Zum Teil stammen die Baukonzepte der
Stiftung Preußischer Kulturbesitz noch aus den sechziger Jahren oder der Zeit unmittelbar nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten (
Unsere Resümees), aber an den
Kostenexplosionen, Verzögerungen und verschleppten Bauinstandhaltungen ist auch ihre "tiefe"
Abhängigkeit von
Entscheidungen des Bundes und der Länder schuld,
schreibt Nikolaus Bernau in der
Berliner Zeitung: "Der Bundesrechnungshof hat mindestens
50 Millionen Euro Instandhaltungsbedarf ermittelt - tatsächlich dürfte er sehr viel höher liegen. Schuld der Politik, nicht der Stiftung. Sie darf trotzdem keine eigene Bauverwaltung aufbauen, wird von Bund und Ländern regelrecht gezwungen, teuer mit Bundes- oder Länderbauverwaltungen zusammenzuarbeiten. Sie ist deswegen nie selbst Bauherrin,
immer nur abhängige Nutzerin, statt, wie es etwa die Berliner Universitäten erfolgreich vorgemacht haben, selbst bauen und instand halten zu können, selbst entscheiden zu können, was wichtig ist, welche Standorte sinnvoll und welche Raummaße finanzierbar sind."
Die Frage nach der Verantwortung muss deutlicher gestellt werden,
sekundiert Jens Bisky in der SZ: "Es war ein
politischer Fehler, dass der Bund die enormen Baukosten übernommen hat, ohne zugleich für die auskömmliche Finanzierung des Betriebs zu sorgen. Es war ein Fehler, die Struktur des
Humboldt-
Forums, dessen Hauptakteure das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst sind, lange in der Schwebe zu halten und dann so zu gestalten, wie sie jetzt ist. Das Gutachten charakterisiert sie als komplex, aufwendig und
konfliktanfällig. Für
aberwitzig viel Geld ist die James-Simon-Galerie errichtet worden, beim geplanten Museum des 20. Jahrhunderts wurden Kostenexplosionen durchgewunken, als spiele Geld keine Rolle, während in vielen Gebäuden notwendige Sanierungen aufgeschoben wurden, der Ausstellungsetat der Museen viel zu gering ist, Depotflächen fehlen und, während ständig neue Aufgaben hinzukamen, immer weniger Stellen grundfinanziert wurden."