"Nie zuvor hat die Suche nach Straftätern so systematisch sämtliche Bürger des Landes betroffen",
schreibt Erik Peter in der
taz. Durchschnittlich zehnmal pro Jahr werde in Deutschland jeder Bürger Ziel einer
Funkzellenabfrage, wenn im Zuge einer
digitalen Razzia die Bewegungs- und Kommunikationsdaten von Handys abgerufen werden, so Peter: "Kenntnis erlangen die Bürger davon höchstens, wenn die Behörden zu ihren Handydaten auch die sogenannten Bestandsdaten, also ihren Namen und die Anschrift, anfordern. Die Informationspflicht ist in der Strafprozessordnung festgeschrieben. In Berlin hat das Abgeordnetenhaus gefordert, die
Transparenz zu erhöhen und alle Mobilfunkbesitzer per SMS über die Übermittlung ihrer Mobilfunkdaten zu informieren. Doch von einer Umsetzung sind die Behörden weit entfernt."
Die Geheimdienste fühlen sich durch einen Geist
bürgerlicher Gegenaufklärung bedrängt, vermutet Constanze Kurz in ihrer Maschinenraumkolumne in der
FAZ nach der Landesverratsaffäre: "Es drängt sich der Eindruck förmlich auf, dass die Strafanzeige des Inlandsgeheimdienstes "Verfassungsschutz" und die darauffolgende Einleitung von Ermittlungen der Bundesanwaltschaft wegen Landesverrats eine Reaktion einer durch immer mehr Leaks und harsche Kritik
bedrängten Behörde ist, deren Selbstbild mit der Außenwahrnehmung kaum mehr in Einklang zu bringen ist."
Aus den Anfang Juli gehackten und im Internet veröffentlichten internen Daten der italienischen Überwachungssoftwarefirma
Hacking Team geht hervor, dass deutsche Firmen daran beteiligt waren,
Cyberwaffen an Unterdrückerstaaten zu liefern,
meldet Ulrike Märkel in der
taz.