
Der belarussische
Schriftsteller Viktor Martinowitsch,
spricht im Interview, das Serge Sakharau für das
Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien geführt hat, über die
Lage in Belarus, wo sich die Menschen dagegen wehren müssen, durch den permanenten Wechsel zwischen Hoffnung und Verzweiflung erschöpft zu werden. Die historische Dramatik könnte höchstens mit
Prag 1968 verglichen werden. Aber: "Die Nachrichten verfolgen und im Tagebuch notieren - das erscheint mir im Moment wichtiger als sie schon zu analysieren. Was gerade geschieht, hat sich nirgendwo zuvor ereignet. Diese Dinge haben sich seit 1968 nicht in Osteuropa zugetragen. Ich habe mir auch angesehen, was in Polen während der
Solidarnosc passierte, sie steckten damals 10.000 Menschen ins Gefängnis. In unserem Land sprechen wir von 25.000, die zu dem einen oder anderen Zeitpunkt bisher verhaftet wurden. Im Moment ist davon jeder betroffen. Man kann die Nachrichten ausschalten, aber wenn jemand, der einem nahesteht, verschwindet, dann muss man einfach
die Listen der Verhafteten durchsehen. Wenn man jeden Sonntag diese Listen durchgehen muss, dann kann niemand in Ruhe leben."
Weiteres: Wenn Europa auch nach dem Brexit nicht auf
Englisch als lingua franca verzichten kann, dann sollte es sich die Sprache wenigstens selbstbewusst aneignen,
findet Philippe Van Parijs in einem ursprünglich im
Wespennest veröffentlichten Text: "Wir müssen uns trauen, die Sprache zu sprechen, die auch unsere ist, ohne Hemmung und
mit der ganzen Bandbreite unserer Akzente. Wir müssen uns selbst erlauben, alle Erneuerungen hinzuzufügen, die wir wollen." Hicham Khalidi und Rolando Vázquez
stören sich daran, dass die EU-Kommission für ihren Green Deal auch auf das
Bauhaus rekurriert, das sie aus ihrer heutigen Sicht
viel zu inegalitär, eurozentrisch und nicht-inklusiv finden. Ganz abgesehen davon, dass die Moderne ganz generell für die beiden untrennbar mit Kolonialismus und industriellem Kapitalismus verbunden und deshalb unakzeptabel ist.