
Die amerikanische Pakistan- und das heißt auch
Afghanistan-Politik steuert sehenden Auges in die Katastrophe,
meint der 1943 in Lahore geborene und seit den sechziger Jahren in Großbritannien lebende
Publizist Tariq Ali, der sich zuletzt in Kabul aufgehalten hat. Kürzlich lobte die US-Botschafterin Anne Patterson den neuen Präsidenten, den Bhutto-Witwer
Asif Ali Zardari: "Er tut alles, worum wir ihn bitten." Schön für sie, meint Ali, leider tut der Mann aber auch andere Dinge: "Zardari mag eine willfährige Kreatur Washingtons sein, aber der
intensive Hass, mit dem man ihm in Pakistan begegnet, ist nicht auf seine politischen Gegner beschränkt. Verachtet wird er vor allem für
seine Gier. Er hat nahtlos da weitergemacht, wo er als Investitionsminister in der Regierung seiner verstorbenen Ehefrau aufgehört hatte. Binnen Wochen nach Amtsantritt riefen seine Untergebenen bei allen wichtigen Geschäftsleuten des Landes an und forderten einen Anteil an den Profiten." Es gibt sogar, meint Ali, eine ganze Menge eigentlich nicht zu Verschwörungstheorien neigende Leute, die glauben, dass er an der Ermordung von
Benazir Bhutto selbst beteiligt war. Das glaubt Ali zwar nicht, findet es aber bezeichnend, dass Zardari sogar das zugetraut wird.
Weitere Artikel: In einem Essay, der "eigentlich" die Besprechung eines Buchs von Alain Badiou über
Nicolas Sarkozy ist,
kommt der Allesdenker
Slavoj Zizek irgendwo zwischen Sarkozy, Ahmadinedschad, den Marx Brothers, dem Animationsfilm Kung Fu Panda, Niels Bohr, einem Kastrationswitz von Putin und dem "vernünftigen Antisemitismus" des Robert Brasillach auch auf
Silvio Berlusconi als Menetekel zu sprechen. Adam Shatz
denkt über "
laute Musik" als Folter und Waffe nach. Peter Campbell
fragt sich, was es bedeutet, dass der
Codex Sinaiticus jetzt teilweise
im Netz lesbar ist. Mary Beard
bespricht auf sehr aufschlussreiche Weise eine Biografie des denkenden Kaisers
Marc Aurel, die sie unbefriedigend findet.