
Scharf
kritisiert Bernard-Henri Levy die Toleranz, die dem
Antizionismus entgegengebracht wird, sei er doch die moderne und
hoffähige Variante des Antisemitismus, von dem er sich nur vermeintlich distanziert. Der Antizionismus führe, indem er dem Staat Israel seine
Rechtmäßigkeit abspreche (dieses Recht den Palästinensern aber ohne Umschweife zugestehe), die
historische Judenverfolgung fort. Wer diesem Gedankengang nicht folgen will, dem rechnet Levy es anders vor: "Nehmen Sie den für fortschrittlich ausgegebenen Antizionismus und zählen Sie ihn zusammen. Die Grabschändungen von Herrlisheim, die - wahrscheinlich - von Neonazis verübt wurden. Die Maghrebiner, die in den Vororten davon träumen, die Intifada weiterzuführen. Die Globalisierungsgegner, die sich mit (Tariq) Ramadan verbrüdern. Die
guten Franzosen, die - wie einst Louis-Ferdinand Celine - nicht im geringsten bezweifeln, dass der winzige Staat Israel gefährlicher für den Weltfrieden ist als Nordkorea, Russland, Pakistan und Amerika zusammen. Der radikale Islamismus. Der Lepenismus. (...) All das ergibt irgendwann einen
Zeitgeist. Und die Erfahrung zeigt, dass angesichts einen solchen Zeitgeistes, angesichts der Ansammlung von all diesen
Beschwörern des Schlimmsten, angesichts dieses Cocktails von Kräften, die zwar von überall kommen, die aber geheimnisvollerweise auf
denselben zwanghaften Hass abzielen, es dringend notwendig ist, an das Bewusstsein eines jeden zu appellieren und allen zu erklären, dass der Antisemitismus nicht mein Problem ist, sondern ihres, dass er
nicht das Problem der Juden ist, sondern Frankreichs."