Magazinrundschau - Archiv

London Review of Books

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Magazinrundschau vom 03.10.2006 - London Review of Books

Stephen Holmes bedankt sich bei Francis Fukuyama ("After the Neocons: America at the Crossroads") für sein unbarmherziges Ausleuchten der intellektuellen Inkohärenz, die Amerikas Antwort auf den 11. September zugrundeliegen. "Für Fukuyama erledigen die Neocons einfach ihre Hausaufgaben nicht und ignorieren die politischen und sozialen Dynamiken spezifischer Gesellschaften. Statt dessen überpersonalisieren sie jedes Regime, das sie zu destabilisieren suchen, indem sie es mit einem einzelnen verwerflichen Führer identifizieren."

Weitere Artikel: Michael Dobson findet großen Gefallen an Curtis Perrys Studie über die Darstellung des Herrschergünstlings in der frühen englischen Literatur ("Literature and Favouritism in Early Modern England"), die mit dem Klischee aufräumt, der königliche Herrscher sei der Manipulation durch seinen Günstling wehrlos ausgeliefert. John Donne habe sich zwar immer dagegen gesträubt, sein Leben als einheitliche Biografie auszugeben, weiß Colin Burrow, doch John Stubbs ("Donne: The Reformed Soul") macht seine Sache gut, wenn auch mit einem Schuss zuviel Sentimentalität. Für Paul Myerscough ist das Spannende an Douglas Gordons und Philippe Parrenos Filmporträt "Zidane" die Erkenntnis, dass Zizous Gesicht nicht zu entschlüsseln ist und sich selbst der intimitätsheischenden Nahaufnahme widersetzt. Und Peter Campbell lustwandelt durch die Royal Academy und lobt die Sinnarmut in Rodins Skulpturen.

Magazinrundschau vom 19.09.2006 - London Review of Books

Was ist los mit Amerikas Liberalen, fragt sich Tony Judt. Sie "sind auf dem besten Wege, Bedienstete zu werden, denen ihre Loyalität Ansichten vorgibt, die darauf ausgerichtet sind, einen politischen Zweck zu rechtfertigen. Das ist an sich nichts Neues: Wir sind es gewohnt, dass Intellektuelle lediglich im Namen ihres Landes, ihrer Schicht, ihrer Religion, ihrer Rasse, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung sprechen und dass sie ihre Ansichten zugunsten ihrer Neigungen, seien sie angeboren oder gewachsen, zuschneiden. Doch das unverkennbare Merkmal des liberalen Intellektuellen vergangener Zeiten war gerade das Streben nach Universalität; nicht die unweltliche oder unredliche Leugnung eines partikularen Interesses, sondern die fortwährende Anstrengung, dieses Interesse zu überwinden."

Weitere Artikel: Jerry Fodors Vorfreude auf Michael Frayns neues Buch war groß, schließlich hatte Frayn zuvor eine geniale Wittgenstein-Parodie verbrochen. Doch "The Human Touch: Our Part in the Creation of a Universe" ist, wie Fodor entsetzt feststellen muss, ein bierernstes philosophisches Werk, das darüber hinaus noch einen theoretischen Rundumschlag im Sinn hat. Michael Wood fühlt sich bei Pedro Almodovars Film "Volver" an Bunuel erinnert und genießt es durch und durch. Und T. J. Clark ringt beschwingt mit zwei Studien von Benedict Anderson: "Imagined Communities: Reflections on the Origin and Spread of Nationalism" und "Under Three Flags: Anarchism and the Anti-Colonial Imagination".

Magazinrundschau vom 15.08.2006 - London Review of Books

Der israelische Schriftsteller Yitzhak Laor geht harsch mit seinen Landsleuten ins Gericht: "Sobald Details über den Hinterhalt von Bint Jbeil, bei dem acht israelische Soldaten starben, öffentlich wurden, begannen Presse und Fernsehen in Israel kritische Stimmen zu marginalisieren. Die Medien fielen zurück in den Kitsch, an den Israelis sich von Kindheit an gewöhnen müssen: die bedrohlichste Armee der Region wird hier beschrieben, als sei sie der David gegen den arabischen Goliath. Tatsächlich hat der jüdische Goliath den Libanon zwanzig Jahre zurückgeworfen und die Israelis noch weiter: Wir erscheinen nun als eine Lynchmob-Kultur, am Fernseher klebend, angestachelt von einem Premier, der seine Führung mit einem Feuersturm und Zerstörung auf beiden Seiten der Grenze gestartet und legitimiert hat."

In einem wundervoll Haken schlagenden Text ergründet der Wissenschaftshistoriker Steven Shapin eine bedeutsame gesellschaftliche Entwicklung: die Transformation der Köche von "Leuten, die für billiges Geld für Reiche kochen, in Menschen, für die einige Reiche liebend gern umsonst arbeiten arbeiten würden". Anlass ist "Heat", das Buch von New-Yorker-Autor Bill Buford, über "An Amateur's Adventures as Kitchen Slave, Line Cook, Pasta-Maker and Apprentice to a Butcher in Tuscany".

Weiteres: Charles Glass beschreibt die Hisbollah als allem äußeren Anschein entgegen moderne militärische Truppe. Und in seinem Tagebuch stellt August Klein fest, dass Tony Blair seinen Karikaturen immer ähnlicher wird.

Magazinrundschau vom 01.08.2006 - London Review of Books

Die libanesische Journalistin Rasha Salit schickt Aufzeichnungen aus dem belagerten Beirut: "Besonders wohl kann ich mich zwischen Hisbollah und libanesischer Armee nicht fühlen. Ich bin älter geworden, mir der Gefahr bewusster. Ich bin 37 Jahre alt, und ich habe Angst. Das Geräusch der Kampfflugzeuge schreckt mich. In mir ist kein Kampfgeist übrig. Und keine Solidarität, keine gerechte Sache. Es kotzt mich an, dass niemand versteht, wie schwer es war, das Land nach dem Krieg wieder aufzubauen. Hariri hat keine Wunder vollbracht. Jede einzelne Brücke, jeder Tunnel und jede Autobahn, die Startbahnen des Flughafens, all dies musste wegen der vielen Schmiergelder zum dreifachen Preis der realen Kosten aufgebaut werden. Wir haben es akzeptiert, weil wir einfach wollten, dass es voran geht. Wir wollten einfach nur eine Gesellschaft, die mehr oder weniger auf eigenen Füßen steht."

"Wie konnte eine unbedeutende militärische Operation der Hisbollah den gesamten Libanon zurück auf Anfang schicken?", fragt der libanesische Schriftsteller Elias Khoury und bietet folgende Erklärung: "Die Israelis behaupten, dass sie den Libanon nicht besetzen wollen. Das sagen die Amerikaner auch über den Irak. Die Frage ist aber nicht, was sie wollen, sondern was sie tun. Kann Israel religiöses und ethnisches Chaos an seinen Grenzen ertragen? Will es mit Blick auf die Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm den USA einen Dienst erweisen, indem es die Hisbollah schwächt, Irans stärksten Verbündeten in der Region? Unter dem Dröhnen der Raketen, die auf die südlichen Vororte Beiruts gefeuert werden, wird klar, dass sich Israel, weil es die Hisbollah nicht zerschlagen kann, entschieden hat, den Libanon zu zerstören."

Weiteres: Karim Makdisi verteidigt die Entführung der israelischen Soldaten durch die Hisbollah: Das letzte Mal führte die internationale Vermittlung schließlich zu einem Gefangenaustausch! Der in Kalkutta geborene Amit Chaudhuri stimmt Suketu Mehta ("Maximum City") voll und ganz darin zu, dass inzwischen Bombay die aufregendste Stadt Indiens ist. Adam Phillips preist eine Edition der "Selected Letters" des Dichters William Empson.

Magazinrundschau vom 18.07.2006 - London Review of Books

Als anregende Lektüre lobt Jeremy Waldron John Durham Peters' Buch über die Redefreiheit, "Courting the Abyss", die Voltaires berühmtes (wenn auch nicht belegtes) Diktum "Ich mag verdammen, was Sie sagen, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie es sagen dürfen" kritisch in Frage stellt. Die Verteidigung von Nazidemonstrtionen mit dem Argument, der Anblick der finsteren Gesellen stähle die Demokratie, nennt Waldron eine Theorie der "Abyss-Redemption". Und wie John Durham Peters will er nicht dran glauben: Bestenfalls sei dieser Glaube "die Schaufensterfrömmigkeit einiger Linksliberaler, die die Nachgiebigkeit ihres eigenen Voyerismus als Zeichen einer Harmlosigkeit von Meinungsäußerungen missverstehen. Wenn dieser Glaube eine Bedeutung hat, dann die, dass die Kosten der Hate Speech nicht gleichmäßig über die gesellschaftlichen Gruppen verteilt sind."

Weitere Artikel: Jeremy Harding rekonstruiert den weitgehend unbeachtet gebliebenen eritreischen Unabhängigkeitskrieg anhand von drei Neuerscheinungen zum Thema. David Edgar vergibt bescheidenes Lob an John Heilperns Biografie des Dramatikers John Osborne ("John Osborne: A Patriot for Us"). In den Short Cuts sinniert Thomas Jones über den Schutzumschlag und seine neue Funktion als Marktschreier. Und Michael Wood gruselt sich genussvoll vor Alfred Hitchcocks frisch digitalisierter "Rebecca".

Magazinrundschau vom 04.07.2006 - London Review of Books

Michael Wood ist absolut begeistert von dem von Adam Philipps herausgegebenen "Penguin Freud Reader", der Freuds Denken und Schreiben in all seiner komplexen Hintergründigkeit zum Vorschein bringt - und allzu schematische Freud-Lesarten als Klischees überführt: "Ich weiß, dass Sie Ja meinen, weil Sie zu nachdrücklich Nein gesagt haben. Ach, Sie haben es also nicht nachdrücklich gesagt? Dann muss ich wohl den Nachdruck gehört haben, den Sie verbergen wollten. - Nein wird als Antwort einfach nicht akzeptiert, wie es so schön heißt."

Weitere Artikel: Grozny ein potemkinsches Dorf zu nennen, ist keine bloße Metapher, berichtet Anna Neistat aus der tschetschenischen Hauptstadt und warnt inständig davor, den russischen Verlautungen von einer Rückkehr zur Normalität Glauben zu schenken. Rosemary Hill begeht in Stonehenge die Sommersonnenwende, inmitten von Öko-Heiden, Punks und Druiden. Andrew O'Hagan lobt Margo Jefferson für ihr schonungslos klarsichtiges Porträt von Michael Jackson ("On Michael Jackson"). Und Peter Campbell hat in Howard Hodgkins Gemälden, denen die Tate Britain eine Ausstellung widmet, jene lustvolle, glückliche und "singende" Übereinstimmung von Farbe und Form gefunden, wie man sie aus der Natur kennt.

Magazinrundschau vom 06.06.2006 - London Review of Books

Die amerikanische Historikerin Maya Jasanoff setzt sich ausführlich mit Robert Irwins gegen Edward Saids berühmtes "Orientalismus"-Buch gerichtete Studie "For Lust of Knowing: The Orientalists and their Enemies" auseinander. Irwin setze gegen Saids These vom Orientalismus als Produkt des Imperialismus eine naive Wissenschaftsgläubigkeit, die verkennt, dass niemand im luftleeren Raum agiert, schreibt Jasanoff und bedauert, dass Irwin sich nicht direkter den Motivationen der frühen Orientalisten befasst: "Oft fühlen Menschen, die sich mit anderen Kulturen beschäftigen, eine Anziehung für diese 'Andersheit'. Dass so viele von Irwins Orientalisten Außenseiter, Randfiguren und Nonkonformisten waren, müsste uns einladen nach ihren psychologischen Beweggründen für ihre Studien (also tatsächlich nach 'Lust') zu fragen. Gerade die überproportional starke jüdische Komponente, die nicht allein durch die Verwandtschaft des Hebräischen und des Arabischen zu erklären ist, verdient aufmerksamere Betrachtung, vor allem als Gegenargument zu Saids provokanter Verbindung des Orientalismus mit dem Zionismus."

Nicht Saddam, sondern Bush ist der neue Hitler, meint der Bostoner Historiker Andrew Bacevich, der sich auf ein Buch von Michael Gordon und Bernard Trainor stützt: "Cobra II: The Inside Story of the Invasion and Occupation of Iraq" (mehr hier). "Für die Architekten des Krieges 'war der Irak keine Gefahr, der es entgegenzuwirken galt, sondern eine strategische Gelegenheit', weniger ein Ziel als ein Ausgangspunkt. In ihren Augen war 2003 nicht 1945, sondern 1939: kein Höhepunkt, sondern das Eröffnungs-Gambit eines großen und größtenteils vor der Öffentlichkeit geheimgehaltenen Unternehmens. Den Andeutungen, Saddam sei ein neuer Hitler zum Trotz sahen sie Bagdad nicht als ein Berlin, sondern als ein Warschau - als ein Etappenziel. "

Magazinrundschau vom 18.04.2006 - London Review of Books

Hilary Mantel ist hin und weg von Ruth Scurrs scharfsinniger Robespierre-Biografie "Fatal Purity: Robespierre and the French Revolution", die jenem unerbittlichen Akteur der Französischen Revolution nachspürt, der zum Inbegriff des Schreckens werden sollte und dem nichts verhasster und unheimlicher war als Doppelzüngigkeit und Janusköpfigkeit. "Oder war er etwa selbst doppelzüngig? Er war nicht konsequent, und Scurr erkennt, warum. Er unterschied strengstens zwischen dem, was einerseits in einem in Frieden lebenden Land und was andererseits in einem Land möglich ist, das sich sowohl von außen als auch von Bürgerkrieg bedroht sieht. Unter normalen Umständen, dachte er, gibt es keine Notwendigkeit für die Todesstrafe, weil der Staat über genügend Macht verfügt, die Straffälligen zu züchtigen und sie unschädlich zu machen. In Kriegszeiten hingegen, wenn dem Staat Sabotage droht, kann er sich nicht unbedingt selbst verteidigen - man kann nicht von Soldaten verlangen, dass sie die Feinde auf dem Schlachtfeld töten, wenn der Staat nicht ähnliche Strafen für seine inneren Feinde bereithält."

Weitere Artikel: Dinah Birch hat in Eitan Bar-Yosefs Studie über die Darstellung des Heiligen Landes in der englischen Kultur ("The Holy Land in English Culture 1799-1917: Palestine and the Question of Orientalism") lesen können, wie seltsam menschenleere Darstellungen Palästinas in englischen Berichten des 19. Jahrhunderts den Eindruck erwecken sollten, man könne dieses Gebiet rechtmäßig besetzen. Ilan Pappe muss sich doch sehr darüber wundern, dass von den israelischen Parteien jede einzelne in ihrem Wahlprogramm behauptet, die Lösung des "demografischen Problems", sprich der drohenden palästinensischen Überzahl auf israelischem Boden, gefunden zu haben. August Kleinzahler hat die Lektüre von Roy Fishers Gedichtanthologie "The Long and the Short of It: Poems 1955-2005" sehr genossen, auch wenn Fishers Lyrik zugegebenermaßen die Wärme einer Kameralinse besitzt. In Short Cuts stöhnt Thomas Jones über schlechte Manieren bei der Postzustellung. Und Peter Campbell haben die zwei Ausstellungen "Modernism: Designing a New World" (im V&A) und "Albers and Moholy-Nagy: From the Bauhaus to the New World" (in der Tate Modern) davon überzeugt, dass eigentlich alles um uns herum entweder von der Moderne vorhergesehen oder gar bereits von ihr entworfen wurde.

Magazinrundschau vom 04.04.2006 - London Review of Books

In seinem "wunderbar packenden, lebhaften und oft bahnbrechenden" Buch "The Conquest of Nature" beschäftigt sich David Blackbourn mit den Deutschen und ihrem Verhältnis zur Natur von Friedrich II. bis zum Oderbruch der Gegenwart. Der begeisterte Rezensent Neal Ascherson sieht hier nicht nur teutonische, sondern universelle Themen behandelt. "Das Buch ist ein bedeutsamer Beitrag zu einer neuen Art der Geschichtsschreibung. Die Umwelthistorie kann nicht mehr länger nur die Geschichte der Umwelt sein. Stattdessen, so Blackbourn, sollten wir begreifen, dass sich die wandelnde Natur von Gesellschaften am deutlichsten darin offenbart, wie sie sich zur 'natürlichen' Welt verhalten."

Wenn es nach dem Philosophen Slavoj Zizek geht, sind alle CEOs und Finanzmagnaten "liberale Kommunisten" und müssen damit als Hauptfeinde jeglichen "wahren" Forschritts erkannt und gebrandmarkt werden. "Alle anderen Feinde - religiöse Fundamentalisten, Terroristen, korrupte und ineffiziente Bürokratien - hängen von kontingenten lokalen Bedingungen ab. Eben weil sie all diese sekundären Störungen des globalen Systems auflösen wollen, sind liberale Kommunisten die direkte Verkörperung dessen, was nicht stimmt mit diesem System."

Weiteres: In seinem Tagebuch hält Patrick Cockburn eine Teilung des Irak in einen kurdischen, schiitischen und sunnitischen Teil für wohl unvermeidlich. Frank Kermode kann sich nicht entscheiden, ob er Christine Brooke-Roses "Life, End of" nun einen Roman, eine Auotbiografie oder eine Übung in ars moriendi nennen soll, empfehlen aber kann er das Buch auf jeden Fall.

Magazinrundschau vom 21.03.2006 - London Review of Books

Die Politikwissenschaftler John Mearsheimer und Stephen Walt argumentieren gegen die uneingeschränkte Unterstützung Israels durch die USA und kritisieren den großen Einfluss der Washingtoner Israel-Lobby. "Andere Interessensgruppen haben die Außenpolitik auch verändert, aber keine hat es geschafft, sie so weit von den nationalen Interessen zu entfernen." Israels Wert als Partner sei gesunken. "Der erste Golfkrieg enthüllte, in welchem Ausmaß Israel zur strategischen Last geworden ist. Die USA konnten keine israelischen Basen benutzen, ohne die anti-irakische Koalition zu erschüttern, und es musste Ressourcen abzweigen (etwa Patriot-Raketen), um Tel Aviv davon abzuhalten, irgendetwas zu unternehmen, was die Allianz gegen Saddam Hussein gefährden könnte. Die Geschichte wiederholte sich 2003: Obwohl Israel die USA zum Angriff auf den Irak anhielt, konnte Bush es nicht um Hilfe fragen, ohne arabischen Widerstand zu provozieren. So blieb Israel wieder einmal außen vor."

Weitere Artikel: Katja Behlings Biografie über "Martha Freud" tut wenig, um das altbekannte Bild der ergebenen Hausfrau zu erschüttern, notiert Jenny Diski mit sichtlichem Bedauern. Stephen Youngkins Buch über den Schauspieler Peter Lorre hat Bee Wilson offenbar ebenso beeindruckt wie der Porträtierte selbst, der sich damit brüstete, dass ihm niemand in beide Augen zugleich sehen könne und seine Kollegen anwies: "Suchen Sie sich einfach eines aus. Die Kamera wird den Unterschied nie bemerken." In den Short Cuts rätselt Thomas Jones, warum man beim sommerlichen Port Eliot Lit Fest gestandenen Schriftstellern dabei zusehen sollte, wie sie musizieren, tanzen und filmen.