9punkt - Die Debattenrundschau - Archiv

Kulturpolitik

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9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.03.2023 - Kulturpolitik

Das Islamische Zentrum Hamburg darf nicht an der Leipziger Buchmesse teilnehmen, Claudia Roth begrüßt die Entscheidung. Ein bisschen bigott findet Lucien Scherrer das in der NZZ schon: "Vertreter der Moschee fielen … mit ihrer Teilnahme am Al-Kuds-Marsch auf, einer Massenveranstaltung, an der gegen Juden gehetzt und Terrororganisationen wie der Hizbullah gefeiert werden. Dennoch schloss der Hamburger Senat 2012 einen Staatsvertrag mit dem Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg (Schura) ab, dem auch das IZH angehört. Nur die FDP stimmte gegen den Vertrag. Unterzeichnet wurde er vom heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz. Kritik an diesem als integrativem Meilenstein gewürdigten Staatsvertrag wehrte die Schura noch 2021 als 'islamophobe Hetze' ab. Das IZH vertrete Werte, die im Einklang mit der Demokratie stünden, zudem habe es 'versichert, keine politische Vertretung Irans zu sein'. Erst als der Verfassungsschutz weitere Details über Verstrickungen mit Terrororganisationen veröffentlichte und die Proteste in Iran immer lauter wurden, gaben auch die linken Parteien ihre duldsame Haltung auf."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.03.2023 - Kulturpolitik

Im großen FR-Interview mit Lisa Berins macht sich SPK-Präsident Hermann Parzinger keine Sorgen, dass die Benin-Bronzen in Nigeria nicht ausgestellt werden oder gar verschwinden könnten, wie die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin gestern in der FAZ befürchtete (unser Resümee). Vielmehr sollen weitere Objekte an Namibia restituiert werden, sagt er. Parzinger kommt auch auf die Ukraine zu sprechen: Es sei inzwischen eindeutig, dass Russland in der Ukraine gezielt Kulturgüter zerstöre, zudem werde in großem Maße geplündert: "In Melitopol ist ein berühmter skythischer Grabfund mit etlichen Goldobjekten verschwunden, die Museumsverantwortlichen sollen angeblich zeitweise verschleppt worden sein. Genaues weiß ich dazu nicht, und mir ist auch nicht klar, ob Russland das Skythengold als eine Art Trophäe behalten will. Bei vielen anderen geplünderten Objekten muss man damit rechnen, dass sie auf den illegalen Kunstmarkt gelangen. Es ist eine ähnliche Situation, wie wir es beim sogenannten Islamischen Staat in Syrien erlebt haben; auch dort sind wertvolle archäologische Objekte aus Raubgrabungen in den illegalen Handel gelangt. Vor einigen Monaten hat der britische Zoll übrigens einen Schatz mit mittelalterlichen Objekten beschlagnahmt, die ganz offensichtlich aus der Ukraine stammen."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 28.02.2023 - Kulturpolitik

Politiker und Museumsleute lassen sich derzeit gern dafür loben, wieviel "Raubkunst" sie zurückgeben. Aber guckt auch mal jemand, was mit der zurückgegebenen Kunst geschieht, fragt in der FAZ die Ethnologin Brigitta Hauser-Schäublin. Immerhin gibt es jetzt in Hamburg eine digitale Datenbank, in der 5246 Benin-Bronzen in 131 Museen in zwanzig Ländern registriert sind. Da lässt sich auch nachverfolgen, was aus einzelnen Objekten wurde: 81 werden im Nationalmuseum in der früheren Hauptstadt Lagos verzeichnet, doch es müssten "rund vierhundert bis fünfhundert Objekte" sein, die der nigerianische Archäologe Ekpo Eyo in den Achtzigerjahren schriftlich festgehalten hat. 2016 sollen es immerhin noch über zweihundert gewesen sein. Wo sind sie? Das British Museum hatte in den 50er Jahren 54 Reliefplatten an Nigeria verkauft, "die Benin-Datenbank listet jedoch bloß achtzehn auf; bei nur zweien ist als Herkunft das British Museum angegeben". Das Metropolitan Museum in New York hat über 150 Artefakte zurückgegeben, doch "in New York weiß man nichts über ihren Verbleib, und in der Datenbank der Museen in Lagos und Benin sind sie nicht vermerkt. Ähnliches gilt für das Museum of Fine Arts in Boston", so Hauser Schäublin, die sich außerdem sehr darüber ärgert, "dass die mit Drittmitteln finanzierte Datenbank letztlich dazu dient, eine schöngeredete und glorifizierende Geschichte des Königreichs Benin zu verbreiten. Die über Jahrhunderte geführten Angriffskriege, in denen der Kriegerstaat seine Nachbarn terrorisierte, ausplünderte, massakrierte und hunderttausendfach versklavte, werden mit keinem Wort benannt. Auch nicht, dass die Benin-Bronzen Ausdruck des auf diese Weise erworbenen Reichtums sind."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 17.02.2023 - Kulturpolitik

In der NZZ sammelt Thomas Zaugg einige afrikanische und afroamerikanische Stimmen, die kritisieren, dass in Europa die postkoloniale Geschichtsaufarbeitung mitunter in Aktionismus umschlage. Der senegalesische Ökonom Felwine Sarr erinnere etwa: "Afrikanische Museen … wollten längst nicht alle gestohlenen Objekte restituiert sehen. Außerdem hätten viele der Objekte durch ihre Zeit in Europa an geistiger Bedeutung eingebüßt, die durch erneute Ritualisierung erst wiederhergestellt werden müsse. Ähnlich quer stellt sich Sarr in der Frage der Entwicklungshilfe. Aus afrikanischer Sicht meint er: 'Wir müssen bei all dem Guten, das andere wollen, unser Wörtchen mitzureden haben und 'Nein, danke' sagen können. Wir wollen nicht Mitleidsobjekt, sondern in erster Linie das Subjekt der eigenen Geschichte sein.'"

Ebenfalls in der NZZ kommt Paul Jandl auf die in die Kritik geratene Ausstellung "Missverständnisse über und unter Juden" im Jüdischen Museum in Wien zurück (Unser Resümee). "Missverständlich kann es sein, wenn in der Ausstellung der Leuchtschriftsatz der Künstlerinnen Sophie Lillie und Arye Wachsmuth steht: 'Endsieger sind dennoch wir'. Von Boaz Arad stammt der 'Hitler Rug'. Der erlegte Führer als Bettvorleger. Der israelische Künstler Tamir Zadok parodiert in seinem Video 'The Matza Maker' die antisemitische Legende vom jüdischen Ritualmord an christlichen Kindern, die sich bis heute in nicht wenigen Verschwörungstheorien hält. Ein Knabe wird zu Matzenbrot verarbeitet. Zadoks Werk ist vierzehn Jahre alt. Es wurde schon oft gezeigt, aber in Wien wird es zum Skandal. 'Diese Provokationen werden von einigen im Publikum und Teilen der Kultusgemeinde falsch verstanden', sagt der jüdische Schriftsteller Doron Rabinovici gegenüber der NZZ. 'Die Provokation wird als Affirmation gesehen.'"

9punkt - Die Debattenrundschau vom 10.02.2023 - Kulturpolitik

Cary Leibowitz, Do These Pants Make Look Me Jewish?, 2001 © Cary Leibowitz; Photo Courtesy The Artist New Directions


Bisher wurde die Debatte vor allem in Österreich geführt, nun erreicht sie das deutsche Feuilleton. Barbara Staudinger, neue Leiterin des Jüdischen Museums in Wien wird neben viel Lob vorgeworfen, mit ihrer ersten Ausstellung "100 Missverständnisse über und unter Juden" nationalsozialistische Inhalte zu propagieren. In der SZ fragt heute Cathrin Kahlweit, was so viel Erregung hervorruft: Die Ausstellung will Stereotype über Juden aufbrechen - und zwar "mit einem Augenzwinkern": "Infrage gestellt werden Identitäten und ihre Konstruktionen, Fremdbeschreibungen und Selbstverleugnung. Die Ausstellung thematisiert teils naheliegende, teils schräge Ansätze und Klischees - von der besitzergreifenden jüdischen 'Mame' über das romantisierte Schtetl und die Mystik der Kabbala, über jüdische Witze und jüdische Nasen, über besonders kluge Juden und besonders schwächliche Juden, über jüdischen Gemeinschaftssinn und jüdischen Geschäftssinn. Und macht auch vor der Shoah nicht halt: Sie fragt, was Vergangenheitsbewältigung ist und darf, ob ein 'Schlussstrich' legitim ist und ob der Begriff 'Endsieg' als Vokabel der nationalsozialistischen Kriegs- und Mordmaschine in ein Jüdisches Museum gehört."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 07.02.2023 - Kulturpolitik

Von Claudia Roths Plan, "Kultur als Staatsziel" im Grundgesetz zu verankern, halten Dieter Haselbach, Direktor des Zentrums für Kulturforschung in Berlin und Peter Matzke, Geschäftsführer des Krystallpalast Varieté in Leipzig in der Welt wenig. Denn gemeint seien ohnehin nur jene kulturellen Praktiken, die Gegenstand staatlicher Förderung sind. "80 bis 90 Prozent der produzierten, vertriebenen und konsumierten Kunst werden, in einer vorsichtigen Schätzung, privatwirtschaftlich auf einem Konsumentenmarkt angeboten und realisiert. Anders formuliert: Die Teilhabe am staatlich geförderten kulturellen Reichtum der Gesellschaft erreicht nur 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Die meisten Menschen werden ausgegrenzt, weil ihre kulturellen Bedürfnisse bei der Verteilung kulturpolitischer Fördergelder ignoriert werden. Vor diesem Hintergrund sind, wenn emphatisch 'Kultur ins Grundgesetz!' gefordert wird, der Konsum von Kunst und die künstlerische Produktion von Mehrheiten gar nicht gemeint. Vielmehr geht es darum, als Staatsziel den Erhalt der existenten Strukturen und Inhalte festzuschreiben. Es geht um eine Musealisierung vorhandener Strukturen, nicht darum, Veränderung in der Gesellschaft wie in Kunst und Kultur in der Förderpraxis zu berücksichtigen."

Gegen eine kritische Kontextualisierung der Hamburger Bismarck-Statue hat Hamburgs Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda (SPD) in der SZ nichts einzuwenden, eine Entfernung hält er allerdings für falsch: "Würden wir alle zweifelhaften Ehrungen und Denkmäler aus dem Stadtraum entfernen, bestünde die Gefahr, dass wir uns auch der Anlässe solcher Fragen entledigten. Der Moment der Irritation nach dem Aufwachen, den Golo Mann als so wirksam beschreibt, entfiele. Die öffentlichen Oberflächen wären glatter und unangreifbarer, sie würden kaum Halt und Haftung für notwendige Auseinandersetzungen schaffen. Es gäbe weniger Kritik und Kontroverse. Aber es gäbe eben auch weniger Chance zur gesellschaftlichen Selbstaufklärung und zum humanen Fortschritt."

9punkt - Die Debattenrundschau vom 06.02.2023 - Kulturpolitik

Christoph Martin Vogtherr, Chef der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, macht den Kolonialismus zum Jahresthema seiner Institution. Im Gespräch mit Susanne Lenz von der Berliner Zeitung erklärt er, wie er die Auseinandersetzung mit dem Thema betreibt: "Wir müssen in der Frage, was diskriminierend wirkt, immer diejenigen anhören, die damit gemeint sind. Ich als weißer Generaldirektor kann doch nicht glaubwürdig vertreten, dass mich der Begriff nicht stört. Da müssen wir mit vielen Menschen reden, zuhören. Ein Teil unseres Projekts besteht auch darin, dass wir einen Dialog mit zivilgesellschaftlichen Gruppen aufgebaut haben, es sind rund zehn. Denn allein schaffen wir es nicht, dieses Thema anzugehen und unsere eigene Denkweise zu ändern."
Stichwörter: Kolonialismus

9punkt - Die Debattenrundschau vom 03.02.2023 - Kulturpolitik

Ergebnisse des Forschungsprojekts Benin-Initiative Schweiz ergaben: Auch in acht Schweizer Museen befindet sich Raubkunst aus Benin, meldet Philipp Meier in der NZZ. Rückgaben werden diskutiert, aber es geht bei solchen Kunstwerken auch um Erinnerungskultur, räumt Meier ein: "Die Eroberung von Benin-City im Jahr 1897 gilt als traumatisches Ereignis in Nigeria und ist in der Bevölkerung bekannt. Was heute weniger reflektiert wird, betrifft die ursprüngliche Bedeutung der Benin-Bronzen. Solche Stücke fanden Verwendung in sakralen Opferhandlungen, bei welchen Kriegsgefangene auf Ahnenaltären hingerichtet wurden. Das Königreich Benin trieb Handel mit Sklaven im Tausch gegen die begehrten Metalllegierungen für den Guss der Kultobjekte. Solche Zusammenhänge, die übrigens nicht nur von britischen Militärärzten, sondern auch von lokalen Historikern belegt wurden, werden heute allerdings gerne verdrängt."

Im Tagesspiegel hat Kathrin Sohns nach einem Bericht in The Art Newspaper Zweifel, dass von russischen Truppen entwendete Kunstwerke, jemals an die Ukraine zurückgegeben werden: "Konkret geht es in dem Bericht um Hunderte von Gemälden, die im November aus dem Kunstmuseum in Cherson entfernt und in einen Konzertsaal des Kunstmuseums in Simferopol auf der Krim gebracht wurden - das Gebiet, das Russland bereits 2014 annektiert hatte. Der Leiter dieses Museums, Andrei Malgin, versicherte der Moscow Times unmittelbar nach der Entwendung, dass die Exponate vorübergehend eingelagert würden", angeblich "um sie in Sicherheit zu bringen".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 02.02.2023 - Kulturpolitik

Jörg Häntzschel fragt im großen SZ-Gespräch mit Katarzyna Wielga-Skolimowska, der neuen Leiterin der Kulturstiftung des Bundes, wie sie die ihr zur Verfügung stehenden 40 Millionen Euro pro Jahr verteilen will. Unter anderem setzt sie auf "Kooperation mit dem sogenannten Globalen Süden. Die Frage ist: Wie kann man fair kooperieren? Wichtig ist mir, dass wir in Deutschland über längere Zeiträume mit Akteuren aus dem Globalen Süden arbeiten. Kurzfristige Projekte reichen nicht." Weiter "wäre es wichtig, sich dem Thema Kolonialität im postsowjetischen Raum zu widmen. In diesen Ländern gewohnt oder gearbeitet zu haben: Was bedeutet das, was hat das mit dem jetzigen Krieg zu tun? Diesen Diskurs gibt es in der Ukraine, den gibt es in Polen, in Deutschland ist er nicht präsent genug. Wir denken Kolonialität sehr eng." Auch zum BDS-Beschluss des Bundestags positioniert sie sich, die Fragen fehlen allerdings in der Print-Ausgabe der SZ: "Wie man den BDS-Beschluss überhaupt umsetzen könnte, bleibt eine praktische Frage und eine Herausforderung für Kulturinstitutionen. Ich bin generell gegen Boykott, unabhängig davon, welches Land es betrifft."

Gestern sprach Hermann Parzinger schon in der Berliner Zeitung über die Reformen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (Unser Resümee), heute erklärt er gemeinsam mit Museumsdirektor Matthias Wemhoff im Tagesspiegel, weshalb die Stiftung mehr Geld, mehr Personal - und nach wie vor einen Stiftungspräsidenten mit Richtlinienkompetenz braucht: "Als Präsident trage ich am Ende für alles die Verantwortung. Entscheidender ist die Dezentralisierung. Die SPK der Zukunft ist ein Verbund autonomer Einrichtungen. Das holt aus den Häusern das Beste heraus. Und wenn wissenschafts- oder kulturpolitisch agiert werden muss, dann ist man im Verbund wiederum stärker."

Außerdem: 121 Jahre nach der Ernennung zur Wilhelms-Universität will die Uni Münster Wilhelm II. als Namensgeber canceln, meldet Harry Nutt in der Berliner Zeitung, perplex über so viel "geschichtspolitischen Aktionismus".

9punkt - Die Debattenrundschau vom 01.02.2023 - Kulturpolitik

Im Grunde habe er gar nichts gegen Preußen im Namen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, aber die Debatte sei trotzdem wichtig, sagt Hermann Parzinger im Gespräch mit Harry Nutt (Berliner Zeitung). Deutlicher wird Parzinger, der als Archäologe an der Ausgrabung der Skythen-Gräber beteiligt war, wenn es um die Plünderung des Skythen-Goldes aus einem Krim-Museum geht: "Auf der Webseite des ukrainischen Ministeriums für Kultur und Information kann man beinahe stündlich sehen, wie die Liste der zerstörten Kulturdenkmäler wächst. Es geht ganz offensichtlich um eine gezielte Vernichtung der ukrainischen Kultur. Es werden nicht nur Kirchen, historische Gebäude, Museen, Bibliotheken und Archive attackiert. Auch wertvolle Objekte sind verschwunden, etwa in Melitopol, einer Stadt, die zwischen Mariupol und der Krim liegt und deshalb strategisch von besonderer Bedeutung ist. Das Museum dort verfügt über bedeutende skythische Goldfunde. Es gab Hinweise, dass die Museumsverantwortlichen angeblich entführt wurden und der Schatz gestohlen worden sein soll. Es häufen sich Anhaltspunkte, dass neben gezielten Kulturzerstörungen auch Kunst- und Kulturgüter geplündert und illegal gehandelt werden, ganz ähnlich wie beim sogenannten Islamischen Staat in Syrien. Die Dimensionen sind derzeit noch nicht abzusehen. Wir müssen rasch handeln, zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit der UNESCO und durch das Sensibilisieren von Zollbehörden."

Im Eilverfahren hatte die Unesco vergangene Woche bereits das historische Stadtzentrum von Odessa in die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturerbes aufgenommen, meldet Ulrich M. Schmid in der NZZ: "Bereits kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine wurden Befürchtungen laut, dass Odessa ein wichtiges strategisches Ziel sein könnte. Etwa siebzig Prozent der ukrainischen Exporte über den Seeweg laufen über den Hafen von Odessa. Außerdem liegt die Region Odessa nahe bei Transnistrien, das politisch, militärisch und wirtschaftlich vollständig von Moskau abhängig ist. Nach einer Eroberung Odessas könnte Russland einen Landkorridor nach Transnistrien einrichten und die von der Moldau abtrünnige Republik annektieren."