Willy Winkler wundert sich in der
SZ überhaupt nicht über das
Missbrauchsgutachten zum Bistum München. Sexuellen Missbrauch hat er zwar nicht erlebt,
prügelnde Priester dafür reichlich: "Die Kirche, die Una sancta, die katholische, die einzig wahre, hat seit je dies
innige Verhältnis zur Macht, und was wäre Macht, ohne die Möglichkeit, sie auch auszuüben, vorzugsweise gegen Schwächere, also gegen Frauen und Kinder. ... Am allerersten Abend im Internat im Herbst 1967 wurden
wir Neuen im Speisesaal als die 'Kaffern' vorgestellt. Das war kein Rassismus, sondern Gewalt- und Machtverteilung. Der bis dahin jüngste Jahrgang rückte in der Hackordnung auf und hatte damit das Recht erworben - was für ein Jubel, als Pater M. das verkündete! -, die
Jüngsten zu verdreschen. Das war das herrschende Prinzip: Wer schwach war, wurde verprügelt, und die Patres machten es vor."
"Wenn Papst Benedikt auf 82 Seiten ausgeführt, es sei kein sexueller Missbrauch im engeren Sinne, wenn sich ein Täter
vor einem Minderjährigen entblößt,
onaniert oder pornografische Inhalte zeigt, dann hat er es immer noch nicht verstanden",
sagt der Betroffenenvertreter
Johannes Norpoth im Gespräch mit Sven Christian Schulz vom
Redaktionsnetzwerk Deutschland. Aber der Ärger wird weitergehen: "In den kommenden Wochen werden noch weitere Gutachten aus den Bistümern
Münster,
Paderborn und
Essen veröffentlicht werden. Da geht es zum Beispiel darum, welche Rolle die
Gemeinden spielen. Denn in vielen Gemeinden wurde aktiv weggesehen, wie das Münchner Gutachten einmal mehr belegt. Da werden selbst heute noch Täter nahezu glorifiziert."