Im Kino

Unsere aktuellen Filmkritiken erscheinen zweimal die Woche.
Stichwort: Französischer Film - 106 Artikel - Seite 6 von 9

Wer bin ich und was mache ich hier?

Im Kino 20.05.2021 Der perfekte Film zur Pandemie: In Alexandre Ajas "Oxygen" erwacht eine Frau in einer von Dioden erleuchteten Kapsel, abgeschlossen von der Umwelt, nur mit sich selbst konfrontiert. Paul Schrader zeigte 1980 mit "American Gigolo" schon alles, was den Rest der Achtziger auszeichnete: Minimalistische Räume, Musik von Giorgio Moroder, todschicke Klamotten, wunderschöne Körper, Sex, Gewalt und jede Menge Ambivalenzen. Von Nicolai Bühnemann, Michael Kienzl

Nicht unter drei

Im Kino 14.05.2021 Christophe Honorés "Die Liebenden - von der Last, glücklich zu sein" erzählt von der unerklärlichen Zirkulation des Begehrens und spielt dabei mit den Genres: vom Musical über das Melodram bis zur Tragödie. Catherine Deneuve spielt außerdem mit.  Der Dokumentarfilm "Soldaten" von Willem Konrad und Christian von Brockhausen, der gerade beim Dok.fest München lief, begleitet das Coming-of-Age dreier neuer Rekruten, er erzählt weniger von der Bundeswehr. Von Stefanie Diekmann, Patrick Holzapfel

Unaufgelöste Spannung

Im Kino 03.02.2021 Die georgische Regisseurin Dea Kulumbegashvili erzählt in "Beginning" mit betörenden, poetischen, magischen Bildern von einer Frau, die versucht, ihr Leben zurückzugewinnen - von der Kirche, dem Ehemann, der Polizei. Francis Savels Kunstporno "Gleichung mit einem Unbekannten" von 1980 stellt den erotischen Streifzügen seines somnambulen Helden eine romantische Begegnung gegenüber und huldigt der Schönheit des Dazwischen. Von Thekla Dannenberg, Michael Kienzl

Ein Weltreich am Ende

Im Kino 05.11.2020 Olivier Marchals Netflixfilm "Banden von Marseille" zeichnet eine Gesellschaft, in der jeder Mann verstrickt und korrumpiert ist, ob er nun das Böse will oder das Gute. Die Frauen setzen ein schwarzes Kopftuch auf und leiden schweigend. Ciro Guerras Verfilmung des Coetzee-Romans "Warten auf die Barbaren" krankt am von Coetzee selbst verfassten Drehbuch. Zu sich findet der Film nur dort, wo die symbolischen Elemente des Romans über koloniale Gewalt direkt an Bilder gebunden werden. Von Ekkehard Knörer, Karsten Munt
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