen haben in unglaublichen Ausmaß
schieres Pech gehabt, angefangen mit der Ermordung von Zar
Alexander II., die es den Reaktionären ermöglichte, die zivilen Reformen von
Loris Melnikow zu stoppen: der erste von so vielen Fehlschlägen. Geoffrey Hosking ist nicht gerade optimistisch, doch er macht uns etwas Hoffnung auf eine bessere Zukunft, in der die Russen vielleicht doch noch eine Gemeinschaft werden könnten. Immerhin, schließt er, 'müssen sie nun einen Nationalstaat bilden, den niemand gewollt hat. Sie haben
keine andere Wahl.' Das ist doch ein Anfang."
Weiteres: Hellauf
begeistert ist Jonathan Cecil von
Lee Servers Biografie
"Ava-Gardner", die ganz ohne die gegenüber Hollywood-Stars übliche "
Kriecherei" auskomme. Yvonne Roberts
stellt neue Publikationen vor, die uns mit der tröstlichen Botschaft beglücken, dass
Liebe das ganze Leben über möglich ist, selbst in einer Ehe. Christopher de Bellaigue
diskutiert Robert Irwins Buch "For Lust of Knowing", das sich mit
Edward Saids Orientalismus-Vorwürfen auseinandersetzt.
Und noch ein Hinweis auf die
Sunday Times der vorigen Woche, in der
Ian Buruma den unerschütterlichen Hang von
Intellektuellen zu Diktatoren geißelte: "
Stalin wurde von Sidney und Beatrice Webb applaudiert.
Mao wurde von einem nicht abreißenden Strom westlicher Bewunderer besucht (von denen einige Namen in China noch immer Ekel hervorrufen).
Castro konnte sich jahrelang in den Schmeicheleien von Literaten wie Jose Saramago und Gabriel Garcia Marquez aalen. Sogar
Pol Pot stieß bei einigen Journalisten und Akademikern auf Wohlgefallen. Letztes Jahr unterschrieben eine Reihe von Journalisten, Autoren und Prominenten, darunter
Harold Pinter,
Nadine Gordimer,
Harry Belafonte und
Tariq Ali, einen
Offenen Brief, der behauptete, auf Kuba habe es 'seit 1959 keinen einzigen Fall von Verschwinden, Folter oder außergerichtlichen Exekutionen gegeben'... Nichts davon ist neu, und wäre nicht wert, ausgegraben zu werden, wenn es sich nicht gerade wiederholen würde:
Hugo Chavez, der gewählte starke Mann Venezuelas, ist das neueste Objekt der Anhimmelei durch westliche 'Progressive', die von ihren Ausflügen nach Venezuela mit
leuchtenden Augen zurückkehren."