
Das
NYT Magazine druckt einen hochinteressanten
Auszug aus einem Buch des Reporters
Michael Moss über die
Nahrungsmittelindustrie. Das Problem ist allseits bekannt: Zu viel Zucker, Salz und Fett in Fertiggerichten und Fastfood haben dazu geführt, dass in den USA inzwischen über die Hälfte der Einwohner Übergewicht hat und ein Viertel
fettleibig sind. Die Industrie weigert sich, etwas dagegen zu tun, mit der einfachen Begründung: Die Leute wollen diese Nahrungsmittel. Wenn wir sie ihnen nicht geben, kaufen sie sie von einer anderen Firma. Und so gibt es inzwischen
ganze Berufszweige - von Vermarktern bis hin zu Chemikern - die Menschen davon überzeugen sollen, dass sie nicht weniger, sondern
immer mehr von diesen schmackhaften Schadstoffen wollen, schreibt Moss. "Um ein besseres Gefühl für ihre Arbeit zu bekommen, rief ich
Steven Witherly an, einen Lebensmittelchemiker, der einen faszinierenden Führer für Industrieinsider geschrieben hat, 'Warum Menschen Junk Food lieben'. Ich brachte ihm zwei Einkaufstüten mit, die gefüllt waren mit Chips in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Er griff sofort nach den Cheetos [
Flips mit Käseschmack, d. Red.]. 'Das', sagte Witherly, 'ist eines der am großartigsten konstruierten Nahrungsmittel auf diesem Planeten - jedenfalls was den
reinen Genuss angeht.' Er nannte einige Eigenschaften der Cheetos, die dem Hirn sagen: mehr. Am meisten aber beschäftigte ihn die unheimliche Fähigkeit des Flips,
im Mund zu schmelzen. 'Man nennt es schwindende Kaloriendichte', sagte Witherly. 'Wenn etwas so schnell schmilzt, glaubt das Hirn, es habe keine Kalorien ... man könne für immer weiter essen.'"
Wer sich für die fast schon diabolischen Fähigkeiten von Chemikern in der Nahrungsmittelindustrie interessiert, sei auch auf
diesen Auszug aus
Eric Schlossers "Fast Food Nation" hingewiesen, den
Atlantic Monthly 2001 unter dem Titel "Why McDonald's fries taste so good" veröffentlichte.
Außerdem: In der
Sunday Book Review bespricht Joshua Hammer
Christa Wolfs Roman "Stadt der Engel".