Google hat bekannt gegeben, dass es 2012 nach einer gerichtlichen Anordnung
Mails von Wikileaks an die amerikanischen Behörden weitergegeben hat. Die Leute von Wikileaks sind stinksauer,
meldet Jonas Jansen in der
FAZ. Sie ließen durch ihren Anwalt mitteilen, "dass Google so lange gewartet habe, würde die Wikileaks-Aktivisten "erstaunen und verwundern". "Wenn unsere Klienten von den Spionage-Vorwürfen
gewusst hätten, hätten wir vor Gericht versuchen können, die Ermittlungen zu verhindern, so hatten wir keine Ahnung"".
Aber durfte Google diese Information überhaupt weitergeben? In der
taz sieht Meike Laaf den schwarzen Peter bei der amerikanischen Regierung: "Die Auskunftspraxis der US-Regierung stellt jedoch generell ein Problem dar. Gerade
in Kombination mit der Stillschweigeklausel. Und besonders, wenn diese eingesetzt wird, um das Verbrechen zu bestrafen, Informationen über Missstände zu veröffentlichen."
Wo bleibt die öffentliche Reaktion,
fragt empört Trevor Timm im
Guardian: "Die unverschämte
legale Attacke auf WikiLeaks und sein Personal, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahmen, indem sie Geheiminformationem in öffentlichem Interesse veröffentlichten, wie es andere Medien in diesem Land auch tun, ist eine
Attacke auf die Pressefreiheit, und es ist schockierend, dass nicht mehr Menschen ihre Stimmen (oder Stifte und Tastaturen) dagegen erheben."
Apropos Überwachung: Nicht nur Regierungen und Internetkonzerne sammeln Daten über uns. Auch
die Medien sammeln Daten über die Leser ihrer Seiten,
schreibt Svenja Bednarczyk in der
taz: "Wenn der Leser eine Seite aufruft, laufen die Tracker unbemerkt im Hintergrund und sammeln Daten über den Nutzer. Sie kommunizieren das Nutzerverhalten, ohne dass der Nutzer selbst das beeinflussen kann. Bei
Zeit Online kommen
pro Seitenaufruf 26 dieser Verbindungen zustande, bei
Spiegel Online über 30, bei der in Duderstadt erscheinenden Lokalzeitung
Göttinger Tageblatt des Madsack-Verlags sind es
sogar 45. ... Diese Technik nutzt die Werbeindustrie dann, um
gezielt Produkte zu bewerben, die man sich vielleicht zuletzt bei Amazon angeschaut hat. "