Obsession statt Gefühle

Kurt Waldheim und die Dämonisierung Israels. Kopie Russlands als Touristenattraktion. Japanische Nouvelle Vague. Magazine

Man lernt, indem man stirbt

Kenichiro Akimotos Animationsfilm "All You Need Is Kill" beeindruckt in visueller Hinsicht. Im Kino mit Lukas Foerster

Traumreich gefunden

Valeska Grisebachs zeigt in "Das geträumte Abenteuer" Menschen, die sich treiben lassen - und gleichzeitig getrieben wirken. Im Kino mit Robert Wagner

WO WIR NICHT SIND

Stimmt meine Frisur, dann stimmt mein Leben

28.09.2026. Zwei Reporterinnen verfallen dem Kongo: Judith Raupp erzählt in "Morgen gehe ich einkaufen, wenn der Markt noch steht" von ihrem Leben in Goma im Osten Kongos. Zwischen Kriegszügen, Vulkanausbrüchen und Epidemien scheinen wunderbare Momente der Freundschaft auf, des Miteinanders - und der Extravaganz. Und die britische Reisereporterin Sophy Roberts folgt den Spuren einer belgischen Expedition, die 1879 für Leopold II. indische Elefanten in den Kongo bringen sollte. Von Thekla Dannenberg. Mehr...

BÜCHERSCHAU DES TAGES

Das Unbehagen der Natur

28.09.2026. Die FAZ nimmt Cornelia Funkes Einladung in die Welt der Feen mit Freuden an. Mit Vergnügen vertieft sie sich außerdem in Kinderbücher von Nadia Budde, Dita Zipfel und Finn-Ole Heinrich, in denen Aale die Helden sind. Die FR begibt sich mit Volker Weiß auf die Spuren des Katechon, der heute in den Köpfen der Tech-Bros sein Unwesen treibt. Die SZ erfährt von Rolf G. Heinze, warum die Wohnungskrise gefährlich für die Demokratie ist. Und Dlf empfiehlt Claudia Durastantis feministisches Tryptichon "Missitalia".  Mehr...

EFEU - DIE KULTURRUNDSCHAU

Resignation mutiert in Optimismus

28.09.2026. Ex-Bachmann-Juror Philipp Tingler kritisiert die neue Jury-Vorsitzende Insa Wilke im Spiegel-Interview, die SZ glaubt, dass ein Generationenwechsel in der Jury dem Preis nur gut tun kann. Die Debatte um Thélyson Orélien geht weiter: Kamel Daoud fragt in Le Point, ob KI so gut ist wie ein Dichter. Die Exhumierung der Spontini-Oper "Die Vestalin" an der Berliner Staatsoper ist leider misslungen, findet  die FAZ. Und noch was ist wichtig: Die Arab Straps sind am Höhepunkt ihres Könnens angekommen, jubelt die taz. Mehr...

9PUNKT - DIE DEBATTENRUNDSCHAU

Sehr sicher hinter Panzerglas

28.09.2026. In Berlin sind jetzt Koalitionsgespräche für ein Linksbündnis angesagt - die Antisemitismusvorwürfe gegen die Linkspartei bleiben aber bestehen, konstatieren mehrere Medien. Da nützt auch der Persilschein nicht, den der Historiker Wolfgang Benz der Partei ausgestellt hat und den Jüdische Allgemeine und FAZ mit Sarkasmus aufnehmen. In Zeit online skizziert Cordt Schnibben, wie sich der Journalismus vor KI retten kann. In der NZZ liefert Elham Manea Hintergründe über die Huthis. Mehr...

IM KINO

Traumreich gefunden

24.09.2026. Ein indirekter Thriller ohne Bösewichter und drastische Gewaltdarstellung, aber mit eindringlichen, subtilen Spannungsszenen: Um eine archäologische Ausgrabungsstätte im bulgarisch-griechisch-türkischen Grenzgebiet herum folgt Valeska Grisebachs "Das geträumte Abenteuer" Menschen, die sich treiben lassen - und gleichzeitig getrieben wirken. Von Robert Wagner. Mehr...

IM KINO

Man lernt, indem man stirbt

23.09.2026. Hier enthält jeder Tod eine Lektion: In Kenichiro Akimotos Animationsfilm "All You Need Is Kill" bleibt eine Soldatin in einer Zeitschleife stecken und wird wieder und wieder von Killerblumen attackiert. In visueller Hinsicht beeindruckt der Film - und kann seinen eigenen Adrenalinpegel dennoch nicht halten. Von Lukas Foerster. Mehr...

MAGAZINRUNDSCHAU

Obsession statt Gefühle

22.09.2026. Izabella Tabarovsky, Expertin für die Geschichte des linken Antizionismus, erkundet in Tablet, welchen Anteil Kurt Waldheim an der Dämonisierung Israels in der UN hatte. Verstka besucht nahe Moskau eine von Putin errichtete folkloristische Kopie Russlands. New Lines erzählt wie der marokkanische Staat für die Fußball-WM reihenweise Wohnhäuser abreißt. Critic.de stellt Yasuzo Masumura vor, eine rätselhafte Figur der japanischen Nouvelle Vague. Der New Yorker watet in Israel durch den Sumpf des Qatargate-Skandals. Mehr...

ESSAY

Postmortale Unschuldsvermutung

21.09.2026. Neulich atmete die deutsche Öffentlichkeit auf. Endlich schien der Anschlag auf das Haus der Israelitischen Kultusgemeinde in München im Jahr 1970 geklärt. Sieben Bewohner, Holocaust-Überlebende, sind bei diesem Anschlag ermordet worden. Nachdem sich eine Zeugin vom Hörensagen gemeldet hatte, identifizierte die Polizei einen Rechtsextremisten, der vor einigen Jahren gestorben ist. Aber es gibt erhebliche Zweifel an seiner Täterschaft - vor allem der von der Polizei dargestellte Tathergang ist extrem unplausibel. Denn direkt vor seinem Anschlag mit einem zwanzig Kilo schweren Benzinkanister soll der Täter außerdem noch versucht haben, einen Juwelierladen in der Nähe auszurauben. Eine Rekonstruktion. Von Wolfgang Kraushaar. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Überlebt Demokratie?

10.09.2026. Siegt das Böse in der Politik? Welche Politiker demokratischer Parteien haben die Statur, das Charisma, den Humor und die Vernunft, sich dem Abdriften der Demokratie in Polarisierung, Autokratie und Leisetreterei vor religiösem Fanatismus entgegenzustellen? Solche Fragen stellte sich Richard Herzinger in seinen Essays und seinen Kolumnen für den Perlentaucher. Am 24. September diskutieren Linda Teuteberg, Roderich Kiesewetter und ich zu diesen Fragen im Pilecki-Institut am Pariser Platz.  Von Thierry Chervel. Mehr...

BÜCHERBRIEF

Ins gemeinsame Diesseits der Literatur

14.09.2026. Der literarische Herbst beginnt mit nicht nur einem Paukenschlag: Maxim Biller sucht nach dem Urgrund des Antisemitismus. Samuel Beckett reist in den Jahren 1936 und 1937 durch Deutschland - mit Witz und Wut im Bauch. Banu Mushtaq erzählt vom Alltag indischer Frauen unter der Scharia. Die Journalistin Asne Seierstad zeichnet ein meisterliches Panorama der russischen Gesellschaft. Und Christian Buckard lädt ins Café Babylon. Dies alles und mehr in unseren besten Büchern des Monats September. Mehr...

FOTOLOT

Unglaublicher Reichtum

14.09.2026. Gunnar Eichholz hat mit seinem Text- und Bildband "Jugoslawien - Das Land, das es nicht mehr gibt" ein Werk langjähriger, akribischer Leidenschaft geschaffen, einen sagenhaften, zweieinhalb Kilo schweren Wälzer von fünfhundertsechzig kleingedruckten Seiten, eine Hommage an ein Land, das ein Zentrum der europäischen Nachkriegsmoderne war. Brutalismus, Laibach, Marina Abramovic. Alles kommt vor. Dies Buch ist eine Reise. Von Peter Truschner. Mehr...

TASCHENBÜCHERBRIEF

Taschenbücherbrief: Wie in einem Fiebertraum

04.09.2026. Der neue Taschenbücherbrief ist da! Und da ist viel Schönes dabei: Jonas Lüscher geht auf einen atemlosen Trip durch die Länder und Jahrhunderte. Fiona Sironic jagt im vom Klimawandel ausgetrockneten Wald im Jahr 2050 Dinge in die Luft. Leon Engler blickt in das Gesicht des Wahnsinns. Volker Weiss entlarvt die Geschichtsklitterung der Rechten. Und Perlentaucherin Alice Fischer empfiehlt Jakob Heins berauschte DDR-Satire "Wie Grischa mit einer verwegenen Idee beinahe den Weltfrieden auslöste".   Von Alice Fischer. Mehr...

IN EIGENER SACHE

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

18.12.2025. Der Perlentaucher hat inzwischen 110.543 Rezensionsnotizen zu 67.013 Büchern. Wir spiegeln die qualifizierte literarische Öffentlichkeit dieses Jahrhunderts. Zuverlässige Information ist gerade in unzuverlässigen Zeiten wichtig: Wir machen seit dem dem 15. März 2000 eine tägliche Feuilleton-Presseschau. 500.000 verschiedene Menschen besuchen den Perlentaucher monatlich mindestens einmal. Besonders danken möchten wir 2.000 unter ihnen, die uns monatlich mit einem  freiwilligen "Abo" unterstützen.  Von Thierry Chervel. Mehr...