Die
Kultur mit ihren vielen freien Mitarbeitern gehört wie die Gastronomie und große Teile des Einzelhandels zu den Bereichen, die von den
Lockerungen vorerst nicht profitieren. Aber nebenbei ist sie außerdem noch von der Politik bei der Ankündigung der ersten Lockerungen
degradiert worden, notiert Andreas Kilb in der
FAZ: "In den Empfehlungen der Leopoldina war die 'Wiederherstellung der
kulturellen Handlungsfähigkeit der Bürgerinnen und Bürger' immerhin noch erwünscht, das Beschlusspaket des Bundes und der Länder vom Mittwoch dagegen schiebt die Kultur
in den Anhang, der die weiterhin gültigen Schließungsanordnungen aufführt, zwischen 'Gastronomiebetriebe, Bars, Clubs' und 'Prostitutionsstätten', zwischen Bier und Bordell."
Wenn Theater und Konzertsäle noch lange dicht bleiben, bedeutet das das "
Ende der Kulturnation Deutschland",
befürchtet Manuel Brug in der
Welt. Und überhaupt -
wer bezahlt die Ausfälle? Die versprochenen Soforthilfen sind "entweder schon erschöpft oder kommen gar nicht an, weil in vielen Bundesländern nur Betriebszuschüsse gewährt werden - und die können Einzelselbstständige, die von Honoraren leben, nicht einfordern. Bleibt für sie nur
Hartz IV. So manche Sängerin sitzt inzwischen an der
Rewe-
Kasse, ob aus Notwendigkeit oder Solidarität, es sei dahingestellt." Kultur ist
systemrelevant,
schreibt auch der FDP-Politiker
Gerhart Baum im
Tagesspiegel und fordert einen
Kulturnothilfefonds des Bundes.
Mehr zum Thema Kultur in der Krise auch im heutigen
efeu.