
Im
aktuellen New York Times Magazine begegnet Ruth Franklin den
weiblichen Helden in den Romanen der amerikanischen Schriftstellerin
Claire Messud und
entdeckt ein literarisches Tabu: "Messuds Bücher haben weniger Öffentlichkeit bekommen als vergleichbare Romane von Jonathan Franzen, Jennifer Egan, Donna Tartt oder Colson Whitehead. Der Grund ist vielleicht die Beschäftigung mit eher unsichtbaren Geschichten, denjenigen
unorthodoxer Frauen und ihrer Beziehungen untereinander, als Töchter, Schwestern, beste Freundinnen. Lange vor Elena Ferrantes Erfolg mit der Geschichte der komplexen, lebenslangen Freundschaft zweier Frauen, hat Messud dergleichen schon mit ungewöhnlicher Intensität erzählt und
weibliches Innenleben zum Objekt ernsthafter Betrachtung gemacht … Das literarische Tabu betreffend Frauen mit 'ungehörigen' Gefühlen ist nur ein Teil des Problems, das Autorinnen und Leserinnen lange beschäftigt: ein männlich dominierter literarischer Kanon, der nur eine beschränkte Sicht auf die Frau gestattet. Schon vor 90 Jahren wies Virginia Woolf darauf hin, dass Frauen in der Literatur fast ausschließlich in ihrer Beziehung zu Männern gezeigt werden. Und wenn sie
in Beziehung zu anderen Frauen auftreten, so Woolf weiter, dann nur in vereinfachter Weise."
Anlässlich einer fatal missglückten Initiation des Amerikaners Michael Deng in eine Bruderschaft seiner Universität, die mit dem
Tod Dengs endete,
berichtet Jay Caspian Kang von der tödlichen Suche nach
asiatisch-amerikanischer Identität. Anders als Afroamerikaner, die das Erbe der Sklaverei verbindet, ist "Asian Americans" für Kang nur
ein leerer Begriff. "Michael Deng und seine Brüder in der Verbindung kamen aus chinesischen Familien und waren in Queens aufgewachsen. Sie haben nichts mit mir gemeinsam - als jemand, der
in Korea geboren wurde und in Boston und North Carolina aufwuchs. Wir teilen einige Stereotype - Tigermütter, Musikstunden und den unhinterfragten Marsch zum Erfolg, wie immer der definiert ist. Meine koreanische Erziehung, stellte ich fest, hat mehr gemein mit der von Kindern
jüdischer oder westafrikanischer Immigranten als mit der von Chinesen oder Japanern in den Vereinigten Staaten, mit denen ich nur die Angst teile, dass wenn ich gegen die Wand gedrängt werde, es dem anderen neben mir höchstwahrscheinlich ebenso ergeht." Dass das Konzept "asiatisch-amerikanisch" existiert und Konsequenzen hat, wurde den meisten Amerikanern erst bewusst, als der
chinesischstämmige Amerikaner
Vincent Chin 1982 von Weißen erschlagen wurde, die
japanische Importe für den Niedergang der amerikanischen Autoindustrie verantwortlich machten.
Außerdem: Caelainn Hogan
erzählt von der schwierigen Situation
krebskranker syrischer Kinder und ihrer Familien in einem Land im Krieg.