Außer Atem: Das Berlinale Blog

Zwei Filmschinken im Wettbewerb: Stanley Tuccis 'The Final Portrait' und Gurinder Chadhas 'Viceroy's House'

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2017 Das Wochenende bescherte uns im Wettbewerb außer Alain Gomis' schönem "Felicité" (hier die Kritik) und Josef Haders "Wilde Maus" (hier die Kritik) noch zwei Filmschinken: Stanley Tuccis Biopic über den Künstler Alberto Giacometti und Gurinder Chadhas "Viceroy's House". Tuccis Film basiert auf James Lords Buch "A Giacometti Portrait". Von Anja Seeliger

Porträt einer großen Künstlerin: 'Chavela' (Panorama)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 13.02.2017 Was für eine hinreißende Frau! Groß, schlank, mit einer expressiven, dramatischen Stimme und einem hochfahrenden Machismo, der in Mexiko sonst wohl den Männern vorbehalten ist. Chavela Vargas wurde 1919 in Costa Rica geboren. Sie sei ein trauriges Mädchen gewesen, das die Eltern nicht liebten, erzählt die 71-Jährige im Filminterview. Zu wenig mädchenhaft, zu verträumt. Noch sehr jung, ging sie nach Mexiko, wo in den Dreißigern alle Südamerikaner hinwollten. Und dort lernte sie zu singen. In Bars, Tavernen und auf Festen entwickelte sie ihren Stil. Von Anja Seeliger

Kirgisenküsse: Aktan Arym Kubats 'Centaur' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 Diese Geschichte ist schnell erzählt: Ein Familienvater verliert Frau und Kind, weil er nachts Pferde stiehlt. Nicht um sie zu verkaufen, sondern um sie zu reiten. Das ist selbst im Kirgisistan des 21. Jahrhunderts nicht zu akzeptieren: Vor schneebedeckten Wipfeln wird die Hauptfigur zur Beute von neuen Kapitalisten, neuen Islamisten und traditionellen Richtern, die ihm zur Strafe eine Reise nach Mekka aufbrummen, um ihn nicht ins Gefängnis werfen zu müssen. Von Anja Seeliger

Auf die graue Welt: Rati Onellis 'City of the Sun' (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 11.02.2017 In Tschiatura, einer Stadt in den Bergen Westgeorgiens, wurde bis in die neunziger Jahre Mangan abgebaut. Vor dem Ersten Weltkrieg, als die Minen zumeist deutschen Firmen wie der Oberhausener Gutehoffnungshütte, der Friedrich Krupp AG, dem Schalker Gruben- und Hüttenverein, der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktien-Gesellschaft und dem Hamburger Kaukasische Grubenverein gehörten, betrug der Anteil Tschiaturas am Manganaufkommen der Welt fast 40 Prozent. Inzwischen sind die Minen erschöpft. Das weiß ich aus der Wikipedia, Rati Onelis Doku über Tschiatura, "City of the Sun", erzählt es nicht. Mit Fakten hat es der Film leider nicht so, er setzt mehr auf Atmosphäre. Die erzählt einem aber auch einiges. Von Anja Seeliger