Überall wird nach dem Berliner Anschlag das Für und Wider der
Videoüberwachung abgewogen. Gereon Asmuth
schreibt in der
taz: "Bei Terroristen muss man sogar davon ausgehen, dass sie einen videoüberwachten Ort für ihre Tat
bevorzugen würden. Weil es dann Bilder gibt, gefilmten Horror, der sie ihrem eigentlichen Ziel näher bringt: der Verbreitung von Angst und Schrecken. Anders ist es mit der
Aufklärung. Selbst die schärfsten Kritiker müssen zugeben, dass Videos hierbei helfen können. Und Aufklärung ist ein hohes Gut."
Auf dem Chaos Computer Congress äußerte man sich strikt gegen die Ausweitung der Videoüberwachung,
schreibt Friedhelm Greis bei
golem.de: "Das Ergebnis wäre ein
großes vernetztes System, das eine Vollüberwachung aller Menschen in der Öffentlichkeit ermöglichen würde, sagte CCC-Sprecher Linus Neumann der Nachrichtenagentur
dpa. In England sei diese Entwicklung mit der Verbindung einzelner Geräte schon jetzt erkennbar. 'Dann wäre die
Vollüberwachung, die wir im Internet schon haben, auch in der Öffentlichkeit Realität. In Verbindung mit neuer Software zur
Gesichtserkennung könnten die Behörden dann erfassen, wer sich wann an welchem Ort aufhalte und mit wem getroffen habe.'"
Die Bundesregierung unterläuft durch nationale Bestimmungen den Sinn von
EU-Datenschutzbestimmungen, kritisieren die Politiker Jan Philipp Albrecht und Till Steffen auf der Medienseite der
FAZ: "Das Bundesinnenministerium will mit seinen Vorschlägen
datenhungrigen Großkonzernen etwa erlauben, personenbezogene Daten zu völlig anderen Zwecken zu verarbeiten als die, für die sie ursprünglich erhoben wurden, zum Beispiel für Werbung,
Kreditwürdigkeitsabschätzung oder - wie jüngst in den Vereinigten Staaten bekannt wurde - zur Meinungsmanipulation in sozialen Medien. "