Spiegel Online zitiert aus einem Brief des BND an den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Geheimdienstaffäre, der den BND gefragt hatte, ob er
wirklich alle Dokumente vorgelegt habe: "Die Antwort lautet:
Nein, die Unterlagen wurden nicht "vollumfänglich vorlegt". Um genau zu sein, fehlten
mehr als hundert Dokumente. Der BND habe "etwa 130 Dokumente (...) aufgrund eines Versehens dem Untersuchungsausschuss bislang nicht übermittelt", heißt es in dem Schreiben weiter."
Und auch diese Nachricht stärkt nicht das Vertrauen in die Dienste: Der Ausschussvorsitzende Patrick Sensburg (CDU) hatte sein
Hochsicherheitshandy zur Überprüfung an das Bundesamt für Informationssicherheit (BSI) eingeschickt. Als es dort eintraf, war der aus Sicherheitsgründen verplombte Behälter geöffnet worden (mehr
hier). Für Martin Kaul (
taz)
drängt sich der Verdacht auf, dass das Kryptohandy von Geheimdiensten
abgefangen und ausgespäht wurde: "Weil in dem Parlamentsgremium viele Details der digitalen Agententätigkeit verhandelt werden, sollen Geheimdienste wie der britische GCHQ und die US-amerikanische NSA
Druck auf die Bundesregierung ausgeübt haben, mit Informationen spärlich umzugehen. BND und Bundeskanzleramt erschwerten immer wieder die Arbeit des Ausschusses."
Die britische Bürgerrechtsorganisation
Statewatch hat ein vertrauliches Dokument
veröffentlicht, das nahelegt, dass die Regierungen der EU-Mitgliedstaaten an einer deutlichen
Aufweichung der Datenschutzstandards arbeiten,
berichtet Svenja Bergt in der
taz. Wegfallen sollen etwa das Prinzip, dass so wenig Daten wie möglich erhoben werden sollen, sowie die Zweckbindung bei der Nutzung von Daten: "Das Sammeln von Daten soll laut dem Papier künftig erlaubt sein, wenn es "
nicht exzessiv" passiert, und auch Dritte sollen die Daten verarbeiten können, wenn nicht etwa Grundrechte dagegen sprechen. Damit könnten Unternehmen
fast jede Erhebung und Nutzung von persönlichen Informationen rechtfertigen."
Die
iranische Regierung nimmt sich in butterweicher Rhetorik vor, die Cyberkriminalität zu bekämpfen,
berichtet Parisa Tonekaboni in
heise.de. Dafür werden vor allem Likes und Meinungsäußerungen auf
Facebook untersucht. Schon wurden "mehrere Personen wegen der "
Verbreitung von Unmoral in der Gesellschaft" verhaftet... Zu ihren Identitäten gab es zunächst keine Auskunft. Nun wird ihnen zudem auch eine "Beleidigung der Heiligtümer des Islams" sowie die "Ermutigung anderer Personen zu Straftaten" vorgeworfen.
Blasphemie kann im Iran mit dem Tod bestraft werden."