
In einem
Beitrag der aktuellen
Ausgabe stellt Elisabeth Zerofsky den französischen "Pop-Historiker"
Eric Zemmour vor, Zemmour ist Redakteur des
Figaro und laut Zerofsky ein Motor des neuen
französischen Konservatismus: "Zemmours Kritiker verbinden ihn oft mit dem National Front, aber er ist
dem Bonapartismus treu. Seine Nostalgie bezieht sich nicht auf die
trentes glorieuses zwischen Mitte der 40er und Mitte der 70er Jahre, als das Wachstum in Frankreich stark und die Zuwanderung begrenzt war, sondern eher auf die frühen 1800er Jahre. Nach Ansicht von Zemmour war
Waterloo der Beginn des Niedergangs der Nation, die Niederlage von 1871 besiegelte Frankreichs Schicksal … Zemmours Beliebtheit ist untrennbar mit der Dynamik der französischen Medien verbunden, die sich von aggressiver Rhetorik unter Druck gesetzt sehen, Partei zu ergreifen, auch wenn dies das Misstrauen der Öffentlichkeit erregt. Sie veranstalten regelmäßig Debatten zwischen Zemmour und beispielsweise einem Historiker, der Archivrecherchen betreibt. Der Historiker kann mühelos nachweisen, dass Zemmours Interpretationen unvollständig, irreführend und verzerrt sind, doch wenn es darum geht, auf seine Argumente zu reagieren, insbesondere in Bezug auf die
Einwanderung, fangen sie an zu stottern … Zemmour bekam Mitte November neues Futter für seinen Kampf mit 'linken Eliten', als die '
Gelbwesten' gegen die Steuererhöhung für Dieselkraftstoff demonstrierten. Präsident Macron hatte sie im Rahmen der französischen Klimapolitik angekündigt und die urbanen Liberalen damit in eine Zwickmühle manövriert. Normalerweise würden sie eine Bewegung der Arbeiterklasse gegen die Machtmechanismen unterstützen, aber die Gilets Jaunes protestierten auch gegen ein
politisches Steckenpferd der Liberalen. Zemmour verpasste nicht die Gelegenheit, diesen Widerspruch zu unterstreichen und seine Gegner aufzuspießen. Er stellte fest, dass die Gilets Jaunes die französische Manifestation eines globalen Phänomens seien. 'Sie haben echte Franzosen, echte Italiener, echte Engländer, echte Amerikaner, die weit von den Zentren des Wohlstands in der Peripherie leben', sagte er in einem Interview für den Nachrichtensender BFMTV. 'Das ist das Herz dieser Debatte. Und im Namen des Umweltbewusstseins, einer Ideologie, die
aus den Städten kommt, lassen wir die einzigen Menschen, die ihr Auto wirklich benötigen, für das teuerste Benzin bezahlen.'"
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