Christoph Keese, Hauptpropagandist des Springer-Verlags für eine Urheberrechtsreform im Sinne dieses Verlags und Aufsichtsrat der
VG Media, die die Google-Gelder eintreiben will (aber bisher nicht kann), wirft
Youtube in der
Welt Propaganda vor. Nach Blogeinträgen der Youtube-Chefin Susan Wojcicki (unser
Resümee) kam es dort zu überraschend heftigen Reaktionen von Youtube-Kanalbetreibern.
So schlimm wird es mit dem Uploadfiltern, die die Machtposition der rechteverwaltenden Konzerne wieder herstellen sollen, doch gar nicht werden, beteuert Keese: "Wer
einige Passagen aus einem Buch vorliest, begeht kein Unrecht, sofern er
vernünftige Grenzen einhält..." Urheberrechtlich ist das falsch, das weiß Keese, und fährt darum fort: "Weil YouTuber wissen, dass sie mit dem
nicht lizensierten Abspielen von Werken Dritter eine Sperrung durch YouTube riskieren, werden sie vorsichtiger mit geistigem Eigentum umgehen und sich aus der Gefahrenzone heraushalten. Das heißt nicht, dass sie keine Musik mehr abspielen dürfen. Die Musik verschwindet nicht aus Videos. Es heißt nur, dass sie sich
die Rechte besorgen müssen. Das ist die normalste Sache der Welt und nicht zu viel verlangt."
Auch in der Schweiz ist ein Urhebergesetz geplant, das wie in Deutschland
im Prinzip jedes Foto - und sei es ein Röntgenbild - unter
Urheberrechtsvorbehalt stellt. Donat Agosti
protestiert in der
NZZ: "Klar ist aber, welches die Folgen einer solchen Regelung wären:
Museen,
Archive,
Dokumentarstellen und viele andere solche Einrichtungen müssten ihre Fotosammlungen für die Öffentlichkeit
unzugänglich machen. Da es ihnen nur mit unverhältnismäßigem Aufwand oder überhaupt nicht möglich wäre, die Fotografinnen und Fotografen der bei ihnen vorhandenen Bilder ausfindig zu machen und deren Einwilligung zur weiteren Nutzung zu erhalten, müssten sie auf die Verwendung dieser Fotos verzichten."