
Ist
Google eine gute Sache? John Lanchester
porträtiert den
Internet-Riesen und kommt zu dem Schluss, dass sowohl seine Stärken (sein überquellender Innovationsgeist, nicht nur in technischer Hinsicht) als auch seine Schwächen (etwa sein unzureichendes Verantwortungsbewusstsein in Sachen Datenschutz) auf Googles Verankerung in der
studentischen Nerd-Kultur zurückzuführen sind. Eins jedoch steht fest: Ob gut oder nicht, Google wird die Welt verändern. "Die beste geschichtliche Analogie für den Punkt, an dem sich Google heute befindet, stammt wahrscheinlich aus der Zeit, als das
Eisenbahnnetz errichtet wurde. Jeder wusste, dass die Eisenbahn die Welt verändern würden, doch niemand hatte die Erfindung der
Vorstädte vorhergesagt. Google, und der verstärkte Informationsstrom, auf dem es schwimmt und von dem es profitiert, ist die Eisenbahn. Und ich glaube nicht, dass wir schon die ersten Vorstädte erblickt haben."
Weitere Artikel: Mit großem Interesse - und einigem Grauen -
hat Stephen Shapin
Daniel Charles' Biografie des jüdischen und erz-deutsch-nationalen Chemikers
Fritz Haber gelesen, die den Nobelpreisträger als zugleich genialen und skrupellosen
Pionier der chemischen Kriegsführung porträtiert (auf den unter anderem das ursprünglich zur landwirtschaftlichen Schädlingsbekämpfung entwickelte Gas Zyklon B zurückgeht). Ed Harriman
durchforstet die
Berichte des US-amerikanischen Bundesrechnungshofes (
GAO) sowie der Sonder-Generalinspektion (
SIGIR) über die
Gelderverwaltung innerhalb des Wiederaufbaus im
Irak und sieht darin eine regelrechte "Kultur der
Vetternwirtschaft und der
Schmiergelder" dokumentiert. In den Short Cuts
erklärt Thomas Jones die Memoiren (
"A Life of Privilege, Mostly") von
Gardner Botsford, dem langjährigen Herausgeber des
New Yorker, zum absoluten Leckerbissen. Und schließlich
streift Peter Campbell durch die
Ausstellung "Dancing to the Music of Time", die die fiktionalen Gemälde der fiktionalen Maler in
Anthony Powells Romanen zum Leben erweckt.