Die Ausstellung "
Bauhaus und Nationalsozialismus"
in der Klassik Stiftung Weimar sorgt für Graustufen im sonst vorherrschenden historischen Bild vom Bauhaus, das von den Nationalsozialisten unterdrückt wurde und zu diesen auf Distanz ging,
schreibt Sophie Jung in der
taz. Zwar wurden einige Bauhauskünstler verfolgt und manche sogar in den Konzentrationslagern ermordet. Einige machten aber auch Karriere -
Fritz Ertl etwa gestaltete Pläne für das KZ Auschwitz-Birkenau. Und die Nationalsozialisten konnten der klaren Bauhaus-Linie ästhetisch durchaus etwas abgewinnen - für Zeitungsporträts ließ sich Hitler auch mal im
Freischwinger ablichten. "Die Moderne als rationales Projekt, sie findet bei Ertls Architekturplänen ihren düstersten Abweg. ... Die Produktwelt des Reichs liegt
zwischen braunem Mief und Fortschrittsversprechen. Es ist daher eine zu einfache, vielleicht zu schöne Erzählung, die serifenlose Schrift am schmiedeeisernen Tor des KZ Buchenwald mit dem zynischen Spruch 'Jedem das Seine' sei ein stiller Widerstandsakt des Bauhäuslers
Franz Ehrlich gewesen. Der Kommunist wurde 1938 als Buchenwaldhäftling dazu gezwungen, das Tor zu gestalten, seine modern-runde Typografie war nicht subversiv,
sie hat der SS einfach gefallen."
Silke Wichert
hat in der
NZZ viel Freude an den Auftritten von
Lauren Sánchez, der Verlobten von
Jeff Bezos, bei öffentlichen Anlässen: Stilkritiker mögen mit den Augen drehen, aber "wenn Stilberater immer sagen, man solle seinen
eigenen Stil finden -
voilà!".