I am a happy woman

Es ist das Frühjahr der Meredith Monk: Mit Pina-Bausch-Professur, Großem Kunstpreis und der "MaerzMusik". Von Marie Luise Knott

BÜCHERBRIEF

Nacktheit der Verhältnisse

11.05.2026. Im Mai haben wir für Sie überwiegend ermunternde Lektüre zusammengestellt: David Vajda führt uns an der Seite einer exzentrischen Bohème-Familie von Berlin über die Provence nach Hollywood, Dana Grigorcea erzählt eine zarte Liebesgeschichte in der bukolischen Sommeridylle der rumänischen Karpaten, Judith Schalansky erschafft aus Marmor etwas fein Ziseliertes und Craig Brown sammelt die kuriosesten Anekdoten aus dem Leben der Queen. Ernste Töne schlagen Nicholas Potter an, der die autoritäre Linke aufs Korn nimmt, und Christoph Peters, der auf Entzug geht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Verführerisches Kunststück

11.05.2026. Die SZ lernt von Martina Winkler wie die Slowakei um die Demokratie und ihren Platz in der EU ringt. Mit Martin Adam versucht sie die polnischen PiS-Wähler zu verstehen. Die FR freut sich über "hinreißende" Sexszenen und sich erfüllende Flüche im neuen Roman von Dana Grigorcea. Dlf Kultur verbringt eine solide und unterhaltsame Lektüre mit Thommie Bayers neuem Roman "Gern gesehene Gäste" über eine zwiespältige Freundschaft.   Mehr...

VORGEBLÄTTERT

20 Jahre Zeitschrift für Ideengeschichte

11.05.2026. Die Zeitschrift für Ideengeschichte wird zwanzig Jahre alt! In einigen Tagen erscheint das Jubuiläumsheft zum Thema "Türhüter". Es spürt der Autorität und den Mythen einer Grenzfigur nach, die auch beim Zeitschriftenmachen eine Rolle spielt, von Apostel Petrus an der Himmelspforte über das Vorzimmer im Kanzleramt bis in die Clubkultur. Wir freuen uns den Beitrag von Ralph Bollmann vorabdrucken zu dürfen: "Frau Baumann - Über den Zugang zur Kanzlerin". Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Nicht ganz Herr in diesem Haus

11.05.2026. Die Kritiker reiben sich nach dem Aufwachen aus Sebastian Hartmanns Inszenierung von Wolfram Lotz' "Träume in Europa" verwirrt die Augen. Laibach stellt mit dem neuen Album "Musick" drängende Fragen, was KI-Musik angeht, findet die SZ. Der Tagesspiegel nimmt im Haus am Lützowplatz Anteil am Schicksal der jüdischen Mutter der Künstlerin Barbara Loftus. Annemarie Jacirs Film "Palästina 36" ist ziemlich geschichtsrevisionistisch, findet der Tagesspiegel. Joe Laschet wünscht sich in der NZZ mehr Stil im Bundestag. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Gläserne Hände

11.05.2026. Kläglich fiel Putins Militärparade auf dem Roten Platz zum 9. Mai aus, und das obwohl Wolodimir Selenski sie "aus humanitären Gründen" gestattet hatte, notiert die taz. Die Zeitungen arbeiten die britischen Kommunalwahlen auf - ein Triumph für Populisten und Separatisten. Christopher Clarks Börne-Preisrede liest sich als ein dringendes Plädoyer pro Börne, so FAZ und FR. Die FAZ druckt sie ab. Die taz beleuchtet die China-Liebe der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Und Holger Friedrich kann die Volksverpetzer nicht einschüchtern. Mehr...

IM KINO

Wichtiger ist, was sein wird

08.05.2026. Auf das Fehlen einer nationalen Erzählung des Libanons reagiert die Essayfilmerin Lana Daher nicht, indem sie eine solche entwirft. Vielmehr wird ihr "Do You Love Me?" zu einem Archiv der Emotionen. Von Sebastian Markt. Mehr...

IM KINO

Kino als Klassenzimmer

06.05.2026. Der Menschheitsverbrecher und der Psychiater: James Vanderbilts "Nürnberg" erzählt die juristische Aufarbeitungen des Naziunrechts als Schauspielerduell. Mit historischen Schreckensbildern geht der Film dabei einigermaßen pragmatisch um. Von Lukas Foerster. Mehr...

ESSAY

Im Haifischbecken der Aufmerksamkeitsökonomie

06.05.2026. Reels sind merkwürdige Hybride, ein Bastard aus den Eigenschaften der oralen Kultur und der Schrift- und Druckkultur. Einerseits bedienen sie sich in der Rede oft rhetorischer Mittel, die man bereits seit der Antike kennt. Andererseits sind sie aufgezeichnet und damit fixiert - wiederholt rezipierbar wie ein Text. Einübung in die "tertiäre Oralität", am Beispiel der steuerpolitischen Kommunikation von Zohran Mamdani. Von Tilman Baumgärtel. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Von der Freiheit der Liebe

05.05.2026. New Lines analysiert die neue Rolle Pakistans in der Weltpolitik. Im Merkur überlegt Claus Leggewie, ob und wie sich Klimaschutz auf der Erde mit dem Schutz der Meere verbinden lässt. Die London Review sieht da mit Blick auf Russlands Arktis-Politik wenig Chancen. In Elet es Irodalom hofft die Dichterin Timea Turi auf autonome ungarische Bürger. Antizionismus ist keine Position, er ist eine Weltanschauung, warnt Hussein Aboubakr Mansour in Substack die Demokraten.
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FOTOLOT

Sinn für die menschliche Tragödie

05.05.2026. Das Genre der Fotoreportage ist populär und oft überschätzt. Aber es gibt tolle Ausnahmen. Am besten funktionieren Arbeiten wie die von Göran Gnaudschun oder Miron Zownir, die ohne direkt formuliertes Anliegen daher kommen und ihren Gegenstand erforschen. Einige interessante Ausstellungen laufen zur Zeit in Berlin, Köln und anderswo. Von Peter Truschner. Mehr...

TAGTIGALL

I am a happy woman

01.05.2026. Es war und ist ein Frühjahr der Meredith Monk. In Essen hat sie, die große Vokalartistin und Magierin, derzeit die Pina-Bausch-Professur inne, im März wurde sie von der Berliner Akademie der Künste mit dem Großen Kunstpreis geehrt und auf dem Festival "MaerzMusik" bestritt sie das diesjährige Auftaktkonzert. Wer dort war und sie in ihrem knallroten Harlekin-Anzug sah, erlebte, wie ihre Tanz-Stimm-Performances auch nach fünfzig Jahren faszinieren wie am ersten Tag. Von Marie Luise Knott. Mehr...

EIN WORT GIBT DAS ANDERE

Mau empfiehlt Zirkuszelte

28.04.2026. Auf der Bühne sitzen an diesem Nachmittag zwei ehemalige Einzelhäftlinge aus Belarus. Sie heißen Maria Kolesnikowa und Maxim Znak. Sie war, vor ihrem Verschwinden in der Frauenstrafkolonie IK-4, für viele "das Gesicht" der belarussischen Opposition. Ein herzförmiges, ein geradezu strahlend herzliches Gesicht, das noch beim Prozess gegen sie, im Herbst 2021, zu leuchten schien vor Zuversicht und moralischer Klarheit. Nun sitzt sie da, weiß geworden unter der jahrelangen Tortur, die Lippen rot, das Lächeln unbegreiflich unverändert. Über das taz-Lab. Und über das Überleben mit Prada. Von Elke Schmitter. Mehr...

ESSAY

Kinder, wie die Zeit vergehen wird

07.04.2026. Der Horizont des Möglichen droht perspektivisch zum ersten Mal zu schrumpfen, weil unentwegt Tatsachen geschaffen werden, die den Spielraum des Gestaltbaren verengen und das Noch-nicht in ein Schon-weg verwandeln. Die Klimabeschlüsse des Bundesverfassungsgerichts und anderer Gerichte wollten diese Drift bekämpfen. Sie werden jetzt von einer Fraktion hintergangen werden, der es angeblich um die "Bewahrung der Schöpfung" zu tun ist. Mit Vladimir Jankélevitch und Peter Sloterdijk wäre zu fragen,  wann wir "imstande sein werden zu begreifen, auf welchen Festen wir uns in jüngeren, blinderen Jahren zerstreuten?" Von Daniele Dell'Agli. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...

SPENDEN

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24.11.2021. Der Perlentaucher bietet seinen Service für die Leser kostenlos und möchte dabei bleiben. Falls Sie uns unterstützen mögen - regelmäßig oder einmalig - freuen wir uns! Hier finden Sie verschiedene Möglichkeiten. Mehr...

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Elizabeth Strout. Erzähl mir alles - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Elizabeth Strout: Erzähl mir alles
Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…