
Der amerikanische Historiker
Jeffrey Herf kritisiert scharf eine Ausstellung des
Canadian Museum for Human Rights in Winnipeg über die
Nakba: Wie so oft verschweige "Palestine Uprooted: Nakba Past and Present" den
Anteil der Palästinenser am Geschehen komplett: Am 13. November 1974 hatten Yassir Arafat und sein damaliger Redenschreiber Mahmoud Darwish in einer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen "die palästinensischen
Araber von 1948 als unschuldige Opfer zionistischer Perfidie dargestellt. Sie diente als Rechtfertigung für den Rückgriff auf Krieg und Terror, der zu der Zeit, als Arafat sprach, die Vorgehensweise der PLO war. Arafat und Darwish haben die Verantwortung, die palästinensische und arabische Nationalisten für den
Krieg von 1948 und dessen Folgen trugen, ausgeblendet.
Diese Leugnung steht im Mittelpunkt der Darstellung der Ereignisse, die derzeit in einem staatlich geförderten Menschenrechtsmuseum in Kanada präsentiert wird. Weder Arafat im Jahr 1974 noch die heutige Ausstellung 'Palestine Uprooted' erwähnen, dass die Araber alle
Vorschläge zur Teilung abgelehnt hatten, bevor sie 1948 in den Krieg zogen. Der erste dieser Vorschläge wurde
1937 von der Peel-Kommission der britischen Regierung unterbreitet. Die Zionisten akzeptierten ein Angebot, das einen Staat vorgesehen hätte, der weitaus kleiner gewesen wäre als der später entstandene. Die palästinensischen Araber lehnten den Vorschlag ab und ließen keinen Verhandlungsspielraum." Auch die
Teilungsresolution der Vereinten Nationen 1947 akzeptierten die palästinensischen Araber nicht. Hätten sie es getan, "hätte es keinen
Krieg von 1948 gegeben, und der Staat Palästina würde sich möglicherweise gemeinsam mit Israel seinem achtzigsten Jahrestag nähern". Überhaupt spiele der Krieg, der mit dem Einmarsch der Armeen vierer arabischer Staaten in Israel begann, keine Rolle in der Ausstellung, die "die Aufmerksamkeit stattdessen auf die Flüchtlinge lenkt, die durch einen von den Arabern begonnenen Angriffskrieg entstanden sind: 'Im Jahr 1948 vertrieben [jüdische] Milizen, gefolgt von israelischen Streitkräften, Zivilisten und zerstörten oder räumten Hunderte von Dörfern inmitten eines regionalen Krieges und anhaltender Instabilität.
Rund 750.
000 Palästinenser wurden während der Gründung des Staates Israel gewaltsam vertrieben.' Dies ist eine
äußerst irreführende Darstellung der Entstehung der palästinensischen Flüchtlingskrise" und für Herf "auch ein
Angriff auf die Geschichtswissenschaft und die Bemühungen von Historikern, ein wahrheitsgetreues und vollständiges Bild der Vergangenheit zu vermitteln".