Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 13.06.2017 - New York Times

Für die neue Ausgabe des New York Times Magazines schickt Elizabeth Zerofsky eine Reportage aus der Pariser Banlieue La Courneuve, wo sie - noch vor den Parlamentswahlen - Franzosen in jeder politischen Färbung findet. Sogar Le-Pen-Wähler: Bei einer Veranstaltung der Rechtsextremisten trifft sie Sandrine Abdelkader, "eine quirlige Wachfrau in ihren Vierzigern, mit langem blonden Haar, aus Aubervilliers. Sie war ihr Leben lang Sozialistin. Doch diesmal war es keine Frage: Sie würde Le Pen wählen. 'Wenn man in die Vorstädte geht und weiß ist und eine Französin, dann wird man wie eine Nutte behandelt', erklärt sie mir. ... 'Es stimmt, es gibt Cafes in Aubervilliers wo ich als Frau keinen Fuß reinsetzen kann', sagt Abdelkader, die halb deutsch, halb nordafrikanischer Abstammung ist. 'Dabei habe ich nordafrikanische Wurzeln, das ist am schlimmsten. Die Vorstädte werden explodieren. Sie sind abgeschlossen. Es gibt ein ausländisches Diktat, und eine Mentalität, die nicht die unsere ist. Es ist nicht unsere Kultur.' Ich frage Abdelkader, wie Le Pen diese Probleme lösen würde. 'Zuerst würde sie wieder definieren, wer wir sind', sagt sie. 'Woher wir kommen. Sind wir vor allem anderen Kapitalisten? Oder sind wir Menschen, die in einem Land mit Traditionen geboren wurden, mit einer Kultur? Wir haben vergessen wer wir sind. Fremde kommen zu uns und sagen: 'Wir sind Maghrebiner, wir sind Muslime, aber was sind wir? Wir sind nichts.'"

Außerdem: Matthew Shaer schildert in seinem Porträt der Whistleblowerin Chelsea Manning vor allem die persönliche Entwicklung Mannings - Politik kommt nur am Rande und ohne jedes kritische Nachfragen vor. Linda Villarosa berichtet, dass die H.I.V.-Rate unter schwarzen Homosexuellen in den USA höher ist als irgendwo sonst.

Magazinrundschau vom 30.05.2017 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazines fragt Robert F. Worth, wie es in Aleppo nach dem Bürgerkrieg weitergeht: Bietet Assad die beste aller möglichen syrischen Welten? "Aleppo war Wendepunkt und Emblem des Krieges. Sein Fall hat viele Syrer überzeugt, dass das Regime trotz seiner Gewaltsamkeit und Korruption der Normalität am nächsten kommt. Auch Trump denkt so. Er weiß, dass die Alternative kein besserer Ort ist, sondern Anarchie, bestimmt von den Warlords in den Straßen … Doch Assads Popularität rührt nicht nur von seiner Rolle als Garant für säkulare Ordnung. Er hat sich auch raffiniert als Beschützer gegen sein eigenes Regime positioniert. Kurz vor meiner Ankunft in Aleppo im März hatte ein Kommandeur der republikanischen Garde verkündet, gegen Plünderung, Raub und Angriffe auf öffentliches Eigentum und die Freiheit der Bürger und ihre Habe vorzugehen. Eine späte Reaktion auf die monatelangen Plündereien der verschiedenen paramilitärischen Gruppen vom Rand der syrischen Armee und von der Armee selbst."

Außerdem: Alec McGillis berichtet über die unangenehmen Eigenschaften von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner als Vermieter. Molly Young erkundet das Celebrity-Wellness-Business. Und Marcela Valdes überlegt, wie sich Trumps Einwanderungsgesetze austricksen lassen.

Magazinrundschau vom 23.05.2017 - New York Times

Die neue Ausgabe des New York Times Magazines ist den Tieren gewidmet und was sie uns bedeuten. Die Schriftstellerin Helen Macdonald ("Falke" und "H wie Habicht") erzählt, was Tiere sie über das Menschsein gelehrt haben: "Je mehr Zeit man damit zubringt, Tiere zu beobachten, sie zu erforschen, mit ihnen zu interagieren, desto mehr verändern sich die Erzählungen über diese Tiere, mit denen wir aufgewachsen sind, werden reicher und haben das Zeug, nicht nur unser Denken über die Tiere zu verändern, sondern auch uns selbst. Es hat meine Auffassung von Heimat verändert, zu überlegen, was der Begriff für einen Ammenhai oder eine Rauchschwalbe bedeutet. Es hat meine Vorstellung von Familie verändert, das Brutverhalten bestimmter Spechte kennenzulernen, bei dem mehrere Männchen und Weibchen die Jungen gemeinsam großziehen. Niemand glaubt ernsthaft, der Mensch sollte wie ein Ährenfisch laichen oder sich von Fliegen ernähren. Aber die unterschiedlichen Lebensweisen der Tiere haben mich auf den Gedanken gebracht, dass es möglicherweise nicht nur einen richtigen Weg gibt, Fürsorge auszudrücken, Zugehörigkeit zu fühlen, die Liebe zum Raum oder zu einer Art und Weise, sich durch die Welt zu bewegen."

Außerdem: Emily Anthes geht einer mysteriösen Katzenkrankheit nach. Roxanne Khamsi erkundet die Zusammenhänge von Übergewichtigkeit bei Mensch und Hund. Moises Velasquez-Manoff überlegt, ob sich die Kunst der Selbstheilung von den Tieren lernen lässt. Daniel Engber erklärt, warum sich an einer Pythonschlange Diabetes studieren lässt. Charles Siebert berichtet über die therapeutische Wirkung von Pferden. Und Hanya Yanagihara weiß, wie deprimierend es ist, mit einer Schildkröte zu leben.

Magazinrundschau vom 16.05.2017 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazines sucht Susan Dominus nach Alternativen zur monogamen Paarbeziehung und stellt fest: "Monogamie als Beziehungsmodell basiert auf einer klaren Grenzlinie: Kein Sex mit anderen. Die offene Partnerschaft mag als die freiere Option erscheinen, aber das erste, was nicht-monogame Paare meist tun, ist eine Liste mit Leitlinien anzulegen: Regeln zur Verhütung, über die Anzahl der Tage, an denen man sich sieht, über die mitgeteilte Menge an Informationen über den je anderen. Manche Ehepartner ziehen es vor, keine Einzelheiten über den außerehelichen Sex zu erfahren, anderen dienen solche Details als zusätzlicher Thrill. Solche Regeln sind oft dafür da, mit der Eifersucht umzugehen. Die meisten Paare arbeiten schwer daran, dieses Gefühl zu vermeiden. Doch für die philosophisch Interessierten unter den Polygamen bietet Eifersucht die Chance, die Unsicherheiten zu untersuchen, die eine offene Beziehung zutage fördert."
Stichwörter: Verhütung, Monogamie

Magazinrundschau vom 09.05.2017 - New York Times

Die neue Ausgabe des New York Times Magazines dreht sich ums Geld. Brook Larmer fragt, ob China die neue Kolonialmacht Nr. 1 sei, vor allem in Afrika: "China kommt, während der Westen sich zurückzieht. Das Engagement der USA in Asien, Afrika und Lateinamerika ging nach dem Kalten Krieg zurück, als dort stellvertretend die Rivalitäten der Supermächte ausgetragen wurden. Chinas Aufstieg und die Kriege im Nahen Osten zogen Ressourcen und Aufmerksamkeit auf sich. Jetzt, da Washington Zweifel streut über weltweite Abkommen zum freien Handel und zum Klimawandel, hat Peking mehr Möglichkeiten, eigene Initiativen voranzutreiben und globale Führungsstärke zu zeigen. Trumps Geringschätzung der transpazifischen Partnerschaft hat Pekings Handelsangebote bereits attraktiver gemacht … Chinas Führung betont, ihr Einfluss sei gutartig, eine Win-win-Kooperation, und tatsächlich wären all die Straßen, Schienennetze, Häfen und Pipelines, Telekommunikationsnetze etc. ohne China wohl niemals gebaut worden … Besorgniserregend dabei ist Chinas Ruf als Plünderer der Natur. China ist nicht allein auf diesem Gebiet, aber sein wachsender Hunger für das seltene und Exotische dezimiert weltweit die Populationen von Nashorn, Elefant, Hai und Tiger und befeuert den illegalen Holzhandel von Kongo bis Kambodscha."

Außerdem: In der Einleitung zum Dossier bilanziert Bill Wasik den jährlichen globalen Handel (10 Milliarden Tonnen Ware für 16 Billionen US-Dollar). Ruth Margalit schreibt über philippinische Arbeitskräfte in Israel. Mallory Pickett berichtet, dass Hollywood seine visual effects aus Steuergründen in London und Vancouver herstellen lässt. Und Airbus fertigt aus ähnlichen Gründen neuerdings in Alabama, weiß Binyamin Appelbaum.

Magazinrundschau vom 02.05.2017 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazines fragt Farhad Manjoo, ob Facebook wirklich eine globale Community für jeden ist und der personalisierte News Feed, das Herz von Facebook, uns gut informiert oder nur unsere Meinung und Vorlieben bestätigt: "Die Leute, die an News Feed arbeiten, treffen keine auf verschwommenen menschlichen Ideen wie Ethik, Ermessen, Intuition, Vorrang beruhenden Entscheidungen. Sie interessiert am Userverhalten nur das quantifizierbare Resultat. Diese Zahlen stellen die einzige Wahrheit für Facebook dar, eine besondere Art Wahrheit: Die Hauptaufgabe des News Feed Teams besteht darin, herauszufinden, was der User möchte, was er für 'bedeutsam' hält, so Zuckerbergs Lieblingswort dafür, und ihm mehr davon zu geben. Das geht so weit, dass die Leute im Team oft von ihrer eigenen Vorstellung davon, was bedeutsam ist, absehen müssen … Doch genau dieses Ideal steht im Konflikt mit einem Feed, wie ihn sich die Kritiker des Modells vorstellen. Der ganze Zweck redaktioneller Leitlinien und Ethik besteht darin, individuelle Instinkte zugunsten von größeren sozialen Zielen zu unterdrücken. Facebook tut sich schwer damit, etwas zu unterdrücken, was das User-Herz wünscht. In einigen Fällen fiel es dem Unternehmen leichter, Beweise dafür zu finden, dass die User dergleichen überhaupt nicht wollen."

Außerdem: Christopher Glazek schaut hinter die Kulissen der gemeinnützigen und enorm profitablen AIDS Healthcare Foundation. Leanne Shapton porträtiert die Macherin des Modelabels Comme des Garcons, Rei Kawakubo. Willa Paskin überlegt, ob es sinnvoll ist, Lucy Maud Montgomerys Kinderbuchklassiker "Anne auf Green Gables" in eine Netflix-Serie umzuwandeln. Und Laila Lalami denkt über die Bedeutung von Grenzen nach, staatlichen und anderen.

Magazinrundschau vom 25.04.2017 - New York Times

Die aktuelle Ausgabe des New York Times Magazines sorgt sich um unser Klima. Ist der Klimawandel nun Naturkatastrophe oder bloß so eine Art Gentrifizierung, an die wir uns gewöhnen?, fragt Jon Mooallem in einem Beitrag: "Irgendwie scheinen wir in der Lage, Katastrophen zu normalisieren. Peter Kahn, Professor für Psychologie an der Universität von Washington nennt das 'generationelle Umwelt-Amnesie'. Demnach kann jede Generation nur die ökologischen Veränderungen wahrnehmen, die in ihre Lebensspanne fallen … Für Kahn eines der zentralen psychologischen Probleme, weil es den tatsächlichen Effekt so vieler konkreter Probleme vernebelt, wenn wir zu nah dran sind, um die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Im Hintergrund aber steigt die Flut immer weiter und verschlingt etwas. Je länger wir leben, desto mehr könnten wir uns gefangen fühlen zwischen all den Verlusten, vergangenen und kommenden … Auf einer fundamentalen Ebene passen wir uns bereits durch eine Art stillschweigendes Einverständnis an den Klimawandel an, so Kahn, so wie die Menschen in Peking es akzeptieren, dass bloßes Einatmen der Luft sie krank machen kann. Sie sind sich dessen bewusst, sie husten und niesen, aber sie starten keine politische Revolte."

Außerdem: Jon Gertner überlegt, ob es okay ist, der Erderwärmung mit Bastelei zu begegnen. Maryn McKenna erkundet die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Viruserkrankungen. Samanth Subramanian berichtet über Landgewinnung vor Singapur. Brooke Jarvis besucht die amerikanische Ostküste und stellt fest: Land unter!

Magazinrundschau vom 18.04.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines fragt sich der Historiker Rick Perlstein, ob seine Zunft Amerikas Rechte vielleicht verkannt hat, hatte sie doch eine Präsidentschaft Trumps nicht für möglich gehalten: "Trumps Verbindung zur rechten Genealogie (von Ku Klux Klan bis zur Christian Front, d. Red.) ist nicht nur rhetorischer Art. 1927 lieferten sich in Queens tausend kapuzentragende Klansleute eine Schlacht mit der Polizei. Einer der dort Festgenommenen war Trumps Vater Fred. In den 1950ern schrieb Woody Guthrie, damals Bewohner des Wohnkomplexes, den Fred Trump bei Coney Island errichtet hatte, einen Song über 'Den alten Trump' und den Rassenhass, den er entzündet hatte. 1973, als Vater und Sohn Trump zusammenarbeiteten, waren beide wegen Diskriminierung angeklagt. Schwarzen Bewerbern war der Wohnraum verweigert worden. Im New York der Sechziger und Siebziger, in dem Donald Trump sich entwickelte, im vom Klan beherrschten Indiana der 1920er sowie in Barry Goldwaters Arizona der Fünfziger war der Konservatismus ganz vorne und setzte den emotionalen Ton einer Politik des Zorns."



Außerdem: Jonah Weiner stellt das neue Album der neuseeländischen Sängerin Lorde vor. Suzy Hansen berichtet aus der Türkei - vom Leben in einer sehr zerbrechlichen Demokratie. Und Willy Staley trifft den Autor und Regisseur Mike Judge ("Idiocracy", "Silicon Valley").

Magazinrundschau vom 11.04.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines untersucht Jonathan Mahler die Symbiose zwischen dem CNN-Chef Jeff Zucker und Donald Trump: "Hätte Trump die Wahl verloren, hätte CNN weiter ums Überleben kämpfen müssen. So wurde der Sender wichtiger für die nationale Debatte denn je. Der Mann, der dafür verantwortlich ist, ist derselbe, der in wichtigen Teilen Trumps politische Karriere befeuert hat. Es war Zucker, der als NBC-Präsident die Reality-Show "The Apprentice" mit Trump als Gastgeber ins Programm nahm, als Trump wenig mehr als ein überforderter Immobilienmakler mit einem abstürzenden Casino-Geschäft war. Diese Show wendete Trumps Schicksal mehr als alles andere und verwandelte den B-Promi-Schurken in den Prime-Time-Milliardär. Und es war Zucker, der als CNN-Präsident die TV-affinen Ereignisse übertrug, all die nachrichtenträchtigen Interviews, Kundgebungen, Debatten, 'großen politischen Verlautbarungen', die nie wirklich welche waren - die Trump zum republikanischen Aushängeschild machten, als kaum jemand sonst seine Kandidatur ernst nahm … Keiner von beiden wäre ohne den anderen da, wo er heute ist. Trumps Ausflug ins Reality-TV bescherte Zucker einen Prime-Time-Hit, als er ihn dringend brauchte. Heute sorgt Trumps Ausflug in die Politik fortdauernd für die große Story, die Zucker so dringend braucht. Eine symbotische Beziehung, die so nur in der Welt des Fernsehens gedeihen konnte, wo die Grenzen zwischen Nachricht und Entertainment, Fantasie und Realität immer mehr verwischt werden."

Außerdem: Robert F. Worth erkundet die Rolle des französischen Sozialwissenschaftlers Gilles Kepel in der Debatte um Assimilation und Extremismus unter Frankreichs Muslimen. Leslie Jamison erzählt, wie es sich anfühlt, eine Stiefmutter zu sein. Carina Chocano denkt darüber nach, was es bedeutet, "begierig nach etwas" genannt zu werden, in den sozialen Medien wie auf der politischen Bühne. Und Jenna Wortham fragt, warum Silicon Valley Online-Belästigungen nicht zu stoppen vermag.

Magazinrundschau vom 04.04.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazines berichtet Taffy Brodesser-Akner über die Schwierigkeiten von New Yorker Juden, die beschließen, ihre ultraorthodoxe Gemeinde zu verlassen, und über ihre eigene Erziehung: "Mir wurde beigebracht, ich sei grundsätzlich schlecht und müsse mich nach bestimmten Regeln verhalten, um so etwas wie ein guter Mensch zu werden. In der ultraorthodoxen Schule wurde ich gelehrt, das Bad stets schnell zu verlassen, um nicht angesichts meines Körpers auf dumme Gedanken zu kommen. Als ich an eine moderne Schule kam, ging es weiter: Menschen seien die ultimativen Intelligenzwesen, hieß es dort, außer sie stellten Fragen, die über die Thora hinausgingen. Es hieß, würde ich an Passah Hülsenfrüchte essen, würden meine Kinder von ihrem Erbe als Juden abgeschnitten, was immer das heißen sollte. Später lernte ich, was es bedeutete: Unfruchtbarkeit, Fehlgeburt oder auch das Mitansehenmüssen, dass meine Kinder vor mir sterben. Ich befolge die Regeln des Passahfestes nicht mehr streng, doch jedes Mal, wenn ich während der acht Tage ein Hummus verdrücke, fechte ich innerlich einen Kampf aus."

Außerdem: Robert Draper analysiert Trumps erste Niederlage im Kongress. Thomas Chatterton Williams porträtiert den früheren Islamisten Maajid Nawaz, der sich gegen Extremismus unter Muslimen engagiert. Und Elisabeth Rosenthal erläutert, wieso Krankenhäuser in den USA völlig unverständliche Rechnungen stellen.