Magazinrundschau - Archiv

The New Yorker

855 Presseschau-Absätze - Seite 59 von 86

Magazinrundschau vom 23.09.2008 - New Yorker

In einem ausführlichen Porträt würdigt Louis Menand den amerikanischen Literaturkritiker Lionel Trilling (1905-1975), ein Mitglied der Gruppe New York Intellectuals, der lange Zeit an der Columbia University lehrte, für die Zeitschrift Partisan Review schrieb (die bis 2003 existierte) und sein Metier als Kulturkritik verstand. Trilling sei ein später "Apostel des stillschweigenden Hinnehmens" gewesen, davon überzeugt, dass jegliche Pathologie, von "revolutionärer Gewalt bis zu Narzissmus", aus einer Leugnung der absoluten Bedingtheit des Lebens resultiere. Darum fand er auch die Studentenproteste 1968 "kindisch und geschmacklos". Doch wenn "Leute in den späten Sechzigern die Unbeschränktheit glorifizierten - ob es nun um Fantasien bezüglich sozialer Gerechtigkeit und persönlicher Autonomie ging, ob sie dachten, dass sich Universitäten unabhängig von einer Regierung machen könnten, deren Politik sie verabscheuten, oder sie sich selbst von einer Gesellschaft, deren Werte sie für krank hielten - waren dies eben die Konditionen jener Zeit. Man musste mit ihnen leben, im Wissen, dass sie die Saat ihres eigenen Ruins bereits in sich trugen. Aus jedem Vorstoß wird irgendwann ein Sog. Kritik handelt davon zu verstehen, wie das geschieht."

Weiteres: Jeffrey Toobin beschäftigt sich mit der juristischen Auseinandersetzung über die Frage, ob Haustiere Millionenerben sein dürfen. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Three" von Andrea Lee und Lyrik von John Ashbery. Nur im Print: John le Carre über Spione.

Die Kurzbesprechungen widmen sich unter anderem dem neuen Roman von Philip Roth, "Indignation" (Houghton Mifflin). Hilton Als stellt eine Inszenierung von Shakespeares "Sturm" vor. Und David Denby sah im Kino den Western "Appaloosa" von Ed Harris und den Krimi "Righteous Kill" von Jon Avnet, in dem Al Pacino und Robert De Niro zwei New Yorker Detectives spielen.

Magazinrundschau vom 16.09.2008 - New Yorker

David Remnick beschreibt die schwierige Situation eines der letzten kritischen Medien in Russland: der Radiostation Ekho Moskvy und seines Chefredakteurs Aleksei Venediktov. 2001 lud Putin Venediktov zu einem Treffen in der Kreml-Bibliothek ein. Ihn gleichzeitig umarmend und warnend sprach Putin lange über den Unterschied zwischen Feinden und Verrätern. 'Das ist ein wichtiger Unterschied für Putin', sagte Venediktov. 'Er sagte, >Feinde stehen direkt vor dir, du liegst im Krieg mit ihnen, dann vereinbart ihr einen Waffenstillstand und alles ist klar. Ein Verräter muss zerstört werden, zerschmettert.< Das ist seine Philosophie von der Welt. Und dann sagte er: >Weißt du, Aleksei, du bist kein Verräter, du bist ein Feind.<' Ich stellte Venediktov die wahrscheinlich dumme Frage, ob Putin gelächelt habe, als er dies sagte. 'Gelächelt?' sagte Venediktov. 'Putin lächelt nie. Er hat nur klargemacht, in welchem Sinne ich für ihn existiere.'"

In einem Brief aus Alaska beschreibt Philip Gourevitch diese "sonderbare politische Landschaft" und porträtiert deren Gouverneurin und republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin Sarah Palin, die dort politisch groß wurde. "Alaska wird wegen seines kollektiven Ressourcenbesitzes manchmal als der sozialistische Staat von Amerika bezeichnet - eine Regelung, die es ermöglicht, Dividenden aus den Öllizenzen des Staates an seine festen Bewohner auszuschütten. Palin hatte das Glück, den Staat in einer Zeit von Rekordölpreisen zu regieren, was bedeutete, Dividendenschecks ausstellen zu können: 2000 Dollar für jeden Bürger von Alaska. Und weil hohe Ölpreise an einem so kalten Ort auch schwindelerregende Heizkostenrechungen bedeuten - und es politisch immer gut ankommt, Wählern Geld zu schenken - brachte Palin das Parlament dazu, jedem Mann, jeder Frau und jedem Kind in Alaska zusätzlich einen Scheck über 1200 Dollar zu schicken."

Ergänzend dazu wundert sich Steve Coll über zwei seltsam anbiedernde Medieninterviews mit Palin, hofft aber zugleich, dass Journalisten sie in den verbleibenden 45 Tagen bis zur Wahl vielleicht doch noch "in vollem Umfang politisch überprüfen, was McCain ja nicht getan hat". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The Noble Truths of Suffering" von Aleksandar Hemon und Lyrik von Marilyn Hacker sowie zwei Gedichte von Bob Dylan (hier und hier).

Weiteres: "Überragend und wichtig" findet Jill Lepore "The Hemingses of Monticello: An American Family" (Norton) von Annette Gordon-Reed, die Geschichte einer Sklavenfamilie, welche dem dritten Präsidenten der Vereinigten Staaten, Thomas Jefferson, gehörte, einem der größten Sklavenhalter in Virginia. Peter Schjeldahl führt durch eine Ausstellung mit Stilleben von Giorgio Morandi im Metropolitan Museum of Art. Und Anthony Lane sah im Kino die Komödie "The Women" von Diane English und den Thriller "Lakeview Terrace" von Neil LaBute.

Magazinrundschau vom 09.09.2008 - New Yorker

Der Polizist James Zadroga gilt als erstes Opfer, das - 2006 - an den Nachwirkungen der 9/11-Aufräumarbeiten gestorben ist. Eine erste Autopsie kam zum Ergebnis, dass die Giftstoffe in der Luft seine Lunge zerstört haben. Massive Zweifel an der Version kamen auf, als der Chefpathologe von New York zum Schluss gelangte, dass die Schäden durch Medikamentenmissbrauch verursacht wurden. Minutiös und sehr spannend erzählt Jennifer Kahn Zadrogas Geschichte, wägt Für und Wider, ohne zu einem ganz eindeutigen Ergebnis zu kommen. Sie meint: "Die Frage, was James Zadroga nun wirklich umgebracht hat, wird von den öffentlich damit befassten Stellen immer widerstrebender beantwortet. Es scheint, als ginge es in der Debatte rund um den Fall inzwischen auch weniger um wissenschaftliche Beweise als um die Gefühle der Öffentlichkeit. So sieht das jedenfalls der Soziologe Brian Monahan, der an einem Buch über 9/11 arbeitet. 'Nach dem 11. September', sagt er, 'tauchten plötzlich all diese perfekten Helden auf, die gegen bin Laden standen, den perfekten Schurken.' Zadroga sei da eine passende Ikone gewesen: jung, der erste, der starb, ein Vater. Sich mit einem Helden zu identifizieren', fügt Monahan hinzu, 'ist eine bequeme Weise, ein kompliziertes Ereignis zu verarbeiten und einen Standpunkt zu gewinnen, an dem nicht zu rütteln ist.'"

Weitere Artikel: Anlässlich einer Ausgabe seiner gesammelten Schriften schreibt Claudia Roth Pierpont ausführlich über Leben und Werk des Niccolo Macchiavelli. David Denby bespricht in seiner Kino-Kolumne den kurz nach seiner Uraufführung in Venedig schon in den USA anlaufenden Coen-Film "Burn After Reading" und die Hurrikan-Katrina-Doku "Trouble the Water". Musikkritiker Sasha Frere-Jones schildert, was man heute so alles mit Laptops auf der Bühne anstellen kann.

Magazinrundschau vom 26.08.2008 - New Yorker

Sichtlich animiert bespricht John Updike eine Biografie des Mannes, der ganz der Verschönerung lebte: "Max Factor: The Man Who Changed the Faces of the World" (Arcade). Ihr Autor Fred E. Basten erzählt darin die Geschichte des kleinwüchsigen polnischen Juden, der wegen Kontakten zur Zarenfamilie aus Russland fliehen musste, schließlich in Amerika ein Kosmetikimperium aufbaute und dabei vor allem in Hollywood noch zu Schwarzweißfilmzeiten, vor allem aber nach der Einführung von Technicolor, Geschichte schrieb. "Für die schweißtreibenden Kraftakte von Douglas Fairbanks erfand Max ,das erste schwitzfeste Körper-Make-up? und anschließend 'ersann er das Gegenteil - Filmschweiß -, indem er einfach Wasser und Mineralöl zu gleichen Teilen mischte'. Für den MGM-Film 'Ben Hur' zauberten er und sein Team über 2000 Liter Make-up in einem hellen Olivton herbei, damit das Heer der blassen einheimischen Komparsen zu den bereits in Italien abgefilmten Statisten passte. Max bewältigte auch das hartnäckige Problem des in den heißen Studioscheinwerfern verlaufenden Lippenstifts, indem er den Schauspielerinnen je zwei feste Daumenabdrücke davon auf die Ober- und einen auf die Unterlippe verpasste und dabei beiläufig den sensationellen neuen Look der 'Bienenstich-Lippen' erfand. Für Joan Crawford erfand er die 'Schmutzschminke'."

Außerdem: Ben McGrath testete ein Picknickareal auf dem Mittelstreifen des vielbefahrenen Broadway. Austin Kelley besichtigte das in Manhattan neu eröffnete Sports Museum of America. James Surowiecki untersucht die Ursachen für die Unbeständigkeit des Finanzmarkts. Und Anthony Lane resümiert die zweite Olympiawoche. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Gorse is Not People" von Janet Frame und Lyrik von Michael Dickman und Jeffrey Skinner.

Sasha Frere-Jones stellt den Rapper David Banner und sein neues Album "The Greatest Story Ever Told" vor. Und David Denby sah im Kino Jiri Menzels Historiendrama "I Served the King of England" und Jeffrey Nachmanoffs Krimi "Traitor".

Nur im Print: Porträts des Modedesigners Marc Jacobs (mehr dazu und ein ganz reizendes Foto von Jacobs bei Gawker) und des spanischen Architekten Santiago Calatrava sowie Tipps für Stöckelschuhe tragende Frauen und Ladendiebe.

Magazinrundschau vom 19.08.2008 - New Yorker

Als eine "Geißel der Linken" stellt Ben McGrath Jerry Corsi vor, Autor des Buchs "The Obama Nation", das es binnen zwei Wochen auf Platz eins der Sachbuch-Hitliste der New York Times geschafft hat. In dessen Vorwort erklärt Corsi, weshalb er "grundsätzlich" gegen Barack Obamas Kandidatur ist. "In diesem Buch beabsichtige ich zu begründen, dass eine Präsidentschaft Obamas uns in eine 'Obama-Nation' führen würde. Dieses Wortspiel ist ausdrücklich beabsichtigt, da Obamas linksradikale, von seinem vorsätzlich betriebenen Personenkult gesteuerte Politik eine Abscheulichkeit wäre, weil das Ergebnis dieser Politik die Vereinigten Staaten in eine kostspielige und selbstzerstörerische Richtung führen würde, sowohl national wie international."

Weitere Artikel: In einem Brief aus Rangun geht George Packer der Frage nach, ob sich das burmesische Volk selbst retten kann. Antony Lane berichtet über "Politik, Pomp und Phelps" bei den Olympischen Spielen in Peking. David Remnick denkt darüber nach, was Putin ("Er ist weder Hitler noch Stalin, nicht mal Leonid Breschnew. Er ist, was er ist, und das ist schlimm genug.") in Georgien will. Zu lesen sind weiter die Erzählung "Awake" von Tobias Wolff und Lyrik von C.K. Stead und des kürzlich verstorbenen palästinensischen Dichters Mahmoud Darwish.

Joan Acocella bespricht die Biografie "Giordano Bruno: Philosopher/Heretic" (Farrar, Straus & Giroux) von Ingrid Rowland. Paul Goldberger besichtigt das neue Gebäude, das Brad Cloepfil für das Museum of Arts and Design an die Stelle der alten Gallery of Modern Art setzte. Und Anthony Lane sah im Kino die Action-Komödie "Tropic Thunder" und den Thriller "A Girl Cut in Two" ("Die zweigeteilte Frau") von Claude Chabrol.

Magazinrundschau vom 29.07.2008 - New Yorker

Kelefah Sanneh porträtiert den schwarzen politischen Kommentator Tavis Smiley, der bereits im Januar in der Tom Joyner Morning Show vor "Hysterie und Hype" rund um Barack Obama warnte und die Wählerschaft verdächtigte, einfach nur "verliebt" zu sein. Anrufe und Mails folgten umgehend. Die Hörer konnten nicht begreifen, warum Smiley sich gegen einen Mann aussprach, der der erste schwarze Präsident werden könnte. In der nächsten Sendung räumte er 'Schmerz, Qual, Zorn und Enttäuschung' ein, gab aber nicht nach. Und auch wenn er in den folgenden Wochen Hillary Clintons Kampagne kritisierte, stand im Zentrum seiner Unzufriedenheit oft Obama. Er war empört über die Vorstellung, dass der Senator 'Rasse transzendiert'. 'Kein Mensch verlangt, dass weiße Kandidaten ihre Rasse überschreiten', meinte er."

Mehr zum Thema: In einem zusätzlichen Hörbeitrag äußert sich Sanneh zur Bedeutung von Obamas Kandidatur für die schwarze Community. Unter der Überschrift "Obama wird global" kommentiert Hendrik Hertzberg dessen Weltreise. Zu hören ist eine Diskussion zwischen David Remnick, Hendrik Hertzberg, Ryan Lizza und George Packer über Obamas Deutschlandbesuch und die Zukunft des Kriegs im Irak.

Außerdem: Ben McGrath zeichnet das komplexe Porträt des in Bagdad umgekommenen Soldaten Alan Rogers. Judith Thurmann rezensiert Brenda Wineapples Studie "White Heat: The Friendship of Emily Dickinson and Wentworth Higginson? (Knopf). Peter Schjeldahl führt durch die Ausstellung "After Nature", eine wichtige Gruppenausstellung von 26 internationalen Künstlern im New Museum. Und Anthony Lane sah im Kino die Liebeskomödie "In Search of a Midnight Kiss" von Alex Holdridge. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Clara" von Roberto Bolano und Lyrik von Kathryn Starbuck und Louise Glück.

Magazinrundschau vom 22.07.2008 - New Yorker

In einem Brief aus China porträtiert Evan Osnos eine neue, neokonservative und nationalistische Studentengeneration, die den Westen strikt ablehnt. "Die Studenten von 1989 rebellierten gegen Korruption und Machtmissbrauch. 'Diese Probleme sind heute nicht verschwunden, sondern haben sich verschlimmert', erklärte mir Li Datong, ein forscher Zeitungsredakteur und Reformbefürworter. 'Die derzeitige junge Generation dagegen ist blind dafür. Ich habe nie erlebt, dass sie diese heimischen Themen angesprochen hätten. Stattdessen haben sie eine utilitaristische, opportunistische Haltung.'" Später wird ein Student dem Reporter folgendes zu bedenken geben: "Chinesen haben angefangen zu denken, es gibt das gute Leben und es gibt die Demokratie. Wenn Demokratie dir wirklich ein gutes Leben sicher kann, ist das gut. Aber wenn wir ein gutes Leben auch ohne Demokratie haben können, warum sollen wir dann die Demokratie wählen?"

Weiteres: David Samuels untersucht, wie medizinisch eingesetztes Marihuana den Haschischmarkt verändert. James Surowiecki enthüllt das wahre Problem der Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac. James Wood porträtiert den in Sarajevo geborenen Autor Aleksandar Hemon und rezensiert dessen neues Buch "The Lazarus Project" (Riverhead). Anthony Lane sah im Kino die Verfilmung des Abba-Musicals "Mamma Mia!" und den von Jules Verne inspirierten 3-D-Film "Journey to the Center of the Earth". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "The Teacher" von Ruth Prawer Jhabvala und Lyrik von Dorothea Tanning und Yehuda Amichai.

Magazinrundschau vom 15.07.2008 - New Yorker

Ray Lizza liefert ein 18-seitiges Porträt von Barack Obama als Meister des politischen Insiderspiels. Schon das dürfte vielen Demokraten, die in Obama den revolutionären Außenseiter sehen wollen, nicht schmecken. Noch viel weniger schmeckt ihnen das Coverbild von Barry Blitt, dem der Versuch, alle rechten Klischees über die Obamas auf einem Bild zu vereinen, vielleicht eine Spur zu gut gelungen ist. Die Huffington Post berichtete über den Titel am 13. Juli, 6.20 p.m., knapp 24 Stunden später hatte sie sensationelle 1.817 Kommentare (heute morgen sind 4.778). Wo ist hier die Ironie?, fragen viele entsetzt. New Yorker Chefredakteur David Remnick verteidigt das Cover in der Huffington Post: "Natürlich würde ich ein Cover nicht nehmen, nur um Aufmerksamkeit zu erregen. Ich habe mich für dieses Cover entschieden, weil ich fand, dass es etwas zu sagen hat. Ich glaube, es zeigt wie in einem Spiegel die Vorurteile und dunklen Bilder über Barack Omabas Vergangenheit - die beider Obamas - und ihrer Politik..." Die Vorstellung, der New Yorker könnte wörtlich die Dinge meinen, die das Cover zeigt", findet Remnick absurd. "Das ist einfach nicht Teil dessen, was wir tun und was wir sind..."

Weiteres: Jill Lepore erzählt von einer Schlacht, welche die amerikanische Kinderliteratur von Grund auf veränderte. In ihrem Zentrum steht die Bibliothekarin Anne Carroll Moore, die 1895 in New York quasi die Kinderbibliothek erfand, und ihr Kampf gegen den Kinderbuchklassiker "Stuart Little" von E.B. White. Elizabeth Kolbert stellt einen amerikanischen Klassiker der Landschaftsgärtnerei und Rasenpflege vor: Andrew Jackson Downings "Treatise on the Theory and Practice of Landscape Gardening" von 1841. Die Kurzbesprechungen widmen sich unter anderem einem Band mit Schriften von und zu Vladimir Mayakowsky ("Night Wraps The Sky", Farrar, Straus & Giroux). Und David Denby sah im Kino den neuen Batman-Film "The Dark Knight" von Christopher Nolan und die Pixar-Animationskomödie "WALL-E" von Andrew Stanton. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Yurt" von Sarah Shun-Lien Bynum und Lyrik von Robert Bly und Marcus Jackson.

Nur im Print: ein Porträt des Einkaufsparadieses Shanghai.

Magazinrundschau vom 01.07.2008 - New Yorker

In dieser Doppelnummer schreibt Seymour M. Hersh unter der Überschrift "Das Schlachtfeld vorbereiten" über den geheimen Iran-Feldzug der amerikanischen Regierung und die verstärkten Schritte gegen das Land. "Geheimoperationen gegen Iran sind nichts Neues. Seit letztem Jahr führten US-amerikanische Spezialtruppen mit Genehmigung des Präsidenten von Südirak aus grenzüberschreitende Operationen durch. Dazu gehörten auch die Ergreifung von Al Quds-Mitgliedern, dem Kommandozweig der iranischen Revolutionsgarde, und deren Verbringung zum Verhör in den Irak, außerdem die Verfolgung 'hochrangiger Ziele' im Krieg des Präsidenten gegen den Terror, die gefangen genommen oder getötet werden sollten. Allerdings haben sich Umfang und Wirkungsbereich der Iran-Operationen, darunter der Central Intelligence Agency (CIA) und des Joint Special Operations Command (JSOC), laut gegenwärtiger und ehemaliger Beamter deutlich erweitert. Viele dieser Aktivitäten sind in einem neuen [vom Präsidenten abgezeichneten] Bericht nicht näher spezifiziert und einige führende Kongressmitglieder hatten ernsthafte Fragen nach deren Natur."

Weiteres: Elizabeth Kolbert schildert den Sieg einer Gemeinde auf der dänischen Insel Samso über den CO2-Ausstoß. Alex Ross berichtet über die boomende chinesische Musikszene. Adam Kirsch rezensiert die Studie "Posthumous Keats" (Norton) von Stanley Plumly über John Keats. Und David Denby sah im Kino die Action-Komödie "Hancock" von Peter Berg und den französischen Thriller "Ne le dis a personne" ("Tell No One") von Guillaume Canet. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Thirteen Hundred Rats" von T. Coraghessan Boyle und Lyrik von Jack Gilbert und Maureen N. McLane. Leider nur im Print würdigt Adam Gopnik das Genie von G.K. Chesterton.

Magazinrundschau vom 24.06.2008 - New Yorker

Als "zweifelhaften Segen" empfindet Paul Goldberger die neuen architektonischen Visionen in der Pekinger Skyline. "Die Einheimischen nennen Peking Tan Da Bing, was sich ausbreitender Pfannkuchen bedeutet. (?) Das alte Peking, ausgelegt für Fußgänger und Militäraufmärsche, hat sich als schlechter Rahmen für den Ausbau in eine moderne Stadt erwiesen. In den Tagen, als Peking berühmt für sein Gewimmel aus Fahrrädern, seine Unangemessenheit für Autos war, machte das nichts; heute gibt es Autos, und binnen einer Generation hat sich Peking von einer Stadt, die den alten Geist ausstrahlte, zu etwas entwickelt, das sich wie Houston anfühlt. (?) Gedränge, Luftverschmutzung und Zersiedelung prägen die Stadt noch immer, doch die neue Architektur, weit entfernt davon, einen amerikanischen Fehler zu wiederholen, übersteigt, was die meisten amerikanischen Städte je willens oder imstande zu tun wären. Das hat Auswirkungen auf die Stimmung der Stadt: Die Menschen sprechen über die neuen Gebäude und erkennen, ob sie diese nun gut finden oder nicht, dass derartig gewagte Konstruktionen nirgendwo anders gebaut werden würden."

Weitere Artikel: Atul Gawande stellt eine neue Theorie vor, die Jucken beziehungsweise Kratzen nicht mehr als Leiden, sondern als Gefühlsempfindung erklärt. Connie Bruck porträtiert den Immobilien-Milliardär Sheldon Adelson, der nach weltweitem Einfluss strebt. Lauren Collonis informiert über die Aktivitäten der Anti-Ginkgo Tolerance Group, die etwas gegen die nach "altem Käse" und "Kotze" stinkenden New Yorker Ginkgo-Bäume unternehmen will. Zu lesen sind außerdem die Erzählung "Deep-Holes" von Alice Munro und Lyrik von Charles Wright (das zweite Gedicht hier) und Karl Kirchwey.

Pankaj Mishra rezensiert den Roman "Beijing Coma" (Farrar, Straus & Giroux) von Ma Jian. Die Kurzbesprechungen widmen sich unter anderem dem ebenso komischen wie unheimlichen Debütroman "Personal Days" von Ed Park (Random House). Und Anthony Lane sah im Kino den Thriller "Wanted" von Timur Bekmambetov und den Scinece-Fiction-Film "The Happening" von M. Night Shyamalan.