Magazinrundschau - Archiv

The New York Times

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Magazinrundschau vom 29.08.2017 - New York Times

Im aktuellen New York Times Magazine wartet Peter de Jonge mit einer steilen These zum Tennis auf: Seiner Meinung nach spielt Roger Federer mit seinen immerhin 36 Jahren das beste Tennis seines Lebens: "Was die echten Stars vom Rest trennt, ist der Optimismus. Ein Match ist voller Frustrationen, sie lauern in jedem Satz, jedem Spiel, Punkt, Breakball. Es gilt, das große Ganze im Blick zu behalten. McEnroe konnte das nicht. Einem Nick Kyrgios gelingt es nie lange, und sogar einem Djokovic fällt es immer schwerer. Federer verfügt nicht nur über das vielfältigste Spiel von allen, er hat auch die besten Voraussetzungen. Seine mühelose Eleganz lässt leicht vergessen, dass auch er Rückschläge hinnehmen musste … Selbst wenn Nadal ihn viermal in einem Jahr besiegte, nahm Federer es nicht persönlich … 'Am Ende ist es nur ein Spiel, und man muss darüber hinweg kommen', meint Federer. 'Ich möchte nicht, dass meine Kinder fragen müssen, was mit mir los ist.' Aber das bedeutet nicht, dass alles spurlos an ihm vorbeigeht. 'Es gibt Narben, das ist sicher', sagt er."
Stichwörter: Tennis, Federer, Roger, Narben

Magazinrundschau vom 22.08.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des New York Times Magazine fragt sich Wil S. Hylton, wie die trumpnahe Nachrichten- und Meinungsplattform Breitbart News strukturiert und ob sie nur provokativ oder auch gefährlich ist: "Tatsächlich ist das Impressum internationaler als die Nachrichtenportale, für die ich gearbeitet habe, frauen- und minoritätenfreundlich … Unterlaufen wird das durch die Tatsache, dass die anstößigen Artikel der Seite ausgerechnet von Leuten geschrieben werden, die aus demografischer Sicht eigentlich dagegen sein müssten. Idenditätspolitisch geht es verquer zu: Der Lateinamerika-Korrespondent ist ein spanischer Muttersprachler, der seine Rechtsaußen-Sicht der kubanischen Exilgemeinde verdankt. Und ein Hetzartikel zum Thema 'black crime' kommt von einem schwarzen Konservativen, der befürchtet, die Thematisierung von Polizeigewalt gehe zu Lasten der Bekämpfung von Bandenkriminalität … Breitbart zu legitimieren ist problematisch. Weil konventionelle Nachrichtenportale selbst ums Überleben kämpfen, aber auch, da das ganze Nachrichten-Konzept sich im Wandel befindet. Viele Reporter heute halten Objektivität für ein lobenswertes, aber abstraktes Ziel. Fakten zu verifizieren und auf bloße Meinung zu verzichten, mag einen Autor qualitativ aufwerten. Doch generell führt der Trend weg vom Konzept der Objektivität, nicht darauf zu."

In der New York Times kauft John Herrman den sozialen Plattformen das demokratische Ethos nicht ab: "Sie bedienten sich der Sprache des Rechts, um willkürliche Regeln zu legitimieren und verschafften sich damit, wie es die Tech-Anwältin Kendra Albert nennt, einen 'juristischen Talisman'. Das war vor allem operativ bequem und sogar nützlich: Wie könnte man besser Haftung und Verantwortung von sich weisen für die Art, wie Kunden ein Produkt benutzen?"

Außerdem: Declan Walsh untersucht den Fall des in Kairo gefolterten und getöteten italienischen Studenten Giulio Regeni. Und Amanda Hess überlegt, wohin die öffentliche Diskussion über sprachliche, strukturelle und symbolische Gewalt wohl führt.

Magazinrundschau vom 15.08.2017 - New York Times

Im aktuellen New York Times Magazine begegnet Ruth Franklin den weiblichen Helden in den Romanen der amerikanischen Schriftstellerin Claire Messud und entdeckt ein literarisches Tabu: "Messuds Bücher haben weniger Öffentlichkeit bekommen als vergleichbare Romane von Jonathan Franzen, Jennifer Egan, Donna Tartt oder Colson Whitehead. Der Grund ist vielleicht die Beschäftigung mit eher unsichtbaren Geschichten, denjenigen unorthodoxer Frauen und ihrer Beziehungen untereinander, als Töchter, Schwestern, beste Freundinnen. Lange vor Elena Ferrantes Erfolg mit der Geschichte der komplexen, lebenslangen Freundschaft zweier Frauen, hat Messud dergleichen schon mit ungewöhnlicher Intensität erzählt und weibliches Innenleben zum Objekt ernsthafter Betrachtung gemacht … Das literarische Tabu betreffend Frauen mit 'ungehörigen' Gefühlen ist nur ein Teil des Problems, das Autorinnen und Leserinnen lange beschäftigt: ein männlich dominierter literarischer Kanon, der nur eine beschränkte Sicht auf die Frau gestattet. Schon vor 90 Jahren wies Virginia Woolf darauf hin, dass Frauen in der Literatur fast ausschließlich in ihrer Beziehung zu Männern gezeigt werden. Und wenn sie in Beziehung zu anderen Frauen auftreten, so Woolf weiter, dann nur in vereinfachter Weise."

Anlässlich einer fatal missglückten Initiation des Amerikaners Michael Deng in eine Bruderschaft seiner Universität, die mit dem Tod Dengs endete, berichtet Jay Caspian Kang von der tödlichen Suche nach asiatisch-amerikanischer Identität. Anders als Afroamerikaner, die das Erbe der Sklaverei verbindet, ist "Asian Americans" für Kang nur ein leerer Begriff. "Michael Deng und seine Brüder in der Verbindung kamen aus chinesischen Familien und waren in Queens aufgewachsen. Sie haben nichts mit mir gemeinsam - als jemand, der in Korea geboren wurde und in Boston und North Carolina aufwuchs. Wir teilen einige Stereotype - Tigermütter, Musikstunden und den unhinterfragten Marsch zum Erfolg, wie immer der definiert ist. Meine koreanische Erziehung, stellte ich fest, hat mehr gemein mit der von Kindern jüdischer oder westafrikanischer Immigranten als mit der von Chinesen oder Japanern in den Vereinigten Staaten, mit denen ich nur die Angst teile, dass wenn ich gegen die Wand gedrängt werde, es dem anderen neben mir höchstwahrscheinlich ebenso ergeht." Dass das Konzept "asiatisch-amerikanisch" existiert und Konsequenzen hat, wurde den meisten Amerikanern erst bewusst, als der chinesischstämmige Amerikaner Vincent Chin 1982 von Weißen erschlagen wurde, die japanische Importe für den Niedergang der amerikanischen Autoindustrie verantwortlich machten.

Außerdem: Caelainn Hogan erzählt von der schwierigen Situation krebskranker syrischer Kinder und ihrer Familien in einem Land im Krieg.

Magazinrundschau vom 08.08.2017 - New York Times

In der New York Times gefällt uns eine Reportage von Michael Kimmelman, der sich der neuen Londoner U-Bahn namens Crossrail annimmt, Europas größtes Infrastruktur-Projekt und ein echtes Zukunftsversprechen, doch das war vor Brexit: "Megaprojekte wie die Erneuerung von King's Cross, die Erweiterung von Heathrow oder eben Crossrail, sollen London zur großen europäischen Metropole machen, einem melting pot des 21. Jahrhunderts einem Sybaris der Kulturen und des freien Marktes, zugleich verschärfen sie die unterschwelligen urbanen Schwächen und befeuern Ressentiments gegen die Stadt. Crossrail war gedacht als eine Art demokratisierendes Korrektiv, das die Stadt zugleich schrumpfen und als Vision Londons als große, inkludierende Metropole auch expandieren sollte. Während es Banker in hoher Geschwindigkeit zwischen ihren Büros, ihren Multimillion-Dollar-Apartments und Heathrow hin- und herkatapultiert hätte, hätte es auch Millionen bisher marginalisierten Geringverdienern ohne Chance auf eine Bleibe im Zentrum ermöglichen sollen, in billigeren Gegenden weit weg von ihrer Arbeitsstelle zu wohnen. Doch was, wenn der Strom zuziehender Banker abreißt und Zuwanderer sich woanders umschauen? Was wenn die Exzesse aus Euro-Geld und Euro-Arbeitskraft, die das Wachstum anfeuerten, plötzlich aufhören?"
Stichwörter: Crossrail, Brexit, London, Exzess

Magazinrundschau vom 01.08.2017 - New York Times

In der aktuellen Ausgabe des Magazins erkundet Alex W. Palmer die Situation von Chinas Menschenrechtsanwälten, die heute dramatischer ist denn je: "Anwälte wie Liang Xiaojun befassen sich mit Meinungsfreiheit, Arbeitsrecht, religiöser Freiheit, Rechten von Homosexuellen und Transgender. Ihr gemeinsamer Gegner heißt in jedem Fall: Angst … Der Druck auf sie wird langsam erhöht. Zunächst werden sie zum 'Tee' bei der Polizei eingeladen. Woran arbeiten sie gerade, fragt der Officer. Und ihre Kollegen? Wie kommen ihre Kinder mit dem neuen Lehrer zurecht? Das genügt oft, um den Anwalt zum Umdenken zu bewegen. Wer weitermacht, auf den wird der Druck erhöht. Besuche des Justizamtes, Nachrichten vom Aufpasser der Regierung ('Sehen Sie sich vor, was Sie heute auf dem Meeting sagen'), die sowohl einschüchternd wirken als auch als Erinnerung daran dienen, dass man beobachtet wird. Der Druck kann erschreckend persönlich werden. Zwischen Druck und Entspannung wechselnd, kann ein Aufpasser sein 'Objekt' die eine Woche zum Essen einladen, die nächste zum Verhör. Häufig werden Euphemismen verwendet. Es heißt, man hat mit jemandem 'gesprochen' anstatt er wurde 'bedroht', jemand wird 'erzogen', nicht 'diszipliniert'. Angst vor Gewalt und Verhaftung werden alltäglich."

Außerdem: Sam Anderson und der Fotograf Luca Locatelli klettern durch die uralten Marmorbrüche Norditaliens. Und Alex French stellt fest, dass Hollywood inzwischen aus jedem x-beliebigen Smartphone-Game einen Film (und viel Geld) machen kann, Plot hin oder her.

Magazinrundschau vom 25.07.2017 - New York Times

In einem langen Feature der neuen Ausgabe des Magazins begibt sich James Verini in die Hölle von Mossul. Zwar gilt die Stadt als befreit, doch ein Ende des Krieges ist nicht abzusehen: "Bis Mai waren große Teile der westlichen Stadt zurückerobert, die Altstadt war eingekreist. Die Soldaten ware bereit für das Ende der Schlacht, dieses Krieges. Man konnte es an ihrer Haltung sehen, in ihren Gesichtern, der Art, wie sie die Waffen hielten. Am Ende hat die Schlacht um Mosul rund tausend Mitglieder der Special Forces und Tausende Zivilisten das Leben gekostet. Ich fragte einen Soldaten, was er jetzt vorhätte. 'Nach Hawija oder Tal Afar', meinte er. Zu den letzten Hochburgen des IS im Irak also. 'Es ist ein Vertrag bis zum Tod.' In seiner Stimme lag eine Müdigkeit, die über diese Orte hinausreichte, bis über den offiziellen Sieg über den IS. Wie jeder wusste er, dass der Aufstand nicht vorüber war, sondern in den Untergrund gehen, so wie Al Qaida, und auf eine neue politische oder konfessionelle Krise warten würde. Das Warten wird womöglich nicht lange dauern. So wie diesem Krieg vergangene Kriege eingeschrieben sind, sind die Hinweise auf kommende Kriege dem Irak von heute eingebrannt. Schiitische Militärs versuchen Sunni-Land zu kontrollieren. Sunni-Militärs expandieren ihrerseits. Kurdische Peschmerga rüsten sich für die Verteidigung des von ihnen während des Kampfes gegen den IS besetzten Landes."

Außerdem: John Herrman fürchtet sich vor der weiter expandierenden Amazon-Arbeitswelt. In der Book Review geht's unter anderem um Ayobami Adebayos Debütroman "Stay with me", einen amerikanischen Krimi aus dem Périgord sowie zwei Bücher über Leben und Sterben in Syrien, Alia Maleks "The Home That Was Our Country" und Wendy Pearlmans "We Crossed a Bridge and It Trembled".

Magazinrundschau vom 11.07.2017 - New York Times

Die New York Times druckt ein E-Mail-Interview, das der Philosoph George Yancy über mehrere Wochen hinweg mit Noam Chomsky geführt hat. Es geht um Trump und den grässlichen Stand der Dinge, den Chomsky folgendermaßen umreißt: "Die wichtigsten Themen derzeit sind Klimawandel und Atomkrieg. Beim ersten sind die Republikaner gerade dabei, sämtliche Chancen auf ein Überleben zu zerstören, dagegen gilt es anzugehen … Betreffend den zweiten Punkt bietet Syrien gefährliches Konfrontationspotenzial. Trumps Fortführung von Obamas Programm zur Modernisierung der Nuklearwaffen ist äußerst gefährlich. Das Thema wird detailliert in einem wichtigen Artikel im 'Bulletin of the Atomic Scientists' vom März diskutiert, der Text sollte wirklich Schlagzeilen machen. Die Autoren, alles hoch respektable Analysten, stellen fest, dass das Programm zur Modernisierung der Nuklearwaffen die tödliche Macht um ca. den Faktor drei verstärkt habe. Die Folge sei erwartbar, ziehe man in Betracht, dass eine Nuklearmacht einen nuklearen Krieg dadurch zu gewinnen trachte, dass sie den Feind durch einen Erstschlag überrascht. Das bedeutet, russische Militärstrategen könnten im Moment einer Krise, von denen es allzu viele gibt, angesichts fehlender Abschreckungsmittel schlussfolgern, dass ein Erstschlag die einzige Hoffnung auf Überleben birgt. Das wäre das Ende von uns allen."

Magazinrundschau vom 04.07.2017 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazines berichtet Steven Johnson über neue Initiativen, mit Lichtimpulsen außerirdisches Leben zu kontaktieren, und über die philosophischen Implikationen: "Etwas an diesem Vorhaben (genannt METI, Messaging Extra Terrestrial Intelligence, die Red.) fordert den Verstand über das normale Maß. Es erfordert die Vorstellung von Zeitdimensionen, bei denen die Konsequenzen einer heutige Entscheidung erst in 10.000 Jahren zum Tragen kommen könnten. Die Größenordnung dieser Konsequenzen überschreitet unseren Begriff von Ursache und Wirkung. Ob wir uns die Außerirdischen nun als Krieger oder Zen-Meister vorstellen, sobald wir METI eine realistische Chance bei der Kontaktaufnahme mit intelligentem außerirdischen Leben irgendwo in der Milchstraße einräumen, müssen wir akzeptieren, dass eine kleine Gruppe von Astronomen, Science-Fiction-Autoren und Milliardären gerade mit einer Entscheidung ringt, die die menschliche Zivilisation vollkommen verändern könnte." Mögliche Ängste vor einer kriegerischen Invasion zerstreut Johnson übrigens mit dem Hinweis auf Steven Pinkers Theorie, wonach ältere Zivilisationen tendenziell friedfertiger sind.

Außerdem: Tim Weiner über das Verhältnis Trump-F.B.I. John Herrman sieht mit Schrecken, wie sich eine neue Rechte in den USA als Gegenkultur inszeniert. Und Peg Tyre stellt ein neues Tech Start-Up vor, das die Schulbildung in Entwicklungsländern revolutionieren möchte.

Magazinrundschau vom 27.06.2017 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazines schickt Sarah A. Topol eine Reportage über Kindersoldaten in Nigeria, die von Boko Haram gekidnappt worden und langsam ans Töten gewöhnt worden waren. "Über drei Wochen in diesem Winter sprach ich mit 25 Kindern aus der Borno-Region. Und obwohl es wahr ist, dass die Kindersoldaten machtlos sind, trafen alle Kinder kleine Entscheidungen über ihr Überleben. Ich traf ein 16-jähriges Mädchen, das drei mal zwangsverheiratet worden war. Als ihr dritter 'Ehemann' ihr verkündete, er gehe nach Bama, die Stadt, aus der sie kam, traf sie blitzschnell die Entscheidung ihm vorzumachen, sie sei in ihn verliebt. Zum ersten Mal lächelte sie ihn an und bat ihn, ihrer Mutter eine Nachricht zu überbringen. Er tat das zwei Mal, bevor er getötet wurde."

Nitsuh Abebe erklärt Win-win für hoffnungslos outdated. Das neue Ding sei, der Wirklichkeit ohne Rücksicht auf Verluste seinen Willen aufzuzwingen, gleich zu welchem Zweck, der neue Präsident mache es vor: "Vor nicht allzu langer Zeit gab es in Amerika den Glauben an Dinge, von denen alle profitieren. Konkurrierende Interessen konnten ausbalanciert werden, ohne dass jemand zu verlieren hatte. Dafür gab es den Business-Begriff 'win-win'. Obama, stets darauf bedacht, mit seiner Politik Konsens herzustellen, benutzte den Begriff für alles, von internationalen Beziehungen bis zur Solarenergie; 2014 bezeichnete er neue Benzinregelungen für Lkw sogar als 'win-win-win'. Davon ist neuerdings kaum noch die Rede. Einer der lautesten politischen Claims des letzten Jahres lautete: Alle Versprechungen von Ausgleich und einvernehmlichem Zielen sind in Wirklichkeit schmachvolle Fallen, aufgestellt von Nutznießern, die sich über diesen Handel ins Fäustchen lachen. Also geht es neuerdings nur noch ums Gewinnen, ohne Harmonie der Interessen. Nutze deine Macht und Stärke oder schleich' dich."

Außerdem: Adam Shatz porträtiert den ätherischen Jazzpianisten Craig Taborn.

Magazinrundschau vom 20.06.2017 - New York Times

In der neuen Ausgabe des New York Times Magazine erzählt Norman Behrendt, wer und was hinter dem Bau von fast 9000 neuen Moscheen in der Türkei zwischen 2006 und 2009 steckt. Der Bauboom hat nicht nur religiöse Gründe, lernt sie bei ihrer Recherche: "2004 kontrollierte Erdogans AKP nicht nur die nationale Regierung sondern auch die Stadtverwaltungen von Istanbul und Ankara. Die Partei folgte dem neuen globalen Trend des urban management: Das half, eine Reihe städtischer Gesellschaften zu gründen. Zuerst schuf die Synergie aus privat und öffentlich echte Vorteile. Die AKP erweiterte den städtischen Service in Istanbul, schuf neue Parks und Fußgängerzonen. Aber als die Macht der Partei und die Wirtschaft des Landes wuchsen, begann die Regierung, der Stadt gehörende Brachflächen an private Investoren zu verkaufen. Oft ging sie dafür über das nationale Hauskommittee TOKI Partnerschaften mit ihnen ein. Zusammen baute man Apartmenthäuser, Brücken und Flughäfen, Tunnels und Einkaufszentren mit bewachten Parkplätzen. Erdogan begann gewissermaßen den öffentlichen Raum und seine Werte zu definieren." Protest dagegen erhob sich kaum, so Hansen, weil Erdogan die bittere Pille mit neoosmanischen neuen Moscheen versüßt, die den Einwohnern ein Gefühl von Größe vermitteln sollen.

Außerdem: Jesse Lichtenstein trifft den Twitter-Komiker Jonny Sun und sein empfindsames Alter Ego. Und im Interview erklärt Naomi Klein die Marke Trump. Auf Matthew Shaers Porträt Chelsea Mannings hatten wir letzte Woche schon hingewiesen.