Jörg Häntzschel fragt im großen
SZ-Gespräch mit
Katarzyna Wielga-
Skolimowska, der neuen Leiterin der
Kulturstiftung des Bundes, wie sie die ihr zur Verfügung stehenden
40 Millionen Euro pro Jahr verteilen will. Unter anderem setzt sie auf "Kooperation mit dem sogenannten
Globalen Süden. Die Frage ist: Wie kann man fair kooperieren? Wichtig ist mir, dass wir in Deutschland über längere Zeiträume mit Akteuren aus dem Globalen Süden arbeiten. Kurzfristige Projekte reichen nicht." Weiter "wäre es wichtig, sich dem Thema
Kolonialität im postsowjetischen Raum zu widmen. In diesen Ländern gewohnt oder gearbeitet zu haben: Was bedeutet das, was hat das mit dem jetzigen Krieg zu tun? Diesen Diskurs gibt es in der Ukraine, den gibt es in Polen, in Deutschland ist er nicht präsent genug.
Wir denken Kolonialität sehr eng." Auch zum
BDS-
Beschluss des Bundestags positioniert sie sich, die Fragen fehlen allerdings in der Print-Ausgabe der
SZ: "Wie man den BDS-Beschluss überhaupt umsetzen könnte, bleibt eine praktische Frage und eine Herausforderung für Kulturinstitutionen. Ich bin generell
gegen Boykott, unabhängig davon, welches Land es betrifft."
Gestern sprach
Hermann Parzinger schon in der
Berliner Zeitung über die Reformen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (
Unser Resümee), heute erklärt er gemeinsam mit Museumsdirektor
Matthias Wemhoff im
Tagesspiegel, weshalb die Stiftung
mehr Geld,
mehr Personal - und nach wie vor einen Stiftungspräsidenten mit
Richtlinienkompetenz braucht: "Als Präsident trage ich am Ende für alles die Verantwortung. Entscheidender ist die
Dezentralisierung. Die SPK der Zukunft ist ein Verbund autonomer Einrichtungen. Das holt aus den Häusern das Beste heraus. Und wenn wissenschafts- oder kulturpolitisch agiert werden muss, dann ist man im Verbund wiederum stärker."
Außerdem: 121 Jahre nach der Ernennung zur Wilhelms-Universität will die
Uni Münster Wilhelm II. als Namensgeber
canceln,
meldet Harry Nutt in der
Berliner Zeitung, perplex über so viel "geschichtspolitischen Aktionismus".